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„Musik und Wort“ startete im Münster seinen 40. Geburtstag

Das Fest feste gefeiert

HAMELN. Ein traumhaft schöner Tag zum Sommerbeginn, ersehnter Ferienstart, Mittsommernacht mit dem längsten Tag des Jahres – vor allem aber: 40 Jahre „Musik und Wort“ im Münster, dessen Premiere diesmal perfekt auf den 21. Juni fiel. Das Thema: Feste feiern, das ein „feste Feiern“ einschließt und unter dem Titel „Andere Länder – andere Feste“ mal so richtig mit „pompös, heiter, faszinierend“ auftrumpfen durfte.

veröffentlicht am 22.06.2017 um 15:34 Uhr

Birte Hansen und Jobst Höche waren in der Marktkirche für das „Wort“ zuständig. Foto: Dana
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Autor

Richard Peter Reporter
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Von Pastorin Friederike Grote als „bunter Strauß“ gewürdigt, der vom Flöten-Consort unter Leitung von Irmgard Langhorst, die im Münster sozusagen zuhause sind, Heimrecht besitzen – sowie von Birte Hansen und Jobst Höche präsentiert wurde. Als Präsent für eine Reihe, die einmal mehr bewies, dass sie in all den Jahren nichts von ihrer Anziehungskraft eingebüßt hat – beim Publikum ankommt. Sozusagen eine perfekte Mischung. Und einmal nicht der uralte Streit um „Prima la musica e poi le parole“ – im Gegenteil: beides gleichberechtigt. Und das noch weitere sieben Mal immer am Mittwoch, 18.15 Uhr, in jeweils anderer Besetzung. Und so für eine Stunde in andere Welten entführt.

Anstelle der Sommersonnenwende, wie sie vor allem in den skandinavischen Ländern zelebriert wird – wobei die Hormone nicht nur literarisch regelmäßig außer Kontrolle geraten – vom ursprünglich vorgesehenen Anfang ans Ende gesetzt, um nicht mit den ursprünglich vorgesehenen Begräbnisritualen in Indonesien in einen sonst heiteren Sommerabend entlassen zu werden. Und nebenbei noch ein Grund zur Freude: Jobst Höches Geburtstag wurde mit einem Ständchen gefeiert. Musikalisch ging es eher blumig von Margeritte über Silberkraut und Feldmohn zu „A smell of roses“ und „Tango Lilies“. Beeindruckender Schlusspunkt: „Arie“ von Georg Friedrich Händel – und Irmgard Langhorst als höchst konzentrierte Lead-Stimme.

Was auffällt – aus europäischem Blickwinkel geradezu exotisch wirkt – beim Begräbnisritual in Indonesien: nicht nur die rund 70 rotgestrichenen Bambushütten, speziell für viele hunderte Gäste errichtet – tagelange, ausufernde Feiern mit Musik, Tanz und Alkohol, bevor die Toten in ihren Felsgräbern zur letzten Ruhe geleitet werden. Bei dem siebentägigen Spektakel werden unzählige Wasserbüffel und Schweine geschlachtet. Kein Vergleich zur vergleichsweise bescheidenen Brühe und Zuckerkuchen, wie es bei uns Tradition ist.

Anders pompös und ebenfalls von Birte Hansen mit sympathisch-ruhiger Stimme gelesen: „Prinzessinnen-Nacht“ in zwei Teilen. Südamerika feiert seine 15-jährigen Mädchen mit einem Aufwand, der selbst wohlhabende Familien in den Ruin treiben kann und in den Regionen von Rios Armutshügeln Familien für lange Zeit hoffnungslos verschuldet. Ein Initiations-Ritus als Erbe der Spanier, der zwischen 1400 Euro und satten 27 000 Euro zu Buche schlägt – für Milliarden Umsätze sorgt und Millionen Jobs garantiert.

Auf der anderen Seite der Welt, doppelt andersseitig in Afghanistan, jetzt von Höche gelesen, ganz ähnlicher Aufwand bei Hochzeiten. Nicht nur in Kabul. Gäste: das ganze Dorf, der Stamm und alle, bei denen man einmal bei einer Feier eingeladen war. Das summiert sich – vor allem finanziell. Und so sehr die Regierung gegensteuert, die Feiern werden immer größer und teurer. Dafür stehen 30 Hochzeitshallen zur Verfügung, die an Hotelpaläste in Las Vegas erinnern, wo sich viele hundert Gäste, nach Geschlechtern getrennt, begegnen. Wer den Aufwand scheut, verzichtet auf Geschlechtertrennung.

Schlusspunkt: Sommersonnenwende. In Finnland setzt sich dafür von Helsinki ein spezieller Zug bis an den Polarkreis in Bewegung. Dann ein bewegender Segen aus Ägypten und das Lied „Unser Leben sei ein Fest“ mit Irmgard Langhorst mit Klanghölzern zum Ausklang.



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