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Die aktuelle bleibt nur noch nächstes Jahr gültig / Alle Daten werden ab 2012 elektronisch erfasst

Das Ende der Lohnsteuerkarte auf Papier

Hameln. Wer sich in diesen Tagen fragt, warum die neue Lohnsteuerkarte noch nicht im Briefkasten lag, wird die simple Antwort auf diese Frage möglicherweise überraschen: „Die Papier-Lohnsteuerkarte wird abgeschafft.“ Das gesamte Lohnsteuerverfahren wird ab 2012 ausschließlich elektronisch erfasst. Die Leitende Regierungsdirektorin und Vorsteherin des Hamelner Finanzamts, Sigrid Gabler, erklärt: „Es wird ab 2012 überhaupt keine Papier-Lohnsteuerkarten mehr geben. Die Lohnsteuerkarte für das Jahr 2010 behält ihre Gültigkeit deswegen auch für 2011.“ Das kommende Jahr sei hinsichtlich der Erfassung steuerrelevanter Daten ein Übergangsjahr, meint Natalie Rogoll. Die Finanzbeamtin ist Ansprechpartnerin für alle Fragen zu den sogenannten Lohnsteuerabzugsmerkmalen, also der Eintragung von Kindern, Steuerklassenwechsel und allen anderen Freibeträgen. „Bisher wurde beispielsweise die Änderung oder der Wechsel einer Steuerklasse von den zuständigen Meldebehörden vorgenommen, dafür sind ab 2011 die Finanzämter zuständig“, so Rogoll.

veröffentlicht am 21.10.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 09.11.2016 um 19:21 Uhr

In der Infothek des Hamelner Finanzamtes können die Bürger künft

Autor:

Matthias Rohde
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Künftig sollen alle Lohnsteuerabzugsmerkmale in einer zentralen Datenbank der Finanzverwaltung erfasst werden und zum elektronischen Abruf für die Arbeitgeber bereitgestellt werden. Dieses Verfahren wird als Elektronische LohnSteuerAbzugsMerkmale, kurz „ELStAM“ bezeichnet. Im Vorfeld dieser weitreichenden Änderung haben die Mitarbeiter der Hamelner Finanzbehörde gemeinsam mit den Meldebehörden des Landkreises eine Art Informationsnetzwerk aufgebaut, um die Änderungen der Erfassung für die Bürger so verträglich wie möglich zu gestalten. Der Sachgebietsleiter im Arbeitnehmerbereich, Wolfgang Andert, erklärt: „Unabhängig von den steuerrelevanten Änderungen, die dem Finanzamt mitzuteilen sind, zum Beispiel die Geburt eines Kindes, müssen die Betroffenen diese Geburt auch bei den Meldebehörden angeben.“ Da es aber sowohl für die Meldebehörden als auch für das Finanzamt aus organisatorischen Gründen zu Bearbeitungszeiten von mindestens 24 Stunden kommen kann, ließe sich unter Umständen die Bearbeitung einer Änderung nicht an einem Tag erledigen. „Gerade deswegen suchen wir den engen Kontakt zu den Meldebehörden, um den Bürgern die Umstellung auf das neue Verfahren zu erleichtern“, betont Rogoll.

Die Liste der Aufgaben, die bisher von den Meldebehörden der Städte und Gemeinden übernommen wurden und nun zum 1. Januar 2011 auf die Finanzämter übertragen wird, ist lang. Dazu gehören die Berichtigung unrichtiger Lohnsteuerabzugsmerkmale, Steuerklassenänderung nach Trennung oder Beendigung einer Trennung, bei einer Heirat, aber auch bei der Geburt eines Kindes bei Alleinstehenden. Außerdem fallen auch die Kinder unter 18 Jahren ab dem nächsten Jahr in die Zuständigkeit der Finanzämter, also zum Beispiel die Unterdrückung oder Reaktivierung des Kinderfreibetrages und nicht zuletzt die Steuerklassenänderung zwischen III/V und IV/IV. Gerade weil die Lohnsteuerkarte 2010 auch für das kommende Jahr gültig bleibt, ist für ELStAM-Ansprechpartnerin Rogoll vor allem eines wichtig: „Die auf der aktuellen Lohnsteuerkarte vermerkten Lohnsteuerabzugsmerkmale gelten auch für das kommende Jahr. Wer sich also vor unliebsamen Nachzahlungen schützen will, sollte Änderungen rechtzeitig bei uns anzeigen.“ Im Hamelner Bürgerbüro ist man für das kommende Jahr gewappnet, wie Stadtsprecher Thomas Wahmes mitteilt: „Bereits in der letzten Woche haben wir umfangreiches Informationsmaterial vom Finanzamt zu den Änderungen im Lohnsteuerverfahren erhalten, die wir an die Bürger weitergeben.“ Im Übrigen seien zahlreiche Bürger schon über die anstehenden Änderungen informiert, so Wahmes weiter. Und: „Die Bürger, die sich in Hameln neu anmelden, werden durch uns auf diese Neuerung bei der Anmeldung hingewiesen.“

Für Bürger, die in diesem Jahr ohne Beschäftigung waren, hat Finanzamtsleiterin Gabler noch einen Tipp: „Da die aktuelle Lohnsteuerkarte auch für das kommende Jahr gilt, wird sie natürlich bei einer Arbeitsaufnahme auch im nächsten Jahr benötigt. Die Hamelner Finanzbeamten wissen aus Erfahrung nur allzu gut, dass gerade bei der Lohnsteuer der Teufel im Detail stecken kann und deswegen weisen Gabler, Rogoll und Andert auf eine eigens eingerichtete Hotline hin. Unter der Telefonnummer 01805 235099 (14 Cent/Minute aus dem deutschen Festnetz, max. 42 Cent/Minute aus Mobilfunknetzen) werden werktags zwischen 7 und 22 Uhr und am Wochenende sowie an den Feiertagen zwischen 10 und 18 Uhr alle Fragen beantwortet. Zusätzliche Informationen zum elektronischen Lohnsteuerverfahren und den Änderungen ab nächstem Jahr können auf der Internetseite der niedersächsischen Oberfinanzdirektion abgerufen werden (http://www.ofd.niedersachsen.de) oder unter www.elster.de. Die Mitarbeiter der Hamelner Finanzamtsinfo-thek stehen werktags zwischen 8 und 12 Uhr sowie donnerstags zwischen 14 und 17 Uhr für die Bürger zur Verfügung.



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