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Immobilienmarkt in Hameln stagniert – neue Wohnungen in der Innenstadt durch Leerstand?

Das eigene Häuschen ist nicht mehr so gefragt

veröffentlicht am 04.02.2011 um 18:32 Uhr
aktualisiert am 05.12.2017 um 14:36 Uhr

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Hameln (HW). Der Immobilienmarkt in Hameln stagniert. „Es gibt immer wieder vereinzelte Sahnestückchen, die zentral liegen und schnell Käufer finden. Aber oft ist es ein riesiges Problem, für Eigentumswohnungen oder Häuser einen Käufer zu finden“, sagt Wolfgang Maeker. Im Gewerbebereich der Rattenfängerstadt gebe es sogar ein Überangebot, weiß der Hamelner Makler. Einige Hausbesitzer an Oster- und Bäckerstraße, die in der Vergangenheit Wohnungen zu Verkaufsflächen umfunktionierten, überlegten derzeit, in der Innenstadt wieder Wohnraum zu schaffen. „Aber das ist von Besitzer zu Besitzer und von Kapitalanleger zu Kapitalanleger unterschiedlich. Viele stehen die Vakanz auch aus und hoffen auf bessere Zeiten“, so Maeker, der in der Rattenfängerstadt auch einen Rückgang bei der Nachfrage nach frei stehenden Einfamilienhäusern festgestellt hat. Dabei müsste es eigentlich einen Käufermarkt geben, denn die Zinsen für Kredite gelten nach wie vor als historisch günstig.

„Früher gab es viele junge Bausparer, die zunächst eine Eigentumswohnung finanziert, und wenn die bezahlt war, den Sprung zum Haus gewagt haben. Aber das war mal, ist heute nicht mehr so“, erinnert sich der langjährige Immobilienmakler an vergangene Zeiten. Den Zusammenhang sieht er mit dem Abbau des Personals bei BHW und der derzeitigen Ungewissheit der dort noch Beschäftigten. An eine weitere Verschärfung des Marktes glaubt Maeker, wenn die Briten erst Hameln verlassen haben: „Dann werden plötzlich Hunderte von Wohnungen leerstehen. Ein Potenzial, das kaum an den Mann zu bringen sein wird.“

Von einem „geringeren Niveau“ gegenüber den Vorjahren spricht auch Lars Papalla. „Die preislichen Vorstellungen der Verkäufer sind nicht immer mit den Wünschen potenzieller Käufer in Einklang zu bringen“, sagt der Sprecher der Stadtsparkasse Hameln und fügt hinzu: „Prognosen, auch in Hinblick auf den demografischen Wandel, sind derzeit nicht einfach und kaum möglich.“

Von einer positiven Entwicklung spricht dagegen Silke Störp, diplomierte Immobilienwirtin der Volksbank Immobilienservice GmbH: „Nachgefragt werden vor allem renovierungsbedürftige Immobilien im niedrigen Preissegment, stadtnah gelegene Eigentumswohnungen ab drei Zimmer und größere sowie gepflegte Einfamilienhäuser bis etwa 200 000 Euro. Auch Mehrfamilienhäuser werden verstärkt von Kapitalanlegern gesucht.“

Die gestiegene Nachfrage am Immobilienmarkt führe momentan zu einer Verknappung des Angebotes, „sodass sich mittlerweile ein leichter Preisanstieg abzeichnet“. Bei einem Abzug des britischen Militärs werde das Angebot an Immobilien wieder stark ansteigen, was einerseits mit sinkenden Preisen am Immobilienmarkt einhergehen werde, andererseits aber auch eine Chance böte, dass sich viele Familien den Wunsch nach einem bezahlbaren Eigenheim erfüllen könnten.

Aufgrund der Erhöhung der Grunderwerbssteuer zum 1. Januar dieses Jahres von 3,5 auf 4,5 Prozent habe es keine deutlich erkennbaren Marktaktivitäten gegeben, hat Ulrich Waltemathe, Geschäftsführer der Sparkasse Weserbergland FinanzServices GmbH, beobachtet. Wegen des geplanten Abzugs der britischen Streitkräfte sei schon heute festzustellen, dass der Bund bestehende Mietvertragsverhältnisse für die Angehörigen der Streitkräfte oft nicht verlängere. „Einige Eigentümer überlegen deshalb bereits, diese Immobilien dem Markt zur Verfügung zu stellen. Hieraus ist zu vermuten, dass das Preisniveau für diese Objekte durchaus rückläufig sein kann,“ erklärt Waltema-the.

In Häusern der Innenstadt, deren einstige Wohnungen zu Verkaufsflächen umfunktioniert worden sind, könnte aufgrund geringer Nachfrage bald wieder zentral gelegener Wohnraum entstehen.

Foto: Dana



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