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Nicht alle Weihnachtsmarktbeschicker zufrieden: „Wechselhaftes Wetter und seltsame Atmosphäre“

Das Bier gefriert – der Glühwein strömt

Der zweijährige Finnlay-Bennet gibt auf dem Kinderkarussell Vollgas.

veröffentlicht am 22.12.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 10.11.2016 um 22:41 Uhr

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Rechts: Gute Stimmung auf dem Weihnachtsmarkt, trotz des wechselhaften Wetters.

Bei eisigen Temperaturen ist etwas Heißes genau das Richtige. Peter Reese füllt Feuerzangenbowle in den Keramikbecher.

Fotos: Dana

Hameln (mau). Vergangenes Wochenende war es eisigkalt – so sehr, dass sogar das Bier in den Leitungen auf dem Hamelner Weihnachtsmarkt gefror. „Bei den Temperaturen hat zum Glück eh keiner nach Bier gefragt. Der Glühwein lief Freitag und Samstag dafür umso besser“, sagt Weihnachtsmarktbeschicker Zlatko Hadko über das weiße Winterwochenende. Generell sei es während des Weihnachtsmarktes 2009 zu regnerisch gewesen und gegen Ende zu kalt. „Die Bilanz ist schlecht dieses Jahr“, bestätigt Walter Dietrich vom Schmalzkuchenstand auf dem Pferdemarkt. „Erst der Regen, dann die Kälte. Bei der Glätte trauen sich wahrscheinlich viele Leute nicht, mit dem Auto zu fahren. Und wenn über drei Stunden der Strom ausfällt, geht das gar nicht an einem Sonntag.“

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Hier dreht sich alles um die Wurst – Karin Lages von Schlüters Almhütte.

Besser sah es bei Marion Schlüter aus. Schlüters Alpenhütte direkt am Hochzeitshaus konnte nämlich annähernd die Umsätze einfahren wie 2008. „Ich schaue aber etwas ungewiss ins nächste Jahr. Keiner weiß genau, was 2010 passieren wird“, sagt Schlüter, die auf die neuen Vergabeordnungen von Ständen auf dem Hamelner Weihnachtsmarkt anspielt. „Wir hatten eine starke Gemeinschaft innerhalb der IG Weihnachtsmarkt in den letzten Jahren. Es herrschte schon eine andere Stimmung 2009. An den Neuen lag das zwar nicht direkt, meiner Meinung nach ist einfach zu viel in kurzer Zeit verändert worden.“ Vielleicht wäre es besser gewesen, so Schlüter, zunächst 10 Prozent statt 20 Prozent neue Stände zuzulassen.

Ein paar Buden weiter bei der Grillhütte am Pferdemarkt ist die Stimmung gut. „Wir sind das erste Jahr hier und können noch nicht genau sagen, ob es besonders gut oder schlecht war. Das ist von Stadt zu Stadt immer unterschiedlich. In Hameln ist es aber toll.“

Seit 40 Jahren ist Marion Dietrich von der Mandelbrennerei am Hochzeitshaus schon dabei, Probleme mit den neuen Kollegen gab es nicht. Die Atmosphäre war aber schon anders: „Viele Stammkunden haben sich über die abgekühlte Stimmung auf dem Markt beschwert.“

Das hat auch Peter Ehlerding, Vorsitzender der IG Weihnachtsmarkt, beobachtet: „Ein Weihnachtsmarktgefühl kam in der Tat nicht so recht auf.“ Dieses Jahr habe es zu wenige Inhalte gegeben. „Was nützen schöne Buden, wenn es zu wenig Programm drum rum gibt.“ Viele Hamelner Kunden hätten sich außerdem zurückgehalten und um Buden getrauert, die nach 40 Jahren durch neue Stände ausgetauscht wurden, meint Ehlerding.

Weniger Touristen kamen aber nicht. Frank Lücke von der Hameln Marketing und Tourismus GmbH berichtet: „Wir haben dieses Jahr zwar nicht so ausführliche Erhebungen gemacht, gehen aber davon aus, dass sich ähnlich viele Touristen wie in der Vergangenheit den Hamelner Weihnachtsmarkt angesehen haben.“ Überwiegend kommen die Auslandsbesucher aus Großbritannien, Dänemark und Schweden. Auch die Gäste aus Baden-Württemberg und Bayern werden immer mehr. „Den Weihnachtsmarktbesuchern ist doch in erster Linie der gute Gesamteindruck wichtig. Wenn es nicht in Strömen regnete oder ein Stromausfall war, dann war der sicherlich ganz in Ordnung“, glaubt Lücke.

Ehlerdings Fazit: „Letztes Jahr war es schöner. Alles in allem ging es ein bisschen holterdipolter los.“ Die Verwaltung habe seiner Meinung nach zu spät entschieden, welche Stände auf den Markt kommen. „Im nächsten Jahr können wir hoffentlich früher anfangen zu planen. 2010 gibt es ja auch keinen Tag der Niedersachsen.“ Beim Wetter kann nicht geplant, sondern nur auf das richtige gehofft werden. Das ist „trocken, sonnig und um die 0 Grad“, erklärt Ehlerding. Selbst wenn es wieder ähnlich kalt und glatt werden sollte wie am vorigen Wochenende: Ingo Musiolek vom Kinderkarussell sorgt sich nicht: „Wir fahren auch bei Glatteis.“



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