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Anlieger der Gartenstraße protestieren gegen geplante Änderung der Einbahnstraßen-Regelung

„Dann wollen wir neue Fenster“

Hameln. Sie ist fast so etwas wie eine Glaubensfrage – die Einbahnstraßenregelung in der Gartenstraße auf dem kurzen Teilstück zwischen Süntelstraße und Feuergraben. Denn nach den Vorstellungen der Verwaltung soll hier im kommenden Jahr eine Testphase beginnen, in der die Einbahnregelung umgedreht wird. Begründung: „damit der Feuergraben auch aus Richtung Norden erschlossen wird“, wie Stadtbaurat Hermann Aden sagt. Doch die Pläne haben den Unwillen von Anliegern nach sich gezogen. Sie fordern eine Vorabinformation im Rahmen einer Bürgerbeteiligung.

veröffentlicht am 25.06.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 03.11.2016 um 17:41 Uhr

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Autor:

Christa Koch
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Das ist nach wie vor auch ein Ansinnen der Mehrheitsgruppe aus CDU, Grünen und Unabhängigen. Sie hatte sich bereits im Mai für entsprechende Bürgerversammlungen ausgesprochen, bevor die Einbahnregelung auf Probe eingeführt wird. Dafür hatte sich – jedenfalls grundsätzlich – auch Aden ausgesprochen, wollte den Zeitpunkt aber erst an das Ende der Erprobungsphase legen, weil man den Anliegern dann auch Ergebnisse präsentieren könne. Im Fachausschuss war die Gruppe schließlich mit ihrem Antrag an SPD/FDP/Piraten gescheitert, weil ein Mitglied ihrer Gruppe fehlte; heute steht er aber erneut auf der Tagesordnung der öffentlichen Ratssitzung (18 Uhr im Weserbergland-Zentrum).

Nach Gesprächen mit Anliegern habe sich gezeigt, dass erhebliche Ängste im Hinblick auf eine Zunahme des Durchgangsverkehrs, aber auch Probleme wegen der Lenkung des Ziel- und Quellverkehrs bestünden, heißt es zur Begründung. Und deshalb sei es aus Sicht der Gruppe unerlässlich, die Betroffenen vor Beginn der Maßnahmen in entsprechenden Anliegerversammlungen zu informieren.

Die SPD-Fraktion aber wird auch heute diesen Antrag der Gruppe ablehnen. „Wir haben eine ganz klare Position, nämlich erst einmal den Feldversuch abzuwarten und Erfahrungswerte zu sammeln“, sagt der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Werner Sattler. Ansonsten würde man „ohne Sinn und Verstand ins Blaue hinein diskutieren“.

Ähnlich bewertet es Hans Wilhelm Güsgen, der Fraktionschef der FDP im Hamelner Stadtrat. „Wir sehen das genauso wie die Verwaltung, nämlich, dass man den Betroffenen nichts Neues erzählen könnte, wenn man sie bereits vor Beginn der rund viermonatigen Probephase informieren wollte. Erst wenn alle Daten ausgewertet sind, bringt das Sinn“, sagt der Liberale, der aber dafür ist, anschließend „das dann sofort mit den Bürgern zu diskutieren“.

Nicht nur eine Vorabinformation fordern die betroffenen Anlieger inzwischen, sondern, dass alles so bleibt, wie es ist. Mit großen Transparenten an ihren Balkonen („Wir werden Opfer einer falschen Verkehrsplanung – SPD/FDP-Fraktion verweigert frühzeitige Bürgerbeteiligung“) wollen sie dieser Forderung Nachdruck verleihen. „Wir Bürger müssten im Vorfeld angehört werden. Wenn die Planung erst steht, haben wir keine Möglichkeit mehr, einzugreifen oder Einfluss zu nehmen“, sagt Klaus Wirth, einer der Betroffenen, der an der Adresse Feuergraben 7-9 wohnt, in einem mehrstöckigen Backsteingebäude direkt an der Ecke zur Gartenstraße. Wie seine Nachbarn, so fürchtet Wirth eine zu große Belastung, sollte die bisher geltende Einbahnregelung in der Gartenstraße aufgehoben werden. Im Übrigen seien nicht nur die meisten Schlafzimmer oder Loggien zur Gartenstraße hin gelegen, sondern auch der Schallschutz beim Bau des Gebäudes daran ausgerichtet worden, dass es sich um eine Einbahnstraße handelt.

Wirth kündigt schon jetzt Protestmaßnahmen an, sollte die gewünschte Bürgerbeteiligung nicht vor der für 2014 geplanten Testphase stattfinden: „Dann wollen wir neue Fenster von der Stadt.“

Stummer Protest am Balkon: In diesem Gebäude an der Gartenstraße, regt sich besonders viel Widerstand gegen die Aufhebung der bisherigen Einbahnregelung.Wal



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