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Die kreischenden Wasservögel gibt es nicht nur am Meer

Da lachen ja die – Möwen?

Hameln. Das Kreischen vermittelt sofort ein Gefühl von Urlaub und Meer. Dabei steht man nur an der Weser. Möwen gibt es aber nicht nur an Nord- und Ostsee. Auch in Hameln fühlen sich die Tiere sehr wohl. Der Naturschutzbund erklärt wieso.

veröffentlicht am 20.12.2015 um 14:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 13:05 Uhr

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Philipp Killmann

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Philipp Killmann Reporter zur Autorenseite
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Hameln. „Du hast wohl einen Vogel!“, entgegnet einem der eine oder andere Hamelner gern und meint damit keine Möwe, wenn man genau darauf zu sprechen kommt: die Möwen in Hameln. „Möwen? Die gibt es doch nur am Meer!“ – denkste. Es gibt sie tatsächlich auch im Binnenland. Und damit auch in Hameln. Deutlich sichtbar. Und hörbar. „Im Winter geht es ihnen hier natürlich besonders gut“, sagt Hans Arend vom Naturschutzbund Hameln-Pyrmont mit Blick auf die Menschen, die die Wasservögel füttern.

Am Ufer an der Weserpromenade am Stockhof herrscht gerade ein großes Durcheinander. Ein Haufen Möwen streitet sich mit den Enten um das Trockenbrot, das eine junge Familie für die Vögel ins Wasser wirft. Während die Enten im Wasser auf das Futter warten und auch ein paar Tauben an Land auf Brosamen hoffen, die für sie abfallen mögen, kommen die Möwen aus der Luft und machen der Konkurrenz mit lautem Geschrei das Fressen streitig.

Arend beobachtet das Geschehen aus einiger Entfernung mit einem Fernglas. „Wer hier lang kommt und die Augen aufmacht, der muss eigentlich wissen, dass es in Hameln Möwen gibt“, sagt er. „Schließlich sind sie hier nicht zu übersehen.“ Vorzugsweise am ersten Wehr, rund um die Schleuse am Torbayufer und an der Promenade am Stockhof halten sich die Möwen auf. Vereinzelt sieht man sie auch den Flusslauf auf- und abfliegen, auf „natürlicher“ Futtersuche.

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  • Im Streit um das Futter haben die Enten den Lachmöwen gegenüber das Nachsehen. fn)

Aber was sind das überhaupt für Möwen hier in Hameln? Sie sind jedenfalls deutlich kleiner als die Möwen, wie man sie von der See kennt. „Am häufigsten ist hier die Lachmöwe“, sagt Arend. Die Lachmöwe hat einen roten Schnabel, rote Beine und ist im Winter an ihrem schwarzen Fleck am Kopf erkennbar. „Das ist ihr Winterkleid. Möwen sind keine Zugvögel, deshalb bleiben sie im Winter hier. Im Sommer haben sie einen schwarzen Kopf“, schildert der Naturschützer. Über den Ursprung des Namens der Lachmöwe sind die Experten offenbar uneins. Einer Erklärung zufolge ist der Name auf die Laute der Vögel zurückzuführen. Die klingen nämlich nach spöttischem Lachen. Hans Arend aber hat noch eine andere Erklärung: Demnach geht der Name auf einen Ort namens Laachen zurück. Dort hätten die Möwen mal gebrütet und seien so zu ihrem Namen gekommen – wenn auch nur mit einem „a“.

Nach der Lachmöwe kommt in Hameln laut Arend die Sturmmöwe am häufigsten vor. Sie ist mit einer Körperlänge von etwa 45 Zentimetern und einer Flügelspannbreite von bis 1,30 Meter etwas größer als die Lachmöwe, aber immer noch deutlich kleiner als die Silbermöwe. „Schnabel und Beine sind grünlich“, sagt Arend. Zum Brüten verlassen die Möwen im Frühjahr Hameln. „Hier gibt es keine Kolonien“, sagt Arend. In den Kolonien, die laut Arnd meist etwa 200 Tiere umfassen, brüten die Möwen. Um vor Raubtieren, wie dem Fuchs, sicher zu sein, brüten sie gerne – wenn vorhanden – auf Inseln, sagt Arend.

In den Kolonien werden die Jungtiere auch aufgezüchtet. Bereits nach 20 bis 30 Tagen sind sie flügge. Ob die Möwen dann wieder zurück nach Hameln kommen? „Das glaube ich nicht“, sagt Arend. Vielmehr ließen sie sich anschließend da nieder, wo sie ausreichend Nahrung vorfänden. Bis zu 20 Jahre werden die Tiere alt, sagt Arnd. „Je größer der Vogel, desto älter ist er“, merkt er an.

Doch selbst die größte Lach- oder Sturmmöwe wird nicht so groß wie die Silbermöwe. Der Körper der Silbermöwe erreicht eine Länge von bis zu 67 Zentimetern, die Flügelspannbreite überschreitet teilweise die 1,5-Meter-Grenze. In Hameln kommt sie nur sehr selten vor. Aber an diesem Tag haben wir Glück. „Sehen Sie, die große Möwe da ist eine Silbermöwe!“, ruft Arend und zeigt in die Richtung des Vogels. Als sich die Silbermöwe den Lach- und Sturmmöwen nähert, die sich noch über das Brot hermachen, suchen sie kreischend das Weite. Silbermöwen legen oft weite Wanderstrecken zurück. So kommt es, dass sie auch im Binnenland zu sehen sind.



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