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Tag der offenen Tür bei der Freimaurerloge „Zur Königlichen Eiche“

„Da ist nichts Verschwörerisches dran“

Hameln. „Es war die reine Neugierde, die mich hierher geführt hat.“ Ulla Hasselwander aus Coppenbrügge ist ganz offen, als sie ihre Beweggründe erklärt, den Tag der offenen Tür bei der Freimaurerloge „Zur Königlichen Eiche“ in Hameln für einen Besuch bei der für sie geheimnisvollen Organisation zu nutzen. Mit ihr gekommen ist auch Kathrin Niebur aus dem Ostkreis-Flecken. „Ich will mich hier ganz einfach informieren, denn die Geheimnisse der Freimaurer werfen draußen doch viele Fragen auf“, erklärt sie. „Ich will wissen, warum in dieser Gemeinschaft so eine große Geschlossenheit gepflegt wird.“

veröffentlicht am 03.03.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 22:41 Uhr

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Autor:

Wolfhard F. Truchseß
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„Den Tag der offenen Tür gibt es bei uns schon seit rund zehn Jahren“, berichtet Andreas Stache, der im Tempel der Loge auch einen Vortrag über die Symbole der Freimaurer hält und erläutert, was es mit der Bibel und dem Koran auf dem Tisch des Meisters vom Stuhl auf sich hat, was Hammer, rechter Winkel, Zirkel und Senkblei bedeuten. Drei Säulen stehen im Tempel. „Sie sind Symbole für Stärke, Weisheit und Schönheit.“

Freimaurer sind keine religiöse Gemeinschaft. Sie verstehen sich als Freigeister, denen Menschlichkeit, Brüderlichkeit, Freiheit, Toleranz, soziale Gerechtigkeit und Wohltätigkeit Hauptanliegen sind. Bibel und Koran gelten ihnen als Quellen einer „allmächtigen Gesetzmäßigkeit“ und einer ethischen Werteskala, die jedem Freimaurer innewohnen sollte, wie Stache erklärt. Es seien Werte, die in der Gesellschaft eigentlich selbstverständlich sein sollten.

Etwas mehr als 20 Besucher haben an diesem Freitagabend den Weg in das Logenhaus gefunden, lassen sich den Tempel zeigen, den blauen Raum, in dem sich die Logenbrüder zum freisinnigen Gespräch versammeln, lassen sich erklären, warum zwischen den Bildern der zahlreichen verschiedenen Meister vom Stuhl, den Vorsitzenden der Loge, auch ein Bild des hannoverschen Königs Georg V. hängt. Er hat die im 19. Jahrhundert zum Erliegen gekommene Freimaureraktivität in Hameln 1863 als Großmeister vom Stuhl wieder zum Leben erweckt. Tatsächlich gibt es die Freimaurer als ältesten eingetragenen Verein der Stadt schon 236 Jahre in Hameln.

Über ihre geheimen Riten wollen die Freimaurer auch an diesem Tag der offenen Tür nicht sprechen. „Das können sie alles in jeder Bibliothek oder im Internet nachlesen“, betonen Roland Marz und Stache unisono. „Da ist nichts Verschwörerisches dran. Aber wir bewahren Diskretion ebenso wie über die Inhalte unserer Gespräche und der Tempelarbeit“, erklären die beiden Logenbrüder. „Zwischen uns herrscht absolute Vertraulichkeit.“ Auch wer die alten Zeichen und Worte der Freimaurer kenne, habe nichts davon, erläutert Marz, „das eigentliche Geheimnis ist das Erleben der Aufnahme als Lehrling im Tempel“. Freimaurerei – das sei „eine Lebenseinstellung, die erarbeitet sein will“. Erst durch das Erleben der Freimaurerei bekämen die Rituale ihren Sinn, die Symbole ihr Gewicht durch geistige Vertiefung.

Gut zwei Jahre hat sich Egon Thöle aus Aerzen auf die Aufnahme in die Loge „Zur königlichen Eiche“ vorbereitet. „Den ersten Anstoß hat mir mein Sohn gegeben, mich mit den Freimaurern zu beschäftigen“, erzählt er. „In Bamberg war er der dortigen Loge beigetreten. Die Werte der Freimaurer, die er mir vermittelt hat, haben mir klar gemacht, dass das auch meine Werte sind. Das hat dann dazu geführt, dass ich zunächst als Gast an Logenveranstaltungen teilgenommen und schließlich um Aufnahme gebeten habe.“

Drei Jahre ist Thöle jetzt Mitglied der Bruderschaft in Hameln und hat den Status eines Meisters erreicht. „Die Einteilung in Lehrlinge, Gesellen und Meister hat aber nichts mit einer hierarchischen Ordnung zu tun“, betont er. „Wir sprechen auf Augenhöhe miteinander, was für uns auch die Wasserwaage bedeutet.“ In der Regel dauere die Lehrlings- und Gesellenzeit jeweils ein Jahr, dann werde der Rang eines Meisters erreicht. Doch sei dies eher nur als ein Zeichen der Dauer der Zugehörigkeit zur Loge zu verstehen.

Der Freimaurerbruder Andreas Stache erläutert im Tempel der Loge „Zur Königlichen Eiche“ Besuchern am Tag der offenen Tür die Symbole der Freimaurerei und die Werte der Bruderschaft. wft



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