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Verwaltung reagiert zu spät auf Angebot für Flüchtlinge

„Da hätten acht Personen wohnen können“

Hameln. Nach dem Dewezet-Bericht über ein in der Verwaltung verschwundenes Wohnungsangebot für Flüchtling meldete eine weitere Leserin einen ähnlichen Fall: Auch ihre Offerte wurde von der Stadt nicht beantwortet. Ines Buddensiek hatte am 23. September der Verwaltung ihr Haus an der Straße Großes Osterfeld in Aussicht gestellt. „Da hätten bestimmt acht Personen wohnen können. Einen großen Garten und zwei Bäder hat es auch. Und gegenüber wohnt eine jesidische Familie. Da hätte es womöglich schnell Kontakt gegeben“, berichtet sie. „Als ich im Rathaus anrief, wurde ich alles Mögliche gefragt. Aber anschließend hat sich niemand mehr bei mir gemeldet.“

veröffentlicht am 16.12.2015 um 13:02 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 01:21 Uhr

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Autor:

Andreas Timphaus
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Buddensiek wartete sechs Wochen, suchte noch einmal den Kontakt mit der Stadt und annoncierte schließlich das Haus als Ferienwohnung im Internet. „Ich wollte nicht, dass mir die Mieteinnahmen flöten gehen“, erklärt die Afferderin. Zwei Wochen später habe sich die Stadt gemeldet, doch da sei das Haus schon vermietet gewesen.

Auf Nachfrage bei der Stadt heißt es, das Angebot von Buddensiek habe zur damaligen Zeit nicht in das Belegungsprofil gepasst. „Wir hätten dort nur noch eine größere Flüchtlingsfamilie unterbringen können, haben damals aber mehr für kleinere Familien und Alleinstehende Wohnungen gebraucht und konnten deshalb keine Verwendung dafür finden“, sagt ein Rathaussprecher. Außerdem sei zu berücksichtigen, dass ein großes Haus auch immer höhere Nebenkosten verursache, es sich deshalb nicht gelohnt hätte. Inzwischen habe sich die Situation verändert: „Wir suchen durchaus nach Immobilien für größere Familien und sind auch an solchen Angeboten sehr interessiert“, sagt der Sprecher.

Insgesamt seien der Stadt nach ihren entsprechenden Aufrufen etwa 60 Wohnungen angeboten worden, „zuvor auch schon auf Verdacht knapp zehn Wohnungen“, heißt es aus dem Rathaus. Weitere acht Investoren hätten sich bei gemeldet, die gerne in Immobilien investieren und die Wohnungen dann an die Stadt weitervermieten würden. Die 70 bereits angebotenen Wohnungen seien nun „so gut wie alle belegt“.

Info: Sprachbarriere bleibt hohe Hürde

Seit Mitte Oktober befinden sich 75 Flüchtlinge in insgesamt drei Integrations- und Sprachkursen, die in Kooperation mit der VHS durchgeführt werden, meldet die Stadtverwaltung. Hinzu kämen weitere Flüchtlinge, die Schulungen der Akademie Überlingen besuchen, heißt es. Doch wie klappt die Kommunikation ohne Deutschkenntnisse? „Wir kommunizieren mit den Flüchtlingen vor Ort über Sprachmittler beziehungsweise behördlich über Post“, heißt es aus der Verwaltung. Die Briefe seien dann in deutscher Sprache geschrieben. Also kämen die Empfänger dann häufig persönlich ins Rathaus, um sich dort wiederum auf Englisch den Inhalt des behördlichen Schreibens erklären zu lassen. Wären Mails oder WhatsApp eine Option? „Vielleicht müsste man wirklich einmal über andere Kommunikationswege nachdenken“, räumt Stadtsprecher Thomas Wahmes via Facebook ein. Doch derzeit gehe es vor allem darum, „den Dienstalltag irgendwie hinzubekommen – so groß ist der Druck und so viel kommt auf die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu“.



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