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Beim Sommerabenteuer der Dewezet auf den Spuren des Ersten Weltkriegs in Hameln

„Da fährt man sonst einfach vorbei“

Hameln. Es wurde ein Blick zurück in die Zeit genau vor hundert Jahren, den Dr. Gesa Snell beim Sommerabenteuer der Dewezet den Teilnehmern aus Hameln, Aerzen und Bad Pyrmont mit ihrer Führung an Orte bot, die in einem direkten Zusammenhang mit dem Ersten Weltkrieg standen. Vom Verlagsgebäude der Zeitung, die damals die wichtigste Informationsquelle für die Menschen war, ging es in den Bürgergarten, der damals noch den Namen „Alter Exerzierplatz“ trug. Dort wurde das 164. Hann. Infanterieregiment mit einem feierlichen Feldgottesdienst in die Schlacht geschickt – seine Verluste bei den Kämpfen waren überdurchschnittlich hoch, wie die ehemalige Museumsleiterin berichtete. Zum Kriegerdenkmal am 164er Ring sind es von dort nur wenige Meter. Der Platz, auf dem es steht, trägt selbst keinen Namen. Die Stelen aber, die es umringen, tragen Namen wie Namur, Verdun, Somme, Marne oder Flandern – Orte und Regionen, an denen die Soldaten in die verheerenden Kämpfe geschickt wurden. Nur wenige fanden ihre letzte Ruhestätte in Hameln auf dem Garnisonsfriedhof, wo ein Denkmal auch an den deutsch-französischen Krieg von 1870/71 erinnert. Dort berichtete Gesa Snell auch von den Entbehrungen und Beschlagnahmungen, welche die Menschen damals erleiden mussten. Selbst ihre Hunde wurden damals an die Front geschickt – als Gasschnüffler oder mit Sprengstoff bepackt. Und mancher Soldat, der aus der Landwirtschaft kam, soll im Feld den eigenen Pferden begegnet sein, die schweres Gerät zu ziehen hatten.

veröffentlicht am 05.09.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 14:41 Uhr

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Autor:

Wolfhard F. Truchseß
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Die vor dem Krieg neu erbaute Mittelschule an der Lohstraße, heute die Wilhelm-Raabe-Schule, wurde im Kriegsverlauf zum größten Lazarett umfunktioniert, ebenso Räume in Thiemanns Hotel gegenüber der Aral-Tankstelle an der Deisterallee – dort gab es sogar einen Operationssaal – und im Gebäude des Clubs der Harmonie, das heute Haupthaus der Sparkasse Weserbergland ist. Für die Ausstattung der Lazaretträume gab es nicht etwa Krankenbetten – das Mobiliar wurde aus den Bürgerhaushalten der Hamelner geholt.

Alexander Schneider war mit seiner Mutter Gisela zum Sommerabenteuer gekommen und zeigte sich überrascht, wie wenig er doch vor der Führung über die besuchten Orte wusste. „Da fährt man sonst einfach vorbei, kennt zwar die Namen, aber nicht ihre Geschichte.“

Ein letzter Abstecher führte die Gruppe in die Marktkirche. Dort erinnert ein Gedenkbuch an die Kriegsopfer der Kirchengemeinde aus dem Zweiten Weltkrieg.

Ingrid Schlender aus Aerzen und Walther Hake aus Afferde betrachten das Gedenkbuch in der Marktkirche. wft

Dr. Gesa Snell erinnert auf dem Garnisonsfriedhof an der Deisterstraße an die Opfer aus dem 164. Hann. Infanterieregiment, die hier bestattet sind. wft



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