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„Cultour an Gleis 5“ präsentiert mit midsomer erstmals Jazz

HAMELN. „Cultour an Gleis 5“ im Hamelner Hauptbahnhof, das war bislang hauptsächlich die gelungene Mischung von Kammermusik und Kunst. Am Sonntagabend aber startete der musikalische Zug erstmals seine Reise in die Welt des Jazz.

veröffentlicht am 19.06.2017 um 19:39 Uhr

Die Hamelner Formation midsomer mit (v. li.): Marlene Börder-Carmine (Gesang), Tobias Carmine (Kontrabass/E-Bass), Rüdiger Meyer (Klavier) und Boris Faehndrich (Percussion). Foto: eaw
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Autor

Ernst August Wolf Reporter
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Mit großer Publikumsresonanz, denn beim Auftritt der Hamelner Band midsomer war der knapp 100 Plätze fassende, von der Hamelner Pianistin Cecily Reimann eingerichtete kleine Konzertsaal direkt am Bahnsteig restlos ausverkauft.

Seit Jahren haben sich die vier Hamelner Musiker skandinavischer Pop- und Jazzmusik verschrieben und reichern ihr Programm durch Jazz-Interpretationen bekannter Künstler sowie spannende Eigenkompositionen an.

„Im Bahnhof wollen wir eine ausbalancierte Mischung von Vocal-Jazz und Instrumentalmusik anbieten“, so Boris Faehndrich, der Schlagzeuger von midsomer. Der ist wie die Sängerin Marlene Börder-Carmine hauptberuflich Rechtsanwalt und hat sich mit den studierten Musikern und Musikpädagogen Tobias Carmine (Kontra- und E-Bass) und dem Pianisten Rüdiger Meyer zusammengefunden.

Im gut gedämpften Klangraum konnten die Zuhörer unbeeinträchtigt durch die große Hitze draußen einen angenehmen, nur leicht verstärkten Gesang und einen rundum als sehr transparent empfundenen Sound genießen. Den Anfang machten nach dem Jazz-Standard „Another Day“ mit „Don't dream it's over“ von Crowded House, „Hey“ von Andreas Bourani und Herbert Grönemeyers „Flugzeuge im Bauch“ einige reizvoll verjazzte Pop-Songs. Denen folgte ein großer Block, der dem großen deutschen Songwriter und Drummer Wolfgang Haffner gewidmet war. „Hier haben wir unter anderem ein dem Klang des Vibrafones ähnliches Instrument eingesetzt“, erklärte Faehndrich, „die Tubes und eine sogenannte Log Drum, eine Schlitztrommel“. Durch die eröffneten sich etwa bei Haffners „Night Song“ neue, interessante Klangfacetten. Trotz vertrackter Rhythmik und reichlich Tempo meisterte auch das Publikum die Mitklatschnummer, das schnelle Jazzstück „Star“, recht gekonnt, und durfte sich als Kontrast gleich drauf dem elegischen „Faithless“ ganz und gar hingeben.

Überaus beeindruckend auch die vokalen Jazzinterpretationen von Marlene Börder-Carmine, deren ausdrucksstarke und klare Stimme vor allem in den deutsch- wie englischsprachigen Titeln des dritten, dem für midsomer typischen „nordic jazz“ gewidmeten Teil, faszinierte.

Auch bei der heftig erklatschten Zugabe bewies midsomer Originalität und überraschte die Mitreisenden in die Welt des Jazz nach einer gut zweistündigen Fahrt mit höchst reizvollen Jazz-Varianten über das Kinderlied „Weißt Du wie viel Sternlein stehen“ und einem richtig jazzigen „Green little butterfly“ mit Kontrabass, Klavier, Gesang und Besen an den Drums.



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