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Sicherheitskonzept des Heims geht auf

Couragierter Altenpfleger rettet Leben

Hameln. Dass das Feuer im Alten- und Pflegeheim der Julius-Tönebön-Stiftung am Mittwochabend relativ glimpflich ausgegangen ist (wir berichteten), sei dem vorbeugenden Brandschutz zu verdanken, meint Brandoberamtsrat Andreas Zerbe. „Die Maßnahmen sind in diesem Seniorenheim vorbildlich umgesetzt worden. Deshalb ist das Konzept aufgegangen“, sagt der Leiter der Hamelner Wachbereitschaft, der den Brand- und Rettungseinsatz geleitet hat. Im Zimmer einer 97-jährigen Bewohnerin war gegen 20 Uhr Rauch aufgestiegen. Die Frau betätigte sofort den Patienten-Notruf und brachte sich in Sicherheit. Die automatische Brandfrüherkennungsanlage schlug Alarm, sodass die Feuerwehr innerhalb kürzester Zeit informiert wurde. Zeitgleich gingen in dem betroffenen Bereich die automatischen Brandschutztüren zu. Dadurch konnte sich der giftige Rauch lediglich in einem relativ kleinen Brandschutzabschnitt ausbreiten und nicht durch das gesamte Gebäude wabern. Pflegekräfte eilten den Bewohnern des stationären Pflegebereiches zur Hilfe. „Unsere Mitarbeiter üben regelmäßig für den Ernstfall, sind mit der Brandschutzordnung und dem Evakuierungskonzept vertraut und wissen, wie man Feuerlöscher bedient“, sagt Heimleiterin Angelika Rudolf.

veröffentlicht am 05.12.2013 um 20:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 13:21 Uhr

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Autor:

Ulrich Behmann
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Der Altenpfleger Thomas Wrosch sei sofort ins Zimmer der alten Dame gelaufen, habe den Ernst der Lage erkannt und einen zu diesem Zeitpunkt brennenden Fernseher gelöscht. „Der Kollege hat durch sein schnelles und mutiges Eingreifen Schlimmeres verhindert und vermutlich Leben gerettet“, sagt Angelika Rudolf.

Die Leitstelle in Hameln hatte alle verfügbaren Rettungseinheiten zum Heim geschickt und zudem das System „Leitender Notarzt“ aktiviert. Im Sana-Klinikum wollte man auf einen sogenannten „Massenanfall von Verletzten“ vorbereitet sein. Deshalb sei erstmals der Notfall-Alarm des Krankenhauses ausgelöst worden, berichtet Fachberater Stefan Bode vom Klinikum. Folge: Ärzte, die bereits Feierabend hatten, wurden als Verstärkungskräfte in die Notaufnahme gerufen.

Acht Menschen, zwei Heimbewohnerinnen und sechs Pflegekräfte wurden von Notarzt-Teams untersucht und ins Krankenhaus eingeliefert. Offenbar ist niemand schwer verletzt worden. Einige Opfer hätten über Kopfschmerzen und Übelkeit geklagt, berichtet die Heimleitung. „Vier Mitarbeiter sollen heute entlassen werden“, sagte Angelika Rudolf am Vormittag. Die beiden Seniorinnen fühlten sich fit. Der mutige Altenpfleger Wrosch liege aber vorsorglich noch auf der Intensivstation.

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  • Ruß hat sich an der Innenseite der Zimmertür und an der Decke des Flurs abgesetzt. Die Rauchgase waren giftig. Sie konnten sich nicht im gesamten Gebäude ausbreiten, weil die automatischen Brandschutztüren den betroffenen Bereich absperrten. tis (2)

Brandoberamtsrat Zerbe sagte, er habe das Heim erst vor wenigen Wochen gemeinsam mit der Brandschutzprüferin des Landkreises, Marlies Hacker-Behr, und Dieter Wichmann von der Bauaufsicht der Stadt Hameln inspiziert. Bis auf ein, zwei minimale Mängel sei dort alles optimal gewesen. „Es hat sich wieder einmal gezeigt, dass vorbeugender Brandschutz eine Art Lebensversicherung ist“, meinte der erfahrene Feuerwehrmann.



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