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Erleichterungen bei Kurzarbeitergeld

Corona: Wer Kurzarbeitergeld bekommt und was das konkret heißt

Das Coronavirus macht zahlreichen Branchen in Deutschland zu schaffen. Manche Betriebe bereiten sich bereits auf den Stillstand vor oder reagieren mit Kurzarbeit auf die Krise. Doch wem hilft Kurzarbeitergeld? Was sind die Voraussetzungen? Wie wird es gezahlt – und wie viel?

veröffentlicht am 18.03.2020 um 13:21 Uhr
aktualisiert am 18.03.2020 um 13:59 Uhr

Damit vom Corona-Virus betroffene Betriebe ihre Mitarbeiter halten können, hat die Bundesregierung in einem Eilverfahren das „Gesetz zur befristeten krisenbedingten Verbesserung der Regelungen für das Kurzarbeitergeld“ auf den Weg gebracht. Damit sollen mehr Unternehmen leichter an Kurzarbeitergeld kommen, um die Folgen der Krise abfedern und Entlassungen vermeiden zu können. Ob eine Firma Kurzarbeitergeld bekommt, ist immer eine Einzelfall-Entscheidung.

 

Welche Voraussetzungen müssen für Kurzarbeit erfüllt werden?

Kurzarbeit können Unternehmen beantragen, die aufgrund unverschuldeter wirtschaftlicher Ursachen bei benötigten Produktionsteilen oder anderer nicht beeinflussbarer (unabwendbarer) Ereignisse wie Hochwasser oder das Coronavirus:

  • kurzfristig in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten,
  • ihre Beschäftigten dadurch nicht mehr voll auslasten können,
  • Mindestens einen Arbeitnehmer beschäftigen,
  • Den betroffenen Mitarbeiter nicht vor Beginn der Kurzarbeit gekündigt haben,
  • Den Arbeitsausfall im Laufe des Monats angezeigt haben, in dem die Kurzarbeit beginnt
  • und bei denen mindestens 10 Prozent der im Betrieb Beschäftigten mindestens zehn Prozent ihres Lohns einbüßen.

 

Wie sehen die neuen Vorschriften zur Corona-Kurzarbeit aus?

Mit den neuen Vorschriften können noch mehr Betriebe Kurzarbeit nutzen. Folgende Erleichterungen sind vorgesehen:

  • Bisher musste ein Drittel der Beschäftigten im Unternehmen von Gehaltseinbußen aufgrund von Arbeitsausfällen betroffen sein, um Kurzarbeit beantragen zu können. Wegen der Corona-Krise ist dies nun bereits möglich, wenn es sich um zehn Prozent der Mitarbeiter/innen handelt.
  • Bevor Kurzarbeitergeld gezahlt wurde, musste der Arbeitsausfall in der Vergangenheit zunächst einmal durch Minusstunden ausgeglichen werden, um Kurzarbeit zu vermeiden. Dies ist jetzt nur noch teilweise oder gar nicht mehr der Fall.
  • Auch Leiharbeitnehmer/innen können ab sofort Kurzarbeitergeld beanspruchen.
  • Sozialversicherungsbeiträge, die Arbeitgeber für Arbeitnehmer zahlen mussten, die Kurzarbeitergeld erhalten, übernimmt die Bundesagentur für Arbeit nun vollständig oder zumindest teilweise.

Wie hoch ist Kurzarbeitergeld?

Das Kurzarbeitergeld beträgt 60 Prozent des ausgefallenen Nettolohns. Wenn Arbeitnehmer mindestens 0,5 Kinder auf der Lohnsteuersteuer eingetragen haben, beträgt der Satz 67 Prozent.

Was ist mit Urlaub und Überstunden?

Angesammelte Überstunden sowie Resturlaubstage müssen erst aufgebraucht werden, damit die Arbeitsagentur dem Antrag auf Kurzarbeit zustimmt.

Wie lange wird Kurzarbeitergeld gezahlt?

Die mögliche Bezugsdauer beträgt zwölf Monate, aber das ist vom Einzelfall abhängig. Unter Umständen ist eine Verlängerung auf bis zu 24 Monate möglich.

Was ist wenn Kurzarbeiter erkranken oder der Betrieb wegen Corona geschlossen wird?

Sollten Arbeitnehmer während des Bezugs von Kurzarbeitergeld erkranken, können sie diese Leistung in der Regel in der gleichen Höhe so lange weiterhin beziehen, wie auch der Anspruch auf Entgeltfortzahlung bestehen würde, sprich: bis zu sechs Wochen. Im Anschluss daran springt normalerweise die Krankenkasse ein und zahlt Krankengeld. Auch wenn der Betrieb Corona-bedingt aufgrund staatlicher Schutzmaßnahmen geschlossen werden muss, erhalten Angestellte das Kurzarbeitergeld.

Was gilt für Selbstständige?

Weil Selbstständige nicht in der Arbeitslosenversicherung pflichtversichert sind, haben sie auch keinen Anspruch auf Kurzarbeitergeld.

red

 



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