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Kategorie und Maßnahmen

Corona: Ab wann bin ich Kontaktperson und was bedeutet das?

Bin ich Kontaktperson? Muss ich mich jetzt testen lassen? Als Kontaktpersonen gelten solche Menschen, die mit einem Corona-Infizierten zusammen gewesen sind. Das Robert-Koch-Institut (PKI), das zuständig ist für Infektionskrankheiten, unterscheidet zwei verschiedene Kategorien. Eine dritte ist für Pflegepersonal vorgesehen. Je nach dem gelten unterschiedliche Sicherheitsmaßnahmen.

veröffentlicht am 17.03.2020 um 13:26 Uhr

Im Focus stehen diejenigen, die Kontakt zu einem Infizierten hatten und deshalb ein hohes Risiko tragen, auch zu erkranken. Sie gehören zur:

Kategorie I („höheres Infektionsrisiko“)

Dazu zählen Menschen, die innerhalb der zurückliegenden zwei Tage seit der Diagnose mindestens 15 Minuten mit dem Erkrankten mit einem Abstand von weniger als zwei Metern gesprochen haben.

Auch wer von einem Erkrankten angehustet oder angeniest wurde zählt zu dieser Kategorie sowie alle jene, die Kontakt im Rahmen einer medizinischen Untersuchung oder Pflege hatten. Wer mit einem Erkrankten in einem Haushalt lebt, gehört automatisch in diese Kategorie. Ebenso Personen, die im Flugzeug in der selben Reihe mit einem Erkrankten gesessen haben.

Vorgehen:

Personen, die positiv auf das Virus getestet wurden und zu dieser Gruppe gehören, sind angehalten mögliche Kontaktpersonen mit Namen und Telefonnummer in einer Liste zu erfassen und sie ans Gesundheitsamt weiterzuleiten. Die Kontaktpersonen dieser Kategorie sollen sich in häusliche Quarantäne begeben. So lange sie keine Krankheitssymptome zeigen, brauchen sie sich nicht zur Infektiösen Notfallambulanz zu begeben.

Wegen der erhöhten Fallzahlen und der knappen Tests werden nur noch Kontaktpersonen getestet, die Krankheitssymptome aufweisen. Kontaktpersonen der Kategorie I bekommen von ihrem Hausarzt vorsorglich eine Krankschreibung auch ohne Untersuchung. Die Krankschreibung bekommen die Betroffenen per Post zugeschickt. Treten nach einiger Zeit doch noch Symptome auf, ist sofort das Gesundheitsamt zu kontaktieren.

Zeigen die Betroffenen innerhalb von 14 Tagen keine Symptome, können sie nach dieser Zeit wieder am öffentlichen Leben teilnehmen und die häusliche Quarantäne ist beendet.

Kategorie II („geringes Infektionsrisiko“)

Die Kategorie erfasst Menschen mit einem geringeren Infektionsrisiko. Dazu gehören Personen, die sich über längere Zeit im selben Raum aufhielten – etwa ein Klassenzimmer oder ein Büro –, dem Infizierten aber nie näher als zwei Meter gekommen sind.

Das RKI liegt dafür einen Zeitraum von 48 Stunden vor Eintreten der ersten Krankheitssymptome des Infizierten zu Grunde. Diese Personen sollen nur registriert werden, wenn das Gesundheitsamt es als sinnvoll ansieht. Eine häusliche Quarantäne kann in solchen Fällen empfohlen werden.

Vorgehen

Für Personen die unter Kategorie II fallen gelten die allgemeinen Hygiene-Vorschriften: häufiges Händewaschen und besonders stark auf Hygiene und die Einhaltung der Hustenetikette achten. Treten Krankheitssymptome wie Husten oder Fieber auf, sollen sich die Betroffenen ans Gesundheitsamt wenden.

Warum werden nicht alle Kontaktpersonen getestet?

Nicht alle Menschen, die Kontakt zu einem Infizierten hatten, werden auf das Corona-Virus getestet. Stattdessen wird der Test nur bei engen Kontakten standardmäßig durchgeführt.

Alle anderen Kontaktpersonen werden nur dann einem Test unterzogen, wenn sie auch Symptome der Krankheit zeigen. Das RKI begründet dieses Vorgehen: „Dieses Vorgehen hilft dabei, dass die Labore die Proben von akuten Verdachtsfällen zeitnah testen können und nicht überlastet werden.“

Was ist mit Personen, die in unverzichtbaren Bereichen arbeiten?

Was ist mit Personen die bei der Feuerwehr, Pflege, bei Ämtern oder der Polizei arbeiten? Als unverzichtbar, oder Schlüsselperson, gelten Angehörige von Berufsgruppen, deren Tätigkeit der Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung sowie der medizinischen und pflegerischen Versorgung der Bevölkerung und der Aufrechterhaltung zentraler Funktionen des öffentlichen Lebens dienen. Hierzu zählen alle Einrichtungen der Gesundheitsversorgung und der Pflege sowie der Behindertenhilfe, Kinder- und Jugendhilfe, der öffentlichen Sicherheit und Ordnung einschließlich der nichtpolizeilichen Gefahrenabwehr (Feuerwehr, Rettungsdienst und Katastrophenschutz), der Sicherstellung der öffentlichen Infrastrukturen, der Lebensmittelversorgung und der Handlungsfähigkeit zentraler Stellen von Staat, Justiz und Verwaltung.

Vorgehen

Sollten bei diesen Schlüsselpersonen erste Symptome auftreten, werden sie umgehend in Quarantäne geschickt. Zeigen sie keine Symptome, können sie ihren Dienst aufnehmen, müssen die Hygienevorschriften aber genauestens einhalten.

Was passiert mit der Kontaktpersonen-Liste?

Das Gesundheitsamt nimmt mit diesen Personen Kontakt auf und entscheidet, welche Maßnahmen für den jeweiligen Fall angemessen sind. Kontaktpersonen ersten Grades werden unter häusliche Quarantäne gestellt, weitere Kontaktpersonen sind aufgefordert, sich zu melden, wenn sie Symptome bemerken.

Allgemeine Informations-Rufnummern

Sie haben Fragen rund um das Virus? Nicht den Notruf 110 oder 112 wählen. Viele Antworten bietet das Robert-Koch-Institut unter www.rki.de und die örtlichen Gesundheitsämter. Der Landkreis Hameln-Pyrmont hat zudem ein Bürgertelefon eingerichtet: 05151/903 5999

Sie haben Symptome, wie zum Beispiel Fieber und Atemwegserkrankungen? Wichtig ist jetzt: Zu Hause bleiben. Zum Telefon greifen und beim Hausarzt oder Kassenärztlichen Notdienst anrufen 116 117. Alle weiteren Informationen bekommen Sie dort.

Sie sind sich unsicher oder brauchen eine polizeiliche Beratung? Nutzen Sie die Amtsleitungen Ihrer örtlichen Polizeidienststelle.



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