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In Nacht- und Nebelaktion aufgestellt

Container als Job-Killer in der Dritten Welt?

Hameln. Ihr Kleiderschrank quillt über, und Sie wissen nicht, wohin mit den ganzen Sachen, die noch längst nicht aufgetragen sind? Kein Problem – es gibt ja in Hamelner diverse Container für Altkleider, beispielsweise die vom DRK. Das unterhält bekanntlich einen eigenen Shop, in dem Bedürftige gut erhaltene Altkleider für kleines Geld erwerben können. Und diesen Weg hält auch Gabriele Mitschke für sinnvoll. Die Pastorin der Martin-Luther-Gemeinde nämlich hält das DRK für „eine seriöse Hilfsorganisation“.

veröffentlicht am 22.11.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 15:41 Uhr

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Autor:

Christa Koch
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Ganz anders dagegen die Container, die Unbekannte am vergangenen Wochenende illegal vor der Krippe der Kirchengemeinde in der Brucknerstraße aufgestellt haben. Die Pastorin: „Dieser Altkleidercontainer wurde in einer Nacht-und-Nebel-Aktion und ohne Wissen und Zustimmung der Kirchengemeinde aufgestellt.“ Der Container sei nicht beschriftet gewesen, sodass nicht ersichtlich sei, wer ihn eigentlich aufgestellt habe.

Gabriele Mitschke rief beim städtischen Ordnungsamt an. Dort erfuhr sie, dass solche Container im ganzen Stadtgebiet aufgestellt worden seien, unter anderem in der Nord- und der Südstadt, in Afferde und Wangelist. „Ein dreistes Vorgehen“, heißt es dazu aus dem Rathaus. Die Stadt lässt diese jetzt von einer Entsorgungsfirma wieder entfernen. „Das ist bei uns leider nicht so ohne Weiteres möglich, da der Container auf einem Privatgrundstück steht“, sagte sie. Die Martin-Luther-Kirchengemeinde müsste also selbst für die Entfernung sorgen, was aber unter Umständen rechtliche Probleme nach sich ziehen könne, befürchtet sie.

Von Mitarbeitern der Krippe weiß sie, dass Bürger schon regen Gebrauch von dem Kleidercontainer gemacht haben. „Heute wurde er geleert. Er war randvoll.“ Unter der Handynummer, die auf dem Container steht, hat Mitschke bisher niemanden erreicht – es läuft lediglich eine Mailbox. Auch die Redaktion hatte keinen Erfolg; die mehrfach geäußerte Bitte um Rückruf blieb unbeantwortet. Die Pastorin wundert das nicht: „Solche Firmen wollen in der Regel anonym bleiben.“

Aber warum will die Kirchengemeinde den Container überhaupt wieder weghaben? „Nach meinen Recherchen im Internet stecken hinter solchen Containern Firmen, die die eingeworfene Kleidung in Dritte-Welt-Ländern verkaufen. Dadurch werden die heimischen Kleidermärkte kaputtgemacht, Arbeitslosigkeit und Armut sind die Folgen“, sagt die Geistliche. Sie empfiehlt deswegen, Altkleider grundsätzlich nur in solche Container zu werfen, hinter denen eine seriöse Hilfsorganisation steht.

Was das Teil in der Brucknerstraße angeht, so wollte gestern Abend der Kirchenvorstand das weitere Vorgehen beraten. „Eine Möglichkeit, den Container zwischenzulagern, wie es uns das Ordnungsamt empfohlen hat, haben wir nicht. Deswegen werden wir vermutlich eine Firma damit beauftragen, ihn zu entsorgen, wenn auch auf unsere Kosten“, so Mitschke. Dass der unbekannte Eigentümer deswegen den Rechtsweg beschreitet, hält sie für wenig wahrscheinlich.

Gabriele Mitschke hat jedenfalls gestern selbst einen Zettel am Container angebracht, mit dem die Pastorin darauf hinweist, dass der Container illegal und ohne Wissen der Kirchengemeinde aufgestellt worden ist. Die Bürger in der Nordstadt bittet sie, nichts dort hineinzuwerfen. Und falls jemand Hinweise auf den Aufsteller hat, so die Seelsorgerin, solle er sich bei ihr melden. Bislang allerdings – Fehlanzeige. Und die am Container angebrachte Handynummer ist auch nicht mehr da …

Dieser Container in der Brucknerstraße wurde von Unbekannten aufgestellt – „dreist“, findet die Stadt. Auch die zuständige Kirchengemeinde ist empört.Dana



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