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Leiterin an Politik vorbei installiert? / In Rinteln als Erste Stadträtin gehandelt

Chefwechsel bei der VHS – FDP fühlt sich überrumpelt

Hameln-Pyrmont. Der überraschende Wechsel an der Spitze der Volkshochschule Hameln-Pyrmont (VHS) stößt bei der Gruppe von FDP und Unabhängigen im Kreistag auf heftigen Protest. FDP-Fraktionschef Heinrich Fockenbrock moniert, die politischen Gremien seien durch Kreisrätin Petra Broistedt zu spät darüber informiert worden, dass Volkshochschuldirektor Bodo Müller-Thielicke kurzfristig durch die Chefin des Rechtsamtes im Kreishaus, Nina Weißer, ersetzt wird.

veröffentlicht am 13.03.2015 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 13:04 Uhr

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Marc Fisser

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Marc Fisser Reporter / Newsdesk zur Autorenseite
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Weißer war bis vor gut einem Jahr Vizevorsitzende der Grünen-Fraktion im Rintelner Stadtrat; sie hatte auch als stellvertretende Bürgermeisterin fungiert. Ihr Mandat gab die Mutter zweier Kinder nach acht Jahren „mit großem Bedauern“ zurück. Sie wolle den Schwerpunkt auf Familie und Beruf legen, hatte sie erklärt. Weißer wohnt nach wie vor in Rinteln. In der dortigen Kommunalpolitik wird aktuell darüber spekuliert, ob Weißer im Herbst das Amt der Ersten Stadträtin übernehmen wird. Dieser Aufstieg würde mit ihren Ambitionen bei der VHS Hameln-Pyrmont kollidieren. „Über die Stellenbesetzung in Rinteln ist mit mir nicht gesprochen worden“, sagte die 36-Jährige gestern auf Nachfrage der Dewezet. „Es ist das übliche Pokerspiel mit Namen.“ Am Montag erst hat sich Weißer in der VHS-Verbandsversammlung vorgestellt. „Die Aufgabe bei der VHS reizt mich, dort liegt meine Priorität“, betont Weißer.

Die VHS Hameln-Pyrmont wird vom Landkreis und von der Stadt Hameln gemeinsam getragen. Kreisrätin Broistedt ist Vorsitzende des Verbandsausschusses der VHS, Personalentscheidungen bestätigt die Verbandsversammlung. „Das von Ihnen gewählte Verfahren und der damit künstlich erzeugte Entscheidungsdruck verhindert, dass sich die Fraktionen des Kreistages mit denen im Rat der Stadt Hameln ausreichend beraten und abstimmen, geschweige denn Alternativlösungen entwickeln und vorschlagen können“, schreibt Fockenbrock an Broistedt. Den Verzicht auf eine Stellenausschreibung hält die Kreis-FDP für falsch (die Hamelner FDP ist mit dem Thema nicht befasst). Und die auf zwei Jahre angelegte Zwischenlösung mit Weißer bei der VHS sei zu lang. „Wer als Verwaltung keine Alternativen erarbeitet und vorschlägt, handelt leichtfertig“, meint Fockenbrock.

Broistedt hatte am Montag per E-Mail an die Kreisfraktionschefs die „Dringende Personalangelegenheit“ verkündet. „In der derzeitigen Situation ist eine rasche Nachbesetzung der Stelle des Verbandsdirektors dringend geboten“, schrieb die Vizechefin der Kreisverwaltung. Deshalb habe sich

die Zweckverbandsversammlung dafür ausgesprochen, Weißer für zunächst zwei Jahren zu berufen. Als Juristen bringe sie umfassende Kenntnisse mit, um den derzeitigen Rechtsstreit mit der Rentenversicherung zu führen. Dabei geht es um eine verlangte Nachzahlung von 112 000 Euro an Rentenbeiträgen. Fockenbrock hingegen vermisst „bei allem Respekt vor Frau Weißer, deren Person und Leistung ich nicht beurteilen kann“, deren „betriebswirtschaftliche Kompetenz“. Und Führungserfahrung könne sie „mangels personellem Unterbau“ nicht nachweisen. Die Gruppe FDP/Unabhängige lehne deshalb Broistedts Verfahrens- und Personalvorschlag zur Besetzung des VHS-Postens ab. Die Kreisrätin hatte den Fraktionsvertretern einen Tag Zeit zur Stellungnahme gegeben. Dabei geht es auch um die vorübergehende Nachbesetzung von Weißers Stelle im Kreishaus und damit eine Ausnahme vom Einstellungsstopp.

Die Kreispolitikerinnen Mechthild Clemens (Grüne) und Ursula Körtner (CDU) fühlen sich durch Broistedt gut informiert und vertrauen auf die zuständigen Verbandsgremien. Nicht nur die Unterstützung der rot-grünen Mehrheit am 21. April im Kreisausschuss scheint also gesichert, sondern auch die der CDU. „Der Vorschlag ist gut und zukunftsweisend“, kommentiert Körtner im Namen ihrer Fraktion.

Nina Weißer betonte gestern gegenüber der Dewezet, als Leiterin des Rechtsamtes führe sie seit vier Jahren durchaus Mitarbeiter. Sie bot Fockenbrock ein Gespräch an. Die jetzige Diskussion jedenfalls schade dem VHS-Zweckverband.



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