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Cemag-Retter droht mit Schließung

veröffentlicht am 21.12.2009 um 21:44 Uhr
aktualisiert am 05.12.2017 um 14:37 Uhr

Hameln (wul). Keine zwei Monate ist es her, da hieß es: 70 Arbeitsplätze der Cemag-Group in Hameln sind gerettet. Jetzt kündigt die Nachfolgegesellschaft des insolventen Anlagenbauers an, den Standort zu schließen, der Vorstand sehe sich dazu gezwungen. „50 Mitarbeiter und 20 Auszubildende sind von Entlassung bedroht“, erklärte gestern Abend die Cement and Mining Processing AG (CMP) in einer Pressemitteilung.
 Als Begründung führt der CMP-Finanzvorstand Volker Brinkmann auf Anfrage dieser Zeitung eine Entscheidung an, die dem Unternehmen Freitagabend mündlich mitgeteilt worden sei. Danach habe die niedersächsische NBank einen Darlehnsantrag der CMP in Höhe von 1,5 Millionen Euro abgelehnt. Ohne diese öffentliche Förderung könne der Standort Hameln nicht gehalten werden, gibt Brinkmann zu verstehen. Der Investor Kaveh Memari, der sich bereit erklärt hatte, mit seinem Geld Cemag zu retten, habe die Unterstützung durch die Länder Niedersachsen und Sachsen-Anhalt zur Bedingung für seine Investitionen gemacht, so Brinkmann. Davon, dass im Oktober noch die Rede davon war, dass „20 Millionen Euro Eigenkapital bis Ende 2010“ gegeben werden, sei ihm nichts bekannt, erklärt Brinkmann. Er selbst sei erst seit dem 16. November an Bord und kenne nur den Businessplan, der Folgendes vorsehe: Zehn Millionen Euro für die einjährige Startphase, von denen der Investor selbst 5,5 Millionen zahlen wolle und 4,5 Millionen Euro von Niedersachsen und Sachsen-Anhalt aufgebracht würden. Würde sich das Umsatzvolumen in den kommenden Monaten wie geplant erhöhen, „schießt der Investor nach“, sagt Brinkmann. Dass Kaveh Memari – ein Neffe der zwei Fard-Brüder, die das Unternehmen Cemag gegründet hatten – auch die 1,5 Millionen Euro übernimmt, die beim Land Niedersachsen beantragt wurden, schließt Brinkmann aus.
 Anders als Niedersachsen habe Sachsen-Anhalt, wo CMP in Dessau einen weiteren Standort unterhält, das Darlehn in Höhe von drei Millionen Euro zugesagt, vorausgesetzt Niedersachsen zahle seine Summe für den Hamelner Standort. Die NBank habe wesentlich mehr Sicherheiten gefordert und vorgelegt bekommen als Sachsen-Anhalt und als üblich, so Brinkmann, „und das trotz der vergleichsweise geringen Summe“. Für die Entscheidung, das Geld dennoch zu verwehren, bringe er kein Verständnis auf, sagt der Finanzvorstand und verweist auf das Risiko, dass weitere Arbeitsplätze und somit Steuereinnahmen verloren gehen könnten.
 Am Samstag hatte CMP die Mitarbeiter in Hameln bei einer kurzfristig einberufenen Betriebsversammlung in Kenntnis gesetzt, für heute kündigt die Belegschaft eine Protestkundgebung in Hannover an, mit der sie die Politik zum Einschreiten bewegen will.



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