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Aufsichtsratsposten der Stadtwerke: Birgit Albrecht und Petra Wiedenroth fühlen sich übergangen

CDU-Frauen begehren auf

HAMELN. Aufruhr in der CDU: Nach dem Dewezet-Bericht über die Frauenquote in den Aufsichtsräten öffentlicher Unternehmen gehen Birgit Albrecht und Petra Wiedenroth (beide CDU) mit ihrer Ratsfraktion hart in die Kritik. Sie fühlen sich bei der Besetzung des Aufsichtsrats der Stadtwerke übergangen.

veröffentlicht am 25.08.2017 um 16:30 Uhr
aktualisiert am 25.08.2017 um 17:10 Uhr

Der Aufsichtsrat der Stadtwerke besteht abgesehen von der Arbeitnehmervertretung ausschließlich aus Männern. Birgit Albrecht und Petra Wiedenroth sind von ihrer Fraktion, CDU/DU/UFB, eigenen Angaben zufolge nicht gefragt worden, ob sie Interesse an e
Philipp Killmann

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Philipp Killmann Reporter zur Autorenseite
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Thomas Meyer-Hermann, der Vorsitzende der Fraktion CDU/DU/UFB, hatte der Dewezet gegenüber gesagt, dass die drei weiblichen Mitglieder seiner Fraktion, Birgit Albrecht, Johanna Thiemer und Petra Wiedenroth, kein Interesse an den Posten im Aufsichtsrat der Stadtwerke geäußert hätten (wir berichteten).

Dies wollen Albrecht und Wiedenroth so nicht stehen lassen, wie sie im Gespräch mit der Dewezet einvernehmlich erklären. „Wir sind nicht gefragt worden“, sagt Birgit Albrecht. Im Fraktionsvorstand sei von vornherein klargewesen, dass die Posten weiterhin mit den vermeintlich „alten Erfahrenen“ besetzt würden.

Neu sei dieses Verhaltensmuster nicht. „Das war schon bei der Besetzung des Verwaltungsausschusses ein Problem“, sagt Albrecht. Nur durch den nachträglich zugewiesenen zusätzlichen Sitz sei Petra Wiedenroth dort nun vertreten. Andernfalls wäre auch der städtische Verwaltungsausschuss vonseiten der CDU/DU/UFB ausschließlich mit Männern besetzt worden. Den Frauen, so Albrecht, seien dann „dem Klischee entsprechend“ der Kulturausschuss und der Schulausschuss vorbehalten gewesen.

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Petra Wiedenroth. Foto: CDU Hameln

Für Petra Wiedenroth stellt die Besetzung der Aufsichtsräte einen Verrat am Wähler dar. „Wenn man sich den Rat der Stadt ansieht, stellt man fest, dass zu 30 Prozent Frauen in den Rat gewählt worden sind. Dadurch dass sich dies nun nicht in den Aufsichtsräten widerspiegelt, wird der Wählerwille ganz klar nicht umgesetzt“, sagt Wiedenroth. Daran zeige sich, dass die vor zwei Jahren gesetzlich beschlossene Frauenquote von 30 Prozent nötig sei. „Ohne geht es nicht“, meint Wiedenroth.

Thomas Meyer-Hermann hatte weiter argumentiert, dass die ausschlaggebenden Argumente für die Besetzung des Aufsichtsrates der Stadtwerke, „der wichtigsten Tochter der Stadt“, Qualifikation und Erfahrung gewesen seien, da es um „wichtige Entscheidungen“ gehe. Das hieße doch im Umkehrschluss, so Wiedenroth, dass die anderen nicht qualifiziert genug seien, um wichtige Entscheidungen zu treffen. „Damit wird uns Frauen das wirtschaftliche Denken abgesprochen“, kritisiert sie. Dabei fühle sie sich aufgrund ihrer Berufstätigkeit – Wiedenroth ist Geschäftsführerin des Verbands der Elternräte der Gymnasien Niedersachsens – und ihrer politischen Arbeit auf Landesebene „durchaus geeignet“ für einen Aufsichtsratsposten.

Birgit Albrecht zweifelt an, ob Erfahrung als Kriterium für einen Sitz im Aufsichtsrat unabdingbar sei. „Der Wähler hat uns in den Rat gewählt, also sollte es keine Rolle spielen, ob jemand 40 oder fünf Jahre Erfahrung vorzuweisen hat“, sagt Albrecht. „Wenn wir keine Chance bekommen, werden wir Neuen nie Erfahrungen sammeln können.“

Es sei wichtig, eine „gute Mischung“ in den Gremien zu haben, altersmäßig und im Geschlechterverhältnis. Die langjährigen Ratsmitglieder redeten immer viel davon, wie gern sie „frischen Wind und neue Ansichten“ begrüßen würden. „Aber da gehören Frauen auch zu“, sagt Wiedenroth.

Martina Chudziak vom Regionalvorstand des Vereins „Frauen in die Aufsichtsräte“ erinnert in Reaktion auf den Dewezet-Artikel über die Frauenquote in den öffentlichen Aufsichtsräten daran, dass dem Gesetz zufolge die Quote bis 2018 sogar auf 50 Prozent erhöht werden solle. Doch davon ist die Politik in Hameln derzeit noch weit entfernt.



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