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Hinter vorgehaltener Hand werden bereits vier Namen für die Körtner-Nachfolge gehandelt

CDU will „um Ostern“ Kandidaten präsentieren

Hameln-Pyrmont. Ursula Körtner hat ihren Rückzug aus der Landespolitik (wir berichteten) angekündigt, will sich im Januar 2013 nach 19 Jahren nicht noch einmal um ein Mandat im niedersächsischen Landesparlament bewerben. Die politischen Fußstapfen, die die Christdemokratin aus Bad Pyrmont in Hannover hinterlässt, aber sind groß. Das weiß auch Otto Deppmeyer. „Ursula Körtner hat 19 Jahre im Landtag gewirkt. Das ist eine sehr lange Zeit und ich weiß nicht, wer das vor ihr länger geschafft hat. Ich habe jetzt vier Jahre mit ihr im Landtag gearbeitet und erfahren, wie bedeutend und wichtig sie in der Landespolitik ist. Sie hat in der Schul- und Umweltpolitik ein überdurchschnittliches Maß an Einfluss. Das gelingt längst nicht jedem“, stellt der CDU-Kreisvorsitzende Hameln-Pyrmont seiner Kollegin im Kreis- und Landtag ein exzellentes Zeugnis aus.

veröffentlicht am 06.01.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 12.01.2017 um 21:47 Uhr

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Als Chef des christdemokratischen Kreisverbandes fällt Deppmeyer jetzt die Aufgabe zu, einen würdigen Nachfolger für Ursula Körtner im Wahlkreis 36 zu finden, der die Städte Bad Pyrmont und Bad Münder sowie die Gemeinden Aerzen, Coppenbrügge, Emmerthal und Salzhemmendorf umfasst und dessen sozialdemokratischer Spitzenkandidat der Landtagsabgeordnete und Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion, Ulrich Watermann, ist. „Ich habe mir bereits Gedanken gemacht, werde aber zurzeit keinen Namen nennen, weil ein demokratischer Prozess ablaufen muss“, gibt sich Deppmeyer verschlossen. Er wolle jetzt die Parteimitglieder zu einer Versammlung einladen, um über mögliche Kandidaten zu beraten. Anschließend sei es Aufgabe der Gremien, einen geeigneten Bewerber zu finden. „Ich habe bereits mit den Stadt- und Gemeindeverbänden gesprochen. Die sollen sich nun erst einmal unter sich besprechen. Wir müssen auf jeden Fall in Gang kommen und werden um Ostern herum einen Kandidaten präsentieren“, erklärt der Hemeringer, der seinerseits jedoch verkündet, sich im Januar 2013 für den Wahlkreis Hameln, Hessisch Oldendorf, Rinteln erneut um ein Landtagsmandat zu bewerben.

Hat Deppmeyer versucht, Körtner zum Weitermachen zu überreden? „Wir haben diskutiert. Aber wenn jemand nach 19 Jahren gut begründet seinen Abschied ankündigt, ist das zu akzeptieren – da kann ich die Arbeit noch so hoch schätzen. Irgendwann kommt der Tag, wo etwas zu Ende geht“, sagt der Landespolitiker.

Wenngleich sich der CDU-Kreisvorsitzende bedeckt gibt, werden in den Reihen der Christdemokraten hinter vorgehaltener Hand bereits vier Namen für die Körtner-Nachfolge in Hannover gehandelt: Der Kreistagsabgeordnete Dirk Wöltje aus Bad Pyrmont sowie Irmgard A. Lohmann aus Emmerthal und Bad Münders Ortsbürgermeisterin Petra Joumaah. Als Kronprinz allerdings soll Coppenbrügges wiedergewählter Bürgermeister Hans-Ulrich Peschka gelten. Die Namen will Deppmeyer zwar weder bestätigen noch dementieren, doch bei Peschka lässt er sich entlocken: „Ein guter Mann, keine Frage. Er hat als Bürgermeister eine blendende Wiederwahl hingelegt. Das zeichnet ihn aus.“ Sodann stellt der Kreisvorsitzende noch einmal unmissverständlich klar: „Ich habe zu der Körtner-Nachfolge etwas gesagt. Spekulationen wären eine zusätzliche Belastung.“

Peschka selbst, im Wahlkampf von Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann (CDU) hoch gelobt („Er ist fast jede Woche im Landtag, um etwas für seine Gemeinde zu bewirken.“), will von einer Kandidatur nichts wissen. „Ich kenne im Landtag zwar so manche Tür, habe bis dato aber keine Silbe darüber mit zuständigen Parteileuten gesprochen“, versichert er, um gleich anschließend zu betonen: „Ich bin gerade erst wieder für acht Jahre zum Bürgermeister gewählt worden, und der Beruf macht mir Freude.“ Der Christdemokrat glaubt zudem, dass es die Bevölkerung nicht gutheißen werde, wenn er so kurz nach der Wahl das Rathaus verließe. Auf den Einwand, dass die Coppenbrügger vielleicht auch stolz wären, wenn „ihr“ Bürgermeister in den Landtag einzöge, antwortet Peschka vielsagend: „Sollen sie erst mal alle diskutieren.“

Offen bekunden dagegen Petra Joumaah und Irmgard A. Lohmann ihr Interesse an einer Kandidatur: „Ich werde jetzt meine Gesprächsbereitschaft forcieren und mit den entsprechenden Leuten Kontakt aufnehmen“, kündigt Bad Münders Ortsbürgermeisterin an. Sie habe vier Kinder groß gezogen und schon immer großes Interesse an der Landespolitik gehabt. „Bislang hat meine Familie stets absolute Priorität gehabt, aber nun hat ein neuer Abschnitt begonnen, und ich traue mir zu, die heimischen Interessen in Hannover zu vertreten“, sagt sie selbstbewusst. „Es ist eine Aufgabe, die ich ins Auge gefasst habe“, bestätigt auch Irmgard A. Lohmann ihr Interesse an der Körtner-Nachfolge. „Es gibt noch einige Dinge, die ich durchdenken muss. Da spielen mehrere Komponenten zusammen, aber letztlich kann ich mir das vorstellen und es bleibt mein Ziel“, erklärt die Emmerthalerin, die eine mögliche Kandidatur aber auch mit Änderungen im CDU-Kreisvorstand in Zusammenhang bringt. „Dort müssen die Aufgaben auf mehrere Schultern verteilt werden. Wir brauchen mehr Gesichter, die die CDU repräsentieren“, fordert sie und betont zugleich, dass dies keine Kritik an einzelnen Personen, sondern eine „logische Geschichte“ sei.

Verhalten hat sich dagegen Dirk Wöltje geäußert: „Dass ich erwähnt werde, ehrt mich. Es heißt aber nicht, dass ich auch kandidiere. Ich habe zwei kleine Kinder und Landtagsabgeordneter ist ein Fulltimejob mit wenig freien Wochenenden.“ Zwar bekundet der Pyrmonter grundsätzliches Interesse, „aber vermutlich nicht zum jetzigen Zeitpunkt“.

Dass Deppmeyer – wie bei der Landratswahl – einen externen Bewerber aus dem Hut zaubert, schließt der CDU-Kreisvorsitzende bei der Kandidatenfindung für die Körtner-Nachfolge aus: „Das ist nicht mein Ziel. Mich freut, wenn Bewerber aus dem Wahlkreis kommen und ich gehe davon aus, dass das auch der Fall sein wird.“



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