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Am Samstag auf dem Pflasterfest

Cassandra Steen im Interview: „Fast Wohnzimmer-Atmosphäre“

HAMELN. Ein Popstar auf dem Pflasterfest: Am Samstag ab 21.45 Uhr tritt Sängerin Cassandra Steen bei der großen Open-Air-Party in der Innenstadt auf – und wird dann unter anderem ihren Hit „Stadt“ performen. Im Interview spricht die 38-Jährige vorab über persönliche Stadtfeste, Familienleben und die „Queen of Soul“.

veröffentlicht am 24.08.2018 um 12:54 Uhr

Die 1,88 Meter große Cassandra Steen hat bereits mit Xavier Naidoo, Tim Bendzko und Lionel Richie zusammengearbeitet. 2010 bekam sie einen „Echo“ als „Beste Künstlerin national“. Foto: PR
Muschik, Moritz

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Cassandra Steen, haben Sie in Hameln eigentlich Zeit für Sightseeing?

Ich habe einen Tag vorher ein anderes Konzert. Deswegen werde ich erst kurz vor dem Auftritt am Abend in Hameln sein. Nachts fahre ich wieder zurück. Ein ganz klassisches Künstlerleben (lacht).

Waren Sie schon mal hier?

Von Hameln hört man immer mal wieder was. Aber ich meine, dass ich noch nicht dort war. Deswegen freue ich mich, mal bei Euch aufzuschlagen. Ich habe mich gefreut, dass wir ein bisschen weiter raus kommen.

Sie wohnen in der Nähe von Stuttgart, sind mit Ihrem Manager verheiratet und bei Ihren Großeltern aufgewachsen. Wie wichtig ist Ihnen die Familie?

Die Familie ist mir wichtig, sie hält einen geerdet. Das wird für mich wahrscheinlich happig, wenn meine Großeltern nicht mehr da sind. Ich hoffe, das dauert noch eine Weile. Es macht schon viel aus, wenn man einfach nach Hause kommen und auf der Couch liegen kann. Das sind einfach andere Realitäten. Die von einem Künstler sind natürlich anders als die von Menschen, die abends oft zuhause sein können. Es ist schön, das in der Familie mitzubekommen und daran teilzuhaben.

Nehmen Sie daher auch die Inspiration für Ihre Songtexte?

Bis jetzt sind es immer Themen, die mich und mein Umfeld beschäftigen.

Haben Sie noch Lampenfieber – auch bei kleineren Auftritten oder Konzerten?

Ob die Auftritte kleiner oder größer sind, macht überhaupt nichts aus. Man hat immer wieder eine neue Menschenmenge vor sich stehen. Da ist immer wieder eine beidseitige Erwartung, dass man die Menschen abholt. Und das wiederum holt den Künstler ab. Für mich ist es immer ein Gefühl zwischen Nervosität und freudiger Spannung.

Was war Ihr bislang größter Auftritt?

Das müsste einer der ersten Auftritte gewesen sein als Vorgruppe der Fantas (Die Fantastischen Vier, Anm. d. Red.) – und dann ein Auftritt mit Xavier (Naidoo, Anm. d. Red.). Ich wollte nie wissen, vor wie vielen Leuten ich dort auftrete (lacht). Aber es waren sehr, sehr viele.

Wie ist es dann, auf kleineren Stadtfesten aufzutreten und nicht in Hallen oder Stadien?

Es ist persönlicher. Man kann den Überblick nicht verlieren. Und es ist viel intimer. In so riesigen Massen guckt man irgendwann über Köpfe hinweg ins Leere. Das geht bei kleineren Konzerten nicht.

Lässt sich da von Wohnzimmer-Atmosphäre sprechen?

Ja, fast. Letztes Jahr hatte Xavier (Naidoo, Anm. d. Red.) eine Sendung, wo ich ausgewählt wurde, ein Wohnzimmerkonzert zu geben. Das war wirklich ganz schnucklig, ganz klein. Das hat eine ganz andere Atmosphäre, wenn da eine Familie sitzt und sich an dir erfreut. Du singst vor den Leuten, sie chillen auf dem Sofa. Da kommt man natürlich anders mit Menschen in Berührung.

Wie bereiten Sie sich auf Konzerte vor?

Es gibt immer wieder andere Abläufe. Es kommt darauf an, wo die Location ist. Oft ist es so, dass ich kurz vor dem Auftritt noch mal in mich gehe, mich vielleicht beruhige. Es hängt auch davon ab, ob ich mit Band spiele oder nicht. Manchmal habe ich auch Auftritte allein. Es ist immer ein bisschen anders. Und das ist auch das Schöne daran.

Am Samstag stehen Sie mit der „nightLIVEband“ auf der Bühne. Mit der Band sind Sie schon in einem Gewölbekeller in der Nähe von Stuttgart aufgetreten. Welche Erinnerungen haben Sie daran?

Es ist immer wieder eine schöne Erfahrung. Und genau dadurch kommt eben keine Routine rein, wenn man mit anderen Künstlern aus einem anderen Bereich arbeitet. Es sind alles Vollblutkünstler. Aber manche arbeiten in einem „normalen“ Job, machen das eher als Hobby. Bei anderen ist es wirklich Arbeit und Überleben. Das macht schon Unterschiede. Es ist aber immer schön.

Welche Songs werden Sie am Samstag auf dem Pflasterfest spielen?

Es sind ein paar neue Sachen dabei von der letzten Platte. Ich spiele fünf bis sechs Songs. Und „Stadt“ wird ganz sicher dabei sein.

Der Song, den Sie zusammen mit Adel Tawil aufgenommen haben, wurde mit Platin ausgezeichnet. Wurden Sie häufig auf das eine Lied reduziert?

Es geht. Es war damals schon auch mal schön, nicht immer nur auf „Wenn das Liebe ist“ angesprochen zu werden. Es ist aber auch schön, wenn man sieht, dass man Menschen auch mit anderen Liedern berührt – auch mit Liedern, die nicht so offensichtliche Hits waren, aber Hits für Seelen und Herzen.

Aretha Franklin hat mit ihren Songs auch viele Menschen bewegt. Kürzlich ist die „Queen of Soul“ verstorben. Bei Facebook haben Sie ein Foto gepostet …

Ich bin mit ihrer Musik groß geworden. Wenn man bei Großeltern aufwächst, hat man einen anderen musikalischen Zugang. Es geht gerade sehr viel an Künstlern verloren, die nicht nur eine Technik beherrschen, sondern auch eine selbstverständliche Seele einbringen. So etwas kann man nicht lernen. Das ergibt eine Magie, die heute leider nicht mehr so oft zu hören ist.

Interview: Moritz Muschik



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