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Busfahrer rettet Falken - Autos rauschten über Vogel hinweg

HAMELN. Ein Linienbusfahrer hat am Mittwoch einem Turmfalken das Leben gerettet. Friedrich Runte war auf dem Weg zur Arbeit, als er einen Greifvogel auf der Fahrbahn sitzen sah. Mehrere Autos sollen über das Tier hinweg gefahren sein. Der Tierfreund holte den Falken von Straße und informierte die Feuerwehr.

veröffentlicht am 05.07.2017 um 12:21 Uhr
aktualisiert am 05.07.2017 um 17:00 Uhr

Frank Neitz

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Reporter / Fotograf zur Autorenseite

Der 65-Jährige nutze die nächste Gelegenheit zum Wenden und fuhr zurück. „Ich dachte erst, dass ich zu spät komme und der Vogel in der Zwischenzeit schon überfahren wurde“, so der Busfahrer. Doch der Greifvogel hatte großes Glück und wurde nicht von Autos oder gar Rädern erfasst. Der kauerte weiterhin auf dem Asphalt – nahezu regungslos.

Runte wusste, was zu tun war. Schnell griff er zur Warnweste in seinem Renault, wickelte das vermutlich verletzte Tier darin ein und setzte den Vogel in den Kofferraum. Der Öffi-Mitarbeiter war da noch der Meinung, einen Sperber aufgelesen zu haben. Auf dem Busbetriebshof am Hastenbecker Weg gab Runte seinen Autoschlüssen einem Kollegen und bat die Leitstelle, die Feuerwehr anzurufen.

Als Tierretter Sebastian Trant eintrifft, sitzt Friedrich Runte bereits hinter dem Lenkrad seines Busses der Linie 1. Der Dienst rief, sein Bus musste schließlich nach Fahrplan rollen. Der Oberbrandmeister brachte den Turmfalken - übrigens ein Männchen im Erwachsenenalter – zunächst in einer Transportbox zur Feuerwache. Eine Mitarbeiterin der Stadt fuhr den entkräfteten Vogel später zur Wildtier- und Artenschutzstation nach Sachsenhagen.

2 Bilder
Tierretter und Busfahrer Friedrich Runte. Foto: fn

Turmfalken – nach dem Mäusebussard die zweithäufigste Greifvogelart in Mitteleuropa – sind für die Hamelner Tierretter fast schon zu „Stammkunden“ geworden. Sicher auch, weil die Greifvogelart als Kulturfolger Stadtlandschaften als ihren Lebensraum erobert hat. Dort nutzen die Vögel oft Vorsprünge oder Nischen in Gebäuden als Nistplatz.

Wie jenes Exemplar, dessen Nistplatzwahl an der Pfortmühle, ihn im Sommer 2015 fast das Leben gekostet hat. Der Falke hing in 20 Metern Höhe kopfüber an den Fäden eines zerrissenen Netzes, das eigentlich Tauben vom denkmalgeschützten Gebäude abhalten sollte. Feuerwehrleute holten das am Fuß verletzte Tier mit einer Drehleiter herunter.

Wenige Wochen später verflogen sich nacheinander zwei Turmfalke in ein gläsernes Bürogebäude am Hottenbergsfeld. Einer von ihnen war komplettes Wochenende in einem Bad eingesperrt, bevor das entkräftete Tier von einem Feuerwehrmann eingefangen wurde.



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