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Herbstliche Pracht in einem vergoldeten November / Dewezet-Leser mit der Kamera auf Pirsch / Wetteraussichten

Bühne frei – für glutvolle Farben und Nebelstimmungen

Gefühlt hatten wir letztes Jahr um diese Zeit schon Winter. Bodenfrost. Minusgrade. Eisige Kälte. Und wenn dann noch der Herbststurm durch die Straßen pfiff, fiel (fast) kein Blatt mehr von den Bäumen. Denn die waren ja längst kahl. Das Gefühl trügt. Im vergangenen November hielt der arktische Winter nicht bereits Anfang des Monats Einzug: Auch an jenen ersten Tagen vor einem Jahr herrschten bei uns Temperaturen bis 15 Grad. Allerdings war es regnerisch, recht windig und das Herbstlaub hatte sich tatsächlich schon längst verabschiedet.

veröffentlicht am 07.11.2011 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 07.11.2016 um 16:41 Uhr

Autor:

Karin Rohr
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Das ist in diesem November anders. Der Blätterwald lodert in Gelb, Rot, Orange. Der goldene Oktober hat seinem Namen alle Ehre gemacht und sich noch in den November hinübergerettet. Und so lockte am Wochenende ein schöner „Altweibersommer“ noch einmal unzählige Menschen ins Freie.

„Der Oktober war etwas Besonderes“, stellt Dewezet-Wetterfrosch „Zaki“, Diplom-Meteorologe Reinhard Zakrzewski, rückblickend fest: „Mit 27,7 Grad Celsius waren der 1. und 2. Oktober schon ein Jahrhundertereignis.“ Das letzte Mal habe es annähernde Werte im Jahr 1908 gegeben.

Der Oktober. Nicht nur er hat die Weichen gestellt für einen Herbst, den wir als besonders schön und farbenfroh empfinden. Der vergangene Monat war sonniger und trockener als im Durchschnitt. „Die Hochdrucklage hat gutes Wetter gebracht und das wird sich auch noch bis in den November ziehen“, macht Zaki allen Sonnenhungrigen Mut. Bis Mitte des Monats könne es mild bleiben: „Danach muss man mit dem ersten Wintereinbruch rechnen.“

Im vergangenen Jahr war das nicht viel anders: Nach einem relativ milden, wenn auch regnerisch-trüben Novemberanfang kam die weiße Pracht Ende November mit Macht: „Der Winter ist da! Das Weserbergland erlebt den ersten Schnee zum Jahresausgang“, schrieb die Dewezet am 25. November. Bei Temperaturen um 1 Grad herrschte in den Höhenlagen über 200 Meter in den Nachtstunden dichtes Flockentreiben. Vielerorts lag am Morgen bereits eine erste geschlossene Schneedecke. Auf den Passstraßen waren Schneepflüge im Einsatz. Der Winter nahm das Weserbergland in den Griff. Eine gefühlte Ewigkeit.

Dieser Novemberbeginn sorgt mit sonnigen Tagen und milden Temperaturen dagegen noch für Sommerlaune. Sturm und Regen sind bislang kein Thema. Viele Bäume schmücken sich noch mit Blättern in satten Herbstfarben und animieren nicht nur zu ausgedehnten Spaziergängen, sondern auch zu Schnappschüssen im Freien. Viele unserer Leser sind mit der Kamera auf Herbstpirsch gegangen und haben auf unzähligen Fotos die Farbenpracht der Wälder, glutvolle Verfärbungen an den Blättern von Bäumen und Sträuchern, Nebelstimmungen über Feldern und Wiesen oder an der Weser festgehalten. Ein Foto ist schöner als das andere. Eine Auswahl stellen wir hier vor.

Was aber hat diesen Novemberanfang in unseren Wäldern so vergoldet? „Wir hatten mit einem nicht zu heißen und feuchten Sommer günstige Bedingungen“, erklärt Hamelns Stadtförster Ottmar Heise. Der Witterungsverlauf sei für den zeitlichen Ablauf der Herbstfärbung entscheidend. September und Oktober trugen mit ihren milden Temperaturen dazu bei. „Wir hatten im Oktober eine ruhige Wetterlage, man kann fast schon sagen, ein paar Wochen Windstille“, sagt Heise. Und kaum Nachtfröste. Beim nächsten Sturm kann es mit der Herbstidylle schon vorbei sein: „Dann wird das Laub runterkommen“, weiß der Förster.

Noch sind viele Bäume in unseren Wälder richtig schön. „Die Kirschen mit ihren knallrot verfärbten Blättern sind in diesem Herbst die Stars“, findet Heise. Die leuchtend gelben Blätter der Ahorne stehen ihnen allerdings kaum nach, und auch die Buchen halten ihren Putz: „Sie tragen noch bis zu 50 Prozent ihrer Blätter“, hat der Förster festgestellt.

Wer in diesem Jahr noch einmal durch Berge farbenprächtigen Laubs schlurfen möchte, sollte sich allerdings ranhalten. Denn schnell kann es vorbei sein mit der bunten Pracht. Der nächste Winter kommt bestimmt. Ob der allerdings arktisch ausfällt, wie manche jetzt schon wissen wollen, steht in den Sternen. Wetterfrosch „Zaki“ bleibt skeptisch: „Im Jahr 2006 hatten wir einen ähnlich schönen Oktober und milden November. Auch damals hieß es: Der Winter wird arktisch“, erinnert sich der Diplom-Meteorologe: „Doch es folgte einer der wärmsten Winter aller Zeiten.“

In den nächsten Tagen jedenfalls dürfte uns die Sonne noch treu bleiben. Zumindest wenn man einer alten Bauernregel Glauben schenken darf. Die besagt nämlich: „Allerheiligen bringt den Nachsommer“. Und da war das Wetter ausgesprochen freundlich, mild und sonnenschön.

Eine Bildergalerie mit allen Herbstfotos, die unsere Leser eingesandt haben, finden Sie im Internet unter dewezet



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