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Nach dem Vorbild des Springer Waldfriedhofs: Beschreitet Hameln Neuland in der Bestattungskultur?

Buche und Birnbaum statt Grabstein

Hameln. Unter einer großen Buche oder Erle die letzte Ruhe finden – diese Vorstellung reizt immer mehr Menschen. Ruh- und Friedwälder liegen im Trend. Gleichzeitig haben viele Kommunen mit sich leerenden Flächen auf ihren Friedhöfen zu kämpfen, denn der Anteil derer, die sich für ein Urnen- oder Rasenreihengrab entscheiden, steigt ebenfalls kontinuierlich. Das spart Kosten, Pflege und Platz.

veröffentlicht am 26.10.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 21:21 Uhr

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Dorothee Balzereit

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Dorothee Balzereit Reporterin / ViaSaga zur Autorenseite
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Stadtbaurat Hermann Aden möchte aus der Not eine Tugend machen: Warum nicht auf Teilen des Waldfriedhofs Wehl einen Waldfriedhof im Wortsinn anlegen? Bisher sei es nur eine Idee, bei der viele Aspekte eine Rolle spielten. Doch der Gedanke liegt nahe, denn auch auf dem Friedhof Wehl gibt es immer mehr freie Flächen. Um die Dimension zu verdeutlichen: Den derzeitigen Bestattungstrend zugrunde gelegt, bietet das Areal theoretisch Platz für ganz Hameln – inklusive der Ortsteile, sagt ein Mitarbeiter des Rathauses.

Auf insgesamt sechs Flächen des Friedhofs sind nur noch vereinzelte Gräber mit teils sehr langen Liegezeiten zu finden. Die letzte Einebnung ist 2037 vorgesehen. Die Pflege der umgebenden Flächen ist Sache der Stadt und kostet Geld. Sie auf die Gebühren umzulegen, stehe in keinem Verhältnis.

Es gebe die Möglichkeit, sich nach und nach von den Flächen zu trennen, heißt es, aber man denke auch über Alternativen nach. Neben einem Waldfriedhof hält Aden auch Kolumbarien für eine Option. Das sind Bauwerke, in die zum Beispiel Urnen eingestellt werden. Seit den 1990er Jahren werden sie wieder verstärkt gebaut. Sich neuen Bestattungskulturen zu öffnen hält Aden für unumgänglich: „Noch gibt es den Friedhofszwang, doch erste Aufweichungstendenzen zeigen sich zum Beispiel in Bremen.“

Dass nicht alle mit der sich wandelnden Bestattungskultur klarkommen, weiß Aden. Aus seiner Zeit in Springe kennt er die Argumente gegen einen Waldfriedhof in kommunaler Eigenregie. Zum Beispiel, dass man sich nicht selbst Konkurrenz machen solle und erst zusehen müsse, die freien Flächen loszuwerden.

„Aber wir haben keinen Einfluss auf das Bestattungsverhalten der Menschen“, sagt Aden. Und: Der Springer Waldfriedhof hat sich nach anfänglichem Widerstand zum Erfolgsmodell gemausert. Inzwischen sei sogar eine Fläche hinzugekommen. Im Gegensatz zu Springe hätte der Hamelner Waldfriedhof laut Aden einen weiteren Vorteil: Bestehende Infrastruktur, sprich eine Kapelle.

Auf den freien Arealen des Friedhofs Wehl kann sich Aden Ruheflächen mit unterschiedlichem Charakter vorstellen: „Auf einem Teil könnte eine Streuobstwiese entstehen, auf anderen könnten Buchen und Erlen gepflanzt werden.“ Zeit genug, um zu wachsen, hätten sie.



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