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Montage der Stahlträger soll wie geplant am 21. Februar beginnen / Nur noch ein Weg über die Weser

Brückenbau geht auch bei Minusgraden

Hameln (ni). Bei der Kälte jagt man keinen Hund vor die Tür – sagen die Frostköttel und gehen nur nach draußen, wenn es sich gar nicht vermeiden lässt. Die winterharten Vertreter der Spezies Mensch schwärmen vom blauen Himmel, klarer Luft und suchen das Freie. Die Brückenbauer, die aller Voraussicht nach am 20. Februar wieder in Hameln anrücken, fragt niemand, ob ihnen die Kälte genehm ist. Weil Minusgrade nicht gegen die Fortsetzung der Arbeiten an der Weserbrücke sprechen, müssen sie ran, wenn die Kräne angerückt und aufgebaut sind.

veröffentlicht am 11.02.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 07.11.2016 um 01:21 Uhr

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„Aus bautechnischer Sicht ist Frost kein Problem“, erklärt Markus Brockmann. Die tonnenschweren Stahlträger, die den Unterbau für die spätere Fahrbahn bilden, könnten auch bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt auf die Brückenpfeiler gehoben werden, so der Leiter des regionalen Geschäftsbereiches der Landesbehörde für Straßenbau. Die Träger würden dann zwar etwas „schrumpfen“ – und sich bei Erwärmung wieder ausdehnen; doch diese „Längenänderungen“ seien bei der Konstruktion einkalkuliert. Schließlich sei die Brücke später ja auch Temperaturschwankungen ausgesetzt und liege darum auf beweglichen Lagern, die diese Bewegungen wieder ausgleichen.

Auch das Verschweißen der Träger lässt sich laut Brockmann bei Eiseskälte bewerkstelligen. Zum einen, indem die Arbeiter unter einem Schutzdach arbeiten, zum anderen, indem die Träger angewärmt werden. „Das dauert dann eben nur etwas länger.“ Was der Montage des Brückenskeletts allerdings in die Quere kommen könnte, sind Schnee und Eis. „Dann wird es für die Arbeiter zu gefährlich.“

Am 20. Februar, so die aktuelle Planung, soll es an der Münsterbrücke weitergehen – mit vorbereitenden Arbeiten für die Aufstellung der beiden Großkräne. Einer der starken Kolosse wird auf dem Werderkopf stationiert, der zweite am gegenüberliegenden Ufer in Höhe des Fußgängertunnels. Beide Kräne werden also auf festem Grund stehen – anders als beim ersten Montage-Versuch im Dezember des vergangenen Jahres. Der scheiterte bekanntlich, weil der auf der Behelfsbrücke positionierte Kran einen technischen Defekt meldete und unverrichteter Dinge wieder abziehen musste. Ersatz für den benötigten 500-Tonner mit 70 Meter langem Ausleger und der Kraft, an der Spitze seines ausgestreckten Armes 25 Tonnen Gewicht tragen zu können, konnten die Baufirmen trotz intensiver Bemühungen erst für den Februar auftreiben.

Dass der damals georderte Kran seinen Dienst versagte und damit eine Bauverzögerung von fast zwei Monaten verursachte, hatte möglicherweise gar nichts mit einem technischen Defekt, sondern vielmehr mit dem Standort zu tun. Brockmann: „Die Bewegung der Behelfsbrücke hat vermutlich Einfluss auf die Abschaltautomatik des Krans genommen.“ Dieses Risiko will man dieses Mal durch die Platzierung auf festem Grund umgehen.

Eine Vollsperrung der Behelfsbrücke während der jetzt anstehenden Bauarbeiten ist laut Brockmann trotzdem unumgänglich. In der Nacht vom 20. auf den 21. Februar wird sie für voraussichtlich zwei Wochen für den gesamten Verkehr dichtgemacht. Sowohl Autofahrern als auch Radlern und Fußgängern bleibt dann nur noch ein Weg über die Weser: Sie müssen auf die Thiewallbrücke ausweichen.

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