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TV-Koch Horst Lichter serviert in seiner Show viel mehr als nur kulinarische Kabinettstückchen

Brot, Bart und Butterflöckchen

Hameln. Er gilt als Deutschlands lustigster Fernsehkoch, ist frischgebackener Preisträger der „Goldenen Kamera“, rheinische Frohnatur mit echt kölschem Zungenschlag. Und er wusste die Herzen der mehr als 1000 Gäste in der zum „virtuellen Gasthaus“ umfunktionierten Rattenfänger-Halle im Sturm zu erobern. An Horst Lichter ist nicht nur der preisgekrönte Bart bemerkenswert. Dem gelernten Koch, Jahrgang 1962, hat das Leben mitunter übel mitgespielt: plötzlicher Tod seines ersten Kindes, früher Tod des Vaters, zwei Schlaganfälle und ein Herzinfarkt mit 28, Nahtod-Erfahrungen – und dann sein Weg in ein neues Leben. Zusammengefasst hat Lichter das alles in der von Markus Lanz geschriebenen Biografie „Und plötzlich guckst Du bis zum lieben Gott: Die zwei Leben des Horst Lichter“.

veröffentlicht am 03.02.2014 um 21:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 03:21 Uhr

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Autor:

Ernst August Wolf
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Verständlich also, dass sich Lichters drittes Live-Programm mit dem Titel „Jetzt kocht er auch noch!“ nicht in oberflächlicher Koch-Comedy erschöpft. Lichter kocht und witzelt mit Tiefgang und Herz. Technisch clever und hochprofessionell gestaltet, wird die Bühnen-Kochshow dank Kameramann Michael zur per Großleinwand übertragenen TV-Koch-Show. Lichter läuft zu großer Form auf. Die Kamera ist sein Metier. Jeder Blick, jeder Handgriff, jede Geste stimmt. Da brennt nichts an, wirkt nichts einstudiert, sondern alles sprudelt über von Lichters umwerfender Schlagfertigkeit. Wenn der TV-Koch einen simplen Apfel schält, gerät das zum kulinarischen Großereignis und ist Entertainment vom Allerfeinsten.

Die 1000 Besucher amüsieren sich köstlich über Lichters Seitenhiebe auf die Sterne-Kollegen. Immer wieder zieht er „seinen Johann“ Lafer durch den Kakao. Als „Ceranfeld-Ballerina“ und „Kochsalz-Copperfield“. Immer aber liebenswert, witzig und charmant, nie gehässig oder verletzend.

Auf der Küchenanlage auf der Bühne entstehen mal Löffelhäppchen à la „The Taste“, dann wieder Mega-Portionen, die auch der Zuschauer Ole Schelenz in Reihe 7 zusammen mit seiner Frau Ramona nur mit großer Mühe vertilgen kann. Der 1,85 große und sportliche 36-Jährige gesteht, dass er sonst zu Hause nie Fisch bekommt, haut mit großem Appetit ordentlich rein, scheitert aber an der Mächtigkeit.

„Viel Butter, lecker“, kommentiert auch der Niederländer Ronald Mussert, dem Lichter an einem der Gasthaustische auf der Bühne ein riesenhaftes Parmaschinken-Spiegelei-Brot gleich im Doppelpack kredenzt. Keine Frage, Lichter liebt’s lecker, ist Verfechter einer „ehrlichen Küche“ mit „jeder Menge Bütterchen“, dazu reichlich Sahne und Crème Double – wahrlich nichts für Low-Fat-Fetischisten.

„Das Leben ist zu kurz, um sich zu ärgern“, ist Lichters Philosophie. Kulinarischer Genuss, egal, ob nun als „Kuchen mit Eierlikörchen“, als Mega-Nuss-Nougat-Stulle für die kleine Antonia oder „lecker Bierchen“ – all das soll Lebensfreude machen. Das wird beim leidgeprüften Lichter fast zur Seelentherapie. Die kombiniert er mit bodenständiger Ehrlichkeit und rheinischem Frohsinn. Und gerade darum liebt ihn sein Publikum wohl so sehr.

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