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Schäfer will Areal nicht räumen

Britengelände bis 2023 blockiert?

HAMELN. Bleibt das Wohngebiet auf dem Ravelin Camp bis auf Weiteres Zukunftsmusik? Abgesehen von dem noch ausstehenden Erwerb des Areals durch die Stadt und dem noch nicht vorliegenden Umweltbericht, zeichnet sich nun ein weiteres Hindernis für das geplante „gehobene Wohnen“ in der Nordstadt ab.

veröffentlicht am 19.08.2018 um 14:40 Uhr

Verwaltung und Politik wollen auf einem Teil des etwa 69 Hektar großen Ravelin Camps ein Wohngebiet entstehen lassen. Foto: Dana
Philipp Killmann

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Philipp Killmann Reporter zur Autorenseite
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Das Ravelin Camp gehört der Bundesanstalt für Immobilien (Bima). Diese hat das Gelände an Christian Pardey verpachtet, der dort seine Schafe weiden lässt. Pardey ist Mitglied der Grünen. Er und Parteifreund Rainer Sagawe kämpfen dafür, das Ravelin Camp unter Naturschutz stellen zu lassen. Der Rat der Stadt neigt bislang zu einem Kompromiss: Das Gelände solle maßvoll bebaut und ein Teil davon unter Naturschutz gestellt werden.

Die Bima hat den Pachtvertrag mit Christian Pardey bereits zum 1. März dieses Jahres gekündigt, wie er im Gespräch mit der Dewezet bestätigt. Allerdings habe er der Kündigung widersprochen. Als Landwirt, der er sei, dürfe ihm nicht binnen vier Wochen gekündigt werden, sagt er. Das sieht die Bima anders. Die, so Pardey, habe ihm vor etwa einer Woche eine Räumungsklage zukommen lassen. Doch auch davon zeigt sich Pardey unbeeindruckt. Da das Ravelin Camp den „Großteil“ seines „landwirtschaftlichen Betriebes“ ausmache, greife bei einer Kündigung durch den Verpächter, also der Bima, eine Fünf-Jahres-Frist. Demnach, ist Pardey überzeugt, werde er das Feld „frühestens zum 1. Oktober 2023“ räumen müssen. Einen entsprechenden Fachanwalt für Agrarrecht habe er bereits eingeschaltet. Die Bima äußert sich auf Anfrage der Dewezet aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht zu der Angelegenheit.

Pardey und mit ihm Sagawe vermuten hinter dem Kündigungsschreiben der Bima den Einfluss der Hamelner Stadtverwaltung, die mit der Bundesanstalt über den Kauf der Fläche verhandelt. „Will man hier einen unbequemen Pächter und Schäfer loswerden, um ungestört planen zu können?“, fragen sie in einem gemeinsam unterzeichneten Schreiben an den Bundesvorstand der Grünen. Von ihm erhoffen sich die beiden Hamelner Unterstützung in ihrem Kampf für die Umwandlung des Ravelin Camps in ein Naturschutzgebiet. Gleichzeitig greifen sie gezielt und scharf vor allem den Hamelner Stadtrat Hermann Aden an, der sich für ein Wohngebiet im Ravelin Camp ausgesprochen hat. Da dieser jedoch ebenfalls den Grünen angehört, zweifeln Pardey und Sagawe in dem Schreiben die Glaubwürdigkeit von Aden als Grünen an, was wiederum die Glaubwürdigkeit der Grünen insgesamt in Naturschutzangelegenheiten beschädige. Deshalb sollte der grüne Bundesvorstand „in dieser Sache Einfluss nehmen“ und Kontakt zu Aden suchen. Eine Antwort stehe noch aus, so Pardey.

Es ist nicht das erste Mal, dass sich Pardey und Sagawe hilfesuchend an höhere Instanzen wenden. Zuletzt hatten sie Papst Franziskus um Unterstützung in Sachen Ravelin Camps gebeten (wir berichten).



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