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Viele Vierbeiner lieben den Schnee – jedoch sollte man zu ihrem Schutz einige Regeln beachten

Braucht Waldi im Winter einen Webpelz?

Hündin Olly wurde warm eingepackt – Eis hat bei ihr keine Chance (li.). Cocker-Rüde Pluto steht auf Schnee und stört sich nicht an den Eisklumpen im Fell.Fotos: Wal/fh

veröffentlicht am 08.01.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 10.11.2016 um 21:41 Uhr

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Marnie, Lili (v. l.) und Rocky (hinten) wurden von ihren Besitzern bei Bellus Cani in der Baustraße winterfest eingekleidet. Dort gibt es die passende Fashion für den Hund. Foto: Dana

Hameln (tk). Toben, wälzen, Schneebälle jagen: Hunde lieben es, im Schnee zu spielen. Damit aus dem Vergnügen aber keine Erkältung wird oder der Hund sich eine Verletzung zuzieht, müssen Hundehalter ein paar Regeln beachten. Die wichtigste: „Der Hund darf nicht frieren“, sagt Tierärztin Dr. Christiane Höll. Grundsätzlich sollte man darauf achten, dass sich der Hund viel bewegt, damit er bei niedrigen Temperaturen nicht auskühlt. Ob ein Hund schnell friert, sei sowohl von der Rasse als auch von individuellen Faktoren abhängig. „Nur weil ein Hund kurzes Fell hat, bedeutet das nicht, dass er kälteempfindlicher ist“, sagt Höll. Gerade wenn Hunde frei, also nicht an der Leine laufen, könnten sie sich warmtoben. Problematischer sei das bei alten Tieren oder Hunden, die an der Leine gehen. „Weil sie nicht selbst entscheiden können, wie schnell sie rennen, sondern nur langsam vorankommen, ist bei ihnen das Risiko auszukühlen größer.“ Und in solchen Fällen sollte man sich nicht scheuen, dem Vierbeiner einen Mantel anzuziehen – auch wenn dies optisch nicht jedermanns Sache sei.

Die Tierärztin kennt noch ein Problem: Da sich die meisten Hunde überwiegend in geheizten Wohnungen aufhalten, neigen viele Tiere dazu, weniger Unterwolle auszubilden, die eine wichtige Isolationsschicht sei. Trotzdem, ein Spaziergang von eineinhalb Stunden schade auch den kälteempfindlichen Vierbeinern nicht, meint Höll. Die Besitzer sollten aber auf die Reaktionen ihres Hundes achten. „Wenn der Hund anfängt zu zittern, den Schwanz einklemmt und den Kopf hängen lässt, ist das ein sicheres Zeichen, dass er friert.“

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Unbedingt sollten die Hunde nach einem Spaziergang sofort mit einem Handtuch abgerubbelt werden – das man immer im Auto dabei haben sollte. Bei einer längeren Heimfahrt mache es Sinn, dem Hund einen Hundemantel anzulegen. Eine Decke reiche oft nicht aus, die Tiere würden sie einfach abstreifen. „Wenn die Hunde nass geworden sind, ist es wichtig, den Rücken und die Nieren warm zu halten; das sind besonders empfindliche Stellen“, erklärt die Veterinärin.

„Unser Hund liebt Schnee, besonders wenn er neu gefallen ist“, berichtet Hundebesitzerin Sibylle Reimann. „Romeo dreht dann voll durch, wälzt sich und wühlt den ganzen Schnee durch“, erzählt sie über ihren 10-jährigen Neufundländerrüden. Liegt der Schnee allerdings ein paar Tage und hat durch mehrfaches Antauen und Frieren eine harte Eisschicht gebildet, dann drohen Verletzungen: An den scharfen Kanten können sich die Vierbeiner die Ballen aufreißen. Vorsicht ist auch bei halb zugefrorenen Teichflächen geboten: Die Labradorhündin von Renate Kühn hat es auf einer Wanderung durch den Solling gerade noch aus dem Wasser geschafft. „Jette ist von der Eiskante ins Wasser gerutscht und musste erst zum Ufer schwimmen, um herauszukommen.“ Gott sei Dank seien Labradore gute Schwimmer und hätten ein dichtes, fettiges Fell, weiß Renate Kühn. Ein Schock war es trotzdem. Jetzt prüft sie das Eis, bevor sie Jette von der Leine lässt. Und noch eine Marotte hat die 3-jährige Hundedame. „Jette frisst Unmengen Schnee. Sie ist ganz heiß darauf, dass wir ihr Schneebälle zuwerfen, die sie dann zerkaut.“ Höll kennt das Ende dieses Spiels: Rachenentzündungen und Magen-Darm-Probleme. „Nicht jeder Hund verträgt den kalten Schnee. Wenn man das von seinem Hund weiß, sollte man es ihm besser verbieten.“

Tipps, wie der „Liebling der Familie“ gesund durch den Winter kommt, hat auch der Verband für das Deutsche Hundewesen in Dortmund. „Vor allem in langem Fell kann Schnee je nach Beschaffenheit richtige Eisklumpen bilden“, erklärt Verbandssprecher Udo Kopernik. „Die Hunde schleppen dann nicht nur zusätzlich Ballast mit sich rum. Durch die Eisklumpen droht auch die Gefahr einer Unterkühlung.“ Besonders die Pfoten seien davon betroffen. An den Härchen zwischen den Pfotenballen können sich Vereisungen bilden. Die Ballen werden auseinandergedrückt, dadurch hat der Hund Schmerzen beim Laufen. „Wird das Eis länger an die Haut gedrückt, kann sich der Hund Erfrierungen holen“, so Kopernik. Der Rat des Experten: die Härchen zwischen den Ballen vorsichtig mit einer Schere abschneiden. Eine wärmende Funktion hätten sie ohnehin nicht.

Die Pfoten werden aber nicht nur von der Kälte angegriffen. Auch Salz und Splitt setzen ihnen zu. Tierärztin Christiane Höll kennt das von ihrem eigenen Hund. „Neulich sind wir über eine Stelle gegangen, die mit Salz gestreut war. Unser Hund wusste gar nicht, wo er seine Pfoten hinsetzen sollte, so hat das Zeug gebrannt.“ Zu Hause hat sie ihm ein Fußbad mit einer Seifenlösung gemacht und die Pfoten anschließend mit einer Pflegecreme für Hunde eingerieben. „Salz brennt sehr stark und trocknet die Haut an den Ballen aus, was zu Rissen führt. Wenn die Hunde anschließend ihre Pfoten lecken, kommt es zu Rötungen.“ Um das zu verhindern, rät sie, vor und nach dem Gassigehen die Pfoten mit Melkfett einzucremen; „so bleibt die Haut geschmeidig und ist besser geschützt“. Erkältet sich der Hund trotz aller Vorsichtsmaßnahmen, sieht das aus wie beim Menschen: „Husten, Schnupfen, tränende Augen.“ Dann sei der Tierarzt gefragt.



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