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Grüne und Bürgerliste votieren gegen Siedlung am Riesackweg / Friedhof Hastenbeck ist zu groß

Braucht Hameln noch weitere Baugebiete?

Hameln. Braucht Hameln angesichts des demografischen Wandels, der der Rattenfängerstadt eine abnehmende Einwohnerzahl prognostiziert, ein weiteres Baugebiet? An dieser Frage schieden sich im Ausschuss für erneuerbare Energien, Bau und Umwelt nicht nur die Geister, denn auch die sonst praktizierte Geschlossenheit der aus SPD, FDP und Grünen bestehenden Mehrheitsgruppe ging bei diesem Thema getrennte Wege. Konkret ging es um die Ausweisung von Bauland am Ende des Riesackweges und „Nördlich Katsiek“ in Hastenbeck.

veröffentlicht am 15.05.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 13.01.2017 um 12:43 Uhr

Vorerst verschoben: der B-Plan „Katsiek“ in Hastenbe
Hans-Joachim-Weiß-Redakteur-Lokales-Hameln-Dewezet

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Im Vorfeld dieser Entscheidungen hatte Wolfgang Kaiser über die Vorzüge eines städtischen Baulandkatasters berichtet, das auch im Internet veröffentlicht werden könne. „Darin sind unbebaute Grundstücke und untergenutzte oder geringfügig bebaute Grundstücke, die bebaubar erscheinen, erfasst“, erläuterte der Fachbereichsleiter Planen und Bauen im Rathaus. Für Käufer und Verkäufer könne über diese Lückenbebauung ein Markt geschaffen werden. „Es darf aber nicht zu Enteignungen kommen“, forderte Rüdiger Zemlin (FDP). Als Kaiser versicherte, dass es bundesweit einen solchen Fall noch nicht gegeben habe, stimmte der Ausschuss geschlossen zu.

Auf diesen Beschluss verwiesen dann die Grünen, als es um das Baugebiet am Riesackweg ging. Dort soll in zwei Bauabschnitten eine energieeffiziente und ressourcenschonende Siedlung mit rund 40 Häusern entstehen. „Es gibt genügend Flächen in der Innenstadt, die weiterentwickelt werden können. Das Schließen von Baulücken in der Innenstadt sollte Vorrang haben“, begründete Jürgen Mackenthun die ablehnende Haltung der Grünen und verwies auf den Landschaftsschutz, die Randlage und auf zur Verfügung stehende Bauflächen an Hottenbergsfeld. „Nicht jeder will im Hottenbergsfeld bauen. Das ist nun mal so“, entgegenete Claudio Griese. Der Christdemokrat wunderte sich zudem, dass „sich ausgerechnet die Grünen gegen ökologisches Wohnen aussprechen“.

Mehrheit durch SPD, FDP und CDU

Kaiser verwies darauf, dass es sich keinesfalls um ein Landschaftsschutzgebiet handele, sondern das entsprechende Hinweisschild lediglich falsch platziert sei. „Wir sollten nicht so tun, als wenn am Riesackweg ein Stück unberührte Natur genommen wird. Schon heute gibt es dort eine ungenehmigte Parzellenbebauung“, meinte Uwe Schoormann (SPD). Und Claus-Peter Meißner (Bürgerliste) warnte davor, am Riesackweg „ein Ghetto für Gutbetuchte entstehen zu lassen“. Mit den Stimmen von SPD, FDP und CDU fand schließlich der Bebauungsplan eine politische Mehrheit. Grüne und Bürgerliste stimmten dagegen. Verschoben wurde der Beschluss für den Entwurf und die Auslegung eines Bebauungsplanes nördlich der Straße Katsiek in Hastenbeck. „Dadurch soll die planerische Voraussetzung zur Nutzung der nicht mehr benötigte Erweiterungsfläche des Friedhofs geschaffen werden“, begründete Kaiser, der die Einnahme durch den Verkauf des Areals für drei Einfamilienhäuser auch als „Beitrag zur Haushaltskonsolidierung“ bezeichnete. „Da wegen der demografischen Entwicklung auch in Zukunft nicht mit einer Inanspruchnahme zu rechnen ist, kann die Fläche einer anderen Nutzung zugeführt werden. Eine Weiterführung der an der Straße Katsiek vorhandenen Wohnbebauung ist naheliegend“, ergänzte der Fachbereichsleiter.

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Entscheidung am 4. Juni

Da für eine Bebauung des Areals insgesamt acht Bäume der Motorsäge zum Opfer fallen, wollten die Grünen den Plänen zunächst ihre Gefolgschaft verweigern. „Jeder verkaufte Quadratmeter bedeutet 72 Euro für die Stadt“, hielt Schoormann dagegen. Und Albrecht Garbe (Bürgerliste) hielt dagegen: „Die Straße führt unmittelbar zum Wald. Da muss man sich nicht um jeden Baum Gedanken machen, sondern die Neuanpflanzungen dem Straßenbild anpassen.“ Die Grünen aber meldeten weiteren Beratungsbedarf an. Eine endgültige Entscheidung soll nun in der nächsten Ausschusssitzung am Donnerstag, 4. Juni, getroffen werden.

Derzeit wird das Areal am Riesackweg überwiegend landwirtschaftlich genutzt: Nach dem Willen von SPD, FDP und CDU soll es Bauland werden.

Foto: Wal



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