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Zwei dunkle Gestalten werfen Molotow-Cocktail / Fahndung läuft

Brandanschlag auf „Kaffeestuben“

veröffentlicht am 23.10.2016 um 19:15 Uhr
aktualisiert am 05.12.2017 um 14:22 Uhr

Ulrich Behmann

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Man habe lediglich einen vagen Hinweis auf Personen erhalten, sagte Hauptkommissar Jan Koß am Sonntag auf Nachfrage der Dewezet. Mit Steinen hatten die Täter zunächst eine Fensterscheibe des Cafés „Kaffeestuben“, das sich im Erdgeschoss eines 1736 erbauten Fachwerkhauses an der Wendenstraße befindet, eingeschlagen und dann einen Brandsatz in das mit antiken Möbeln eingerichtete Lokal geworfen. Vieles deutet derzeit darauf hin, dass die Kriminellen einen Molotow-Cocktail benutzt haben.

Nachbarn hörten kurz vor Mitternacht das Klirren von Glasscheiben – sie schauten sofort aus dem Fenster und sahen, wie etwas Brennendes in das Haus geworfen wurde. Die Täter liefen in Richtung Pfortmühle weg. Die Besatzung eines Streifenwagens traf nach Angaben von Koß bereits 90 Sekunden nach Eingang des Notrufes am Tatort ein. Mit einem Pulverlöscher bekämpften die Polizisten noch vor Eintreffen der Hamelner Feuerwehr einen Brandherd auf einem Sofa.

Feuerwehrmänner, die sich bereits auf der Einsatzfahrt mit schwerem Atemschutz ausgerüstet hatten, löschten im hinteren Teil des Raumes einen weiteren Brand. Neben der Wachbereitschaft waren auch Freiwillige des 1. und 2. Zuges im Einsatz.

2 Bilder
Im Oktober warfen Unbekannte einen Molotow-Cocktail in das Lokal an der Wendenstraße. Foto: ube

Die Wohnung über dem Lokal steht derzeit leer. Das Motiv des Brandanschlags ist unbekannt. Eine politisch motivierte Tat könne allerdings ausgeschlossen werden, hieß es. Der Brandort wurde beschlagnahmt, die Tür versiegelt. Die Polizei hat Ermittlungen wegen schwerer Brandstiftung aufgenommen.

Heute werden Brandursachen-Ermittler des 1. Fachkommissariats den Fall übernehmen. Wer Verdächtiges beobachtet hat, wird gebeten, sich bei der Inspektion unter 05151/933-222 zu melden.

Übrigens: Das ehemalige Bäckerhaus hat schon einmal gebrannt – im Juli 1857 stand der Dachstuhl in Flammen. Damals wütete in der Stadt eine Feuersbrunst.



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