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Behörden fühlen sich nicht zuständig

„Borsti“ allein in Hope: Hausschwein hat Frost gut überstanden

HOPE. Seit mehreren Wochen ist in den Wäldern um Hameln ein Hausschwein in freier Wildbahn unterwegs. Von zwei Tierfreunden wird es täglich mit Futter versorgt. Borsti haben sie ihren Schützling genannt. Der Besitzer ist derweil immer noch unbekannt und auch sonst scheint niemand das Tier einfangen zu wollen.

veröffentlicht am 07.03.2018 um 16:43 Uhr

Kartoffeln mit Möhren und Hundefutter mag Sau Borsti besonders gern. Foto: fn
Frank Neitz

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Frank Neitz Reporter / Fotograf zur Autorenseite
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Kaum wird in der Feldmark bei Hope ein Topf mit Futter entleert, raschelt es nebenan in einem Strohhaufen. Zaghaft hebt sich ein Kopf, eine schwarze Rüsselscheibe mit zwei Nasenöffnungen schiebt sich durch die hellen Strohhalme, schnüffelt. Es ist 12 Uhr – Borsti scheint heute verschlafen zu haben. Macht nichts, dann wird eben gleich schmatzend der Mittagstisch weggemampft statt eines Frühstücks.

Borsti ist eine Sau, ein „Göttinger-Mini“ – eine Kreuzung aus Minnesota Minipigs und vietnamesischen Hängebauchschweinen und lebt alleingelassen in freier Natur. Eigentlich etwa 40 Zentimeter groß und maximal 45 Kilogramm schwer, scheint Borsti eher zu einem „Hoper-Maxi“ zu mutieren. Denn diese Sau hat ordentlich was auf den Rippen.

Wohl auch ein Verdienst von Dietlind Liebah und Heidrun Raake. Nachdem die Tierfreunde in der Dewezet über Schicksal des Schweines gelesen hatten, versorgen sie es zweimal täglich mit Nahrung. Auch mit warmer, wie einem gekochten Kartoffel-Möhren-Hundefutter-Mix. Mittlerweile kann sich das Borstenvieh auch in einem Strohhaufen mehr als nur sauwohl fühlen.

Borsti scheint sich in der freien Natur sauwohl zu fühlen. Foto: fn
  • Borsti scheint sich in der freien Natur sauwohl zu fühlen. Foto: fn

Trotzdem, während der Frostperiode bangten die Hoperinnen um das Leben des Schweines. Das Tier hatte sich bei der Eiseskälte in den nahen Wald zurückgezogen, sagt Dietlind Liebah. Und jede Menge mehr Borsten habe sich Borsti auch zugelegt. Dennoch fanden die Frauen, dass man das Tier lieber einfangen und in einem Stall unterbringen sollte. Allein schaffen die Hoperinnen das aber nicht. Anfragen bei der Stadt und dem Veterinäramt hatten nichts gebracht, niemand zeigte sich zuständig, erzählt H eidrun Raake.

Mittlerweile haben die Frauen ihre Meinung geändert. Also “Schwein gehabt“ statt eines „Saulebens?“ „Wenn ich mir Borsti anschaue, scheint es dem Schwein hier richtig gut zu gehen.“, meint Liebah, als sich die Sau nach dem Mittagsmahl vollgefressen in Richtung Wald aufmacht. Wenn da nicht Jäger wären, die Borsti mit einem Wildschwein verwechseln könnten. Das beunruhigt die Tierfreunde dann doch.

Einen Platz auf ihrem Tierhof im lippischen Schlangen kann Diana Lukas schnell freimachen, sagt sie. Lukas hat bereits Hängebauchschwein Edith aus Hameln aufgenommen. Das Tier machte vor vier Jahren Schlagzeilen, als es auf einem ehemaligen Militärgelände gefangen wurde.



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