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Frank Bahrenberg – vom Hamelner „Rats“-Bürgermeister zum intriganten Arsenius im „Päpstin“-Musical

Böse ist er richtig gut

Hameln. Es sieht fast so aus, als ob er immer der Bösewicht ist: Frank Bahrenberg spielt oft fiese Rollen. „Tatsächlich“, lacht er, „scheine ich auf Unsympathen abonniert. Dabei bin ich eigentlich ein netter Mensch.“ Es müsse wohl an seinem Bass liegen, dass er so häufig als zwielichtiger Typ verpflichtet werde, erklärt der Sänger und Schauspieler mit den markanten Gesichtszügen und dem kahlen Kopf. In Musicals sei der Bass oft böse. „Na ja“, räumt er dann aber ein, „vielleicht ist es ja auch die Kombination aus Gesicht und Stimme.“ Wenn der 45-Jährige am Sonntag in der „Päpstin“ den Arsenius verkörpert, ist das einmal mehr eine unsympathische Figur – blitzgescheit zwar, aber auch eiskalt, ein Strippenzieher mit dem untrüglichen Instinkt für Politik und Intrige, der hinter den Kulissen agiert, aber die Fassade gewahrt wissen will.

veröffentlicht am 06.09.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 03.11.2016 um 05:41 Uhr

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Autor:

Karin Rohr
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Intrigen. Damit kennt sich Frank Bahrenberg aus. Auf der Bühne, versteht sich. Auch in Hameln hat er schon Strippen gezogen – als Bürgermeister. Von 2003 bis 2004 füllte er im kultigen „Rats“-Musical die Rolle des nicht eben besonders netten Stadtoberhauptes perfekt aus. Ganz so schlimm fand Bahrenberg den Bürgermeister dann doch nicht: „Klar, er war immer auf seinen Vorteil bedacht. Aber am Ende hat er doch eingesehen, dass er mit seiner Einschätzung des Rattenfängers nicht richtig lag.“ Es sei zwar keine liebe Rolle gewesen, aber: „Der Bürgermeister hatte immer so etwas Liebenswert-Schusseliges.“ Der Arsenius im „Päpstin“-Musical sei da ein ganz anderes Kaliber – „keine Kinder- und Märchengestalt, sondern ein Machtmensch, der auch vor Gewalt nicht zurückscheut, um seine Stellung zu untermauern. Dabei macht er sich aber nie die Finger schmutzig“.

Ob er dramatische Rollen liebe? „Schwer zu beantworten“, meint Bahrenberg: „Eigentlich mag ich gerne facettenreiche Charaktere, so wie den Robert Biberti von den ,Comedian Harmonists’. Der ist total spannend, weil er zwar auch auf seinen Vorteil bedacht ist, aber eben auch ein feinsinniger Künstler ist.“ In der Joseph-Vilsmaier-Verfilmung wurde Biberti von Ben Becker ausgefüllt. Auf der Bühne hat ihn Frank Bahrenberg, der 1968 in Witten an der Ruhr geboren wurde und sein Gesangsstudium an der Robert-Schumann-Hochschule in Düsseldorf mit Diplom abschloss, unter anderem in Darmstadt, Bielefeld und Mannheim gespielt. Der große Traum des Sängers mit dem dunklen Bass aber ist Tewje, der Milchmann, im Musical „Anatevka“: „Den würde ich gern einmal singen“, hofft er: „Das ist es, ein toller Stoff: ernsthaft und komödiantisch zugleich. Aber noch bin ich wohl zu jung für die Rolle.“

Die Liste seiner Engagements ist lang: In „Chess“ hat Bahrenberg den Molokov gespielt, in „Jesus Christ Superstar“ den Kaiphas. „Der kleine Horrorladen“, „Die Hochzeit des Figaro“, „Die Zauberflöte“, „Der Revisor“, „Jeremias“, „Arche Nova“, „The Black Rider“, „Made in Germany“ – überall war er mit von der Partie. Seit 2008 ist er überdies der Bass des Gesangsensembles „Cologne Voices“.

Vielen Hamelnern ist Frank Bahrenberg noch als der auf seinen Vorteil bedachte Bürgermeister im „Rats“-Musical in bester Erinnerung.

Bahrenberg ist ein vielbeschäftigter Mann. Mit hohem Anspruch an sich selbst. Da käme eine herzige Rosamunde-Pilcher-Verfilmung für ihn wohl kaum in Frage? „Doch, durchaus“, sagt er: „Das ist kein Schund. Aber auch da würde ich vermutlich eher den bösen Part haben.“

Seit vielen Jahren ist der Schauspieler und Sänger „aus dem Ruhrpott“ in Düsseldorf zu Hause. Dort fühlt er sich wohl, dort ist sein Lebensmittelpunkt: „Eine tolle Stadt“, findet er. Ist Hameln aber auch. Gern denkt der „Bürgermeister“ an seine Zeit in der Weserstadt zurück, hat zwischenzeitlich auch hier schon Urlaub gemacht – „weil ich das Weserbergland so schön finde“. Schade, meint er, dass er nur einen Auftritt als Arsenius im Hamelner Theater hat: „Aber ich freue mich schon darauf – auf die Stadt, meine ehemaligen ,Rats’-Kollegen, auf Harald Wanger und Anke Rettkowski.“ Er hofft, sie alle am Sonntag zur Vorstellung um 14.30 Uhr wiederzusehen…

Einen ausführlichen Bericht von der gestrigen „Päpstin“-Premiere im Hamelner Theater lesen Sie in der Samstagausgabe aus der Dewezet.



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