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Böllerverbot in der Altstadt

veröffentlicht am 18.12.2009 um 21:01 Uhr
aktualisiert am 05.12.2017 um 14:37 Uhr

feuerwerk

Hameln (wul). Vergleichsweise lautlos kommt die Ankündigung daher, die kurz vor Silvester für viele Bewohner und Gastronomiebetreiber in Hamelns Altstadt der Knaller ist: Knallerei verboten! Weder Böller noch Raketen dürfen in unmittelbarer Nähe von Fachwerkhäusern gezündet werden, so die Mitteilung der Stadt. Sie führt aus, was auf Bundesebene beschlossen wurde.
 Vor knapp einem Jahr herrschte am 31. Dezember in der Altstadt der übliche sprühende und knallende Silvester-Trubel, Rauch vernebelte die Straßen, ein Kracher jagte den nächsten – zur Freude der Pyrotechnik-Fans auf der einen Seite und zum Ärger der Ruhe liebenden und auf Sicherheit bedachten Bürger auf der anderen. Seit Oktober schiebt der Bund diesem Treiben an mehr Orten als bisher einen Riegel vor: Er verbietet per novellierter Sprengstoffverordnung das Abschießen von Feuerwerkskörpern jetzt nicht mehr nur in der Nähe von Krankenhäusern, Kirchen, Kinder- und Altenheimen, sondern eben auch in unmittelbarer Nähe von Fachwerkhäusern und reetgedeckten Gebäuden. „Polizei und Ordnungsamt werden in der Altstadt verstärkt präsent sein und die Einhaltung des Verbots kontrollieren“, kündigt Stadtsprecher Thomas Wahmes für den Bereich an, der von Thiewall, Kastanienwall, Ostertorwall, Münsterwall und der Weser umschlossen ist. Wer gegen das Verbot verstößt, begeht eine Ordnungswidrigkeit, wer erwischt wird, muss mit einem saftigen Bußgeld rechnen.
 Im Alleingang, nämlich ohne Rückendeckung des Bundes, hat die Universitätsstadt Tübingen in Baden-Württemberg in diesem Jahr ein Feuerwerksverbot erlassen. Dort hatte am 1. Januar 2008 kurz nach Mitternacht eine Rakete einen Dachstuhl am Marktplatz in Brand gesetzt und einen Sachschaden von rund einer Million Euro verursacht. Auch Goslar, wo beim Jahreswechsel 2006/2007 ein denkmalgeschütztes Gebäude in Flammen aufging, und Osterode haben sich vor ihre historischen Fachwerkhäuser gestellt und per Ratsbeschluss die potenziell gefährliche Böllerei verboten.
 In Hameln dagegen stand im Mai dieses Jahres die Sozialdemokratin Christa Bruns mit ihrer Forderung nach einem „Ja“ zum Verbot allein da, während sich die übrigen Mitglieder des Ausschusses für Recht und Sicherheit tendenziell auf die Seite jener stellten, die einfach Spaß an Sprühendem und Krachendem haben. Außerdem, so hieß es damals in der Sitzung, würde sich die Gastronomie bedanken, wenn man ihr durch ein Verbot die Gäste abspenstig mache. Nun aber klingt es aus dem Rathaus anders: „Nach Einschätzung der Stadt besteht Brandgefahr“, und „wir haben dort 50 Prozent Fachwerkbauten“, zudem grenze ein Haus an das nächste, weswegen immer eine Brandausbreitung zu befürchten sei. Auf „Aaahs“ und „Ooohs“ beim Raketenzauber müssen Innenstadtbewohner aber trotzdem nicht verzichten. Wahmes: „Auf dem Rathausplatz zum Beispiel ist Feuerwerk erlaubt.“



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