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Zweiter Prozess um gewaltsamen Tod eines Hamelners

Blut soll Wahrheit ans Licht bringen

Hameln. Zum zweiten Mal müssen sich Richter des Landgerichts Hildesheim mit dem gewaltsamen Tod eines Hamelners beschäftigen – Mahmud Khoder war am frühen Abend des 10. November 2013 durch einen Messerstich in den Rücken getötet worden. Oliver T. (30), der den damals 25-jährigen Deutschen mit libanesischen Wurzeln umgebracht hat, war im Juni 2014 allerdings vom Vorwurf des Mordes freigesprochen worden. Die Richter waren zu dem Schluss gekommen, dass die Notwehr-Version des Angeklagten nicht zu widerlegen ist. Nebenklage-Vertreter Roman von Alvensleben, der Ibrahim Khoder, den Vater des Getöteten, vertritt, hatte seinerzeit in letzter Minute ein weiteres kriminaltechnisches Gutachten beantragt. Der Rechtsanwalt wollte wissenschaftlich geklärt wissen, ob Oliver T. die Wahrheit gesagt hat. Im Kern ging es um die Frage: Kann sich die Tat so, wie sie von dem Angeklagten geschildert wurde, überhaupt ereignet haben? Das Schwurgericht unter Vorsitz des Richters Peter Peschka war darauf nicht eingegangen. Die Kammer vertrat die Ansicht, dass es mit den vorliegenden Details nicht möglich ist, den exakten Geschehensablauf zu rekonstruieren. Das war ein Fehler. Die vom Nebenkläger eingelegte Revision hatte Erfolg. Der Bundesgerichtshof kassierte den Freispruch. Die fünf Richter in Karlsruhe waren bei der Überprüfung des Urteils zu dem Schluss gekommen, dass das Landgericht nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft hat, die Wahrheit herauszufinden.

veröffentlicht am 13.03.2016 um 18:58 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 14:27 Uhr

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Ulrich Behmann

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Ulrich Behmann Chefreporter zur Autorenseite


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