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Idee: Nur noch zwei, statt vier Spuren

Blüht der Ostertorwall wieder auf?

HAMELN. Was die Herzen von Nostalgikern höherschlagen lässt, führt bei Pragmatikern zu Schnappatmung: ein zwei- statt vierspuriger Ostertorwall. So wie es früher mal war, bevor die Ringstraße Ende der 1950er Jahre verbreitert wurde. In diesem Zuge mussten die Bäume am Straßenrand weichen. Jetzt steht die Idee – mehr ist es bislang nicht – im Raum, den Ostertorwall wieder aufblühen zu lassen.

veröffentlicht am 23.05.2018 um 19:09 Uhr

So oder so ähnlich könnte die Verkehrsführung am Ostertorwall in Zukunft aussehen. Grafik: Zacharias Verkehrsplanungen
Philipp Killmann

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Philipp Killmann Reporter zur Autorenseite
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Es war am Rande der Bürgerinformation zu dem Thema, einen Teil der Bürenstraße zur Einbahnstraße umzuwandeln (wir berichteten), als die Idee für einen zweispurigen Ostertorwall erstmals öffentlich zur Sprache kam. Dabei geht es nicht um den ganzen Ostertorwall, sondern nur um den Abschnitt zwischen Alte Markt-/Bismarckstraße und Bürenstraße. Die beiden mittleren Spuren würden zugunsten von Bäumen und Grünanlagen aufgegeben werden, sodass es in beide Fahrtrichtungen nur noch eine Spur gäbe. Für Fußgänger und Radfahrer würden auf diesem Grünstreifen – über die bereits bestehende Ampel an den Einmündungen Bismarck- und Alte Marktstraße hinaus – zwei zusätzliche Querungsmöglichkeiten geschaffen. Unterbrochen würde der Streifen außerdem an seinen beiden Enden, damit vor allem Anlieger die Möglichkeit bekämen, zu wenden. Aus der Bürenstraße kommende Verkehrsteilnehmer sollten weiterhin in beide Richtungen, rechts wie links, abbiegen können.

Der Abschnitt zwischen Mühlen- und Bürenstraße würde größtenteils vierspurig bleiben – zwischen Höppergang und Bürenstraße würden jedoch in Richtung Bürenstraße drei Verkehrsinseln eingebaut werden. Die erste auf der rechten Fahrspur, die beiden darauf folgenden auf der linken. Die letzte Insel würde mit einer weiteren Querungshilfe für Fußgänger und Radfahrer versehen werden.

Und wozu das alles? Um Hameln städtebaulich aufzuwerten und Barrieren für Fußgänger und Radfahrer abzubauen, wie Diplom-Ingenieur Felix Bögert vom Verkehrsplanungsbüro Zacharias bei der Bürgerinformation erklärte.

Im Zuge des Ausbaus des Ostertorwalls mussten die Linden und Akazien am Straßenrand weichen. Foto: Zeitreise Dewezet
  • Im Zuge des Ausbaus des Ostertorwalls mussten die Linden und Akazien am Straßenrand weichen. Foto: Zeitreise Dewezet

Rund 15 000 Autos fahren pro Werktag in beide Fahrtrichtungen auf dem Ostertorwall, wie die Stadt Hameln ermittelt habe. „Für eine vierspurige Straße ist das wenig“, meint Bögert. Vor diesem Hintergrund sei die Idee für die Zweispurigkeit entstanden. Zum Vergleich: Auf dem Kastanienwall fahren werktags rund 19 000 bis 23 000 Fahrzeuge in beide Richtungen, wie Bögert unter Bezugnahme auf die städtischen Daten auf Nachfrage mitteilt.

Bedenken, dass der Rettungsdienst bei nur noch zwei Spuren auf dem Ostertorwall in den Hauptverkehrszeiten behindert würde, habe der Verkehrsplaner nicht. Rückstau drohe allenfalls im Bereich der Ampel im Bereich Alte Markt-/Bismarckstraße, allerdings handele es sich um einen „überschaubaren Abschnitt“, zumal die Ampel nur auf Kommando auf Rot schalte. Eine andere Idee könnte sein, die beiden äußeren Spuren zu Parkplätzen umzuwandeln und die beiden Mittelstreifen zu belassen. „Aber über all das müsste man noch im Detail nachdenken“, so Bögert. Momentan handele es sich nur um eine Idee. Um „Zukunftsmusik“, wie Ralf Wilde, Leiter des Fachbereichs Umwelt und technische Dienste, bei der Bürgerinformation anmerkte. „Weil die Straße nicht uns gehört.“

Der Ostertorwall ist eine Bundesstraße. Dafür zuständig ist die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, mit der sich die Stadt, so Wilde, zunächst auseinandersetzen müsste. Denn dorthin ist die Idee offenbar noch gar nicht vorgedrungen. „Mir sind keine Gespräche bekannt“, teilt Uta Weiner-Kohl, die stellvertretene Leiterin des Hamelner Geschäftsbereichs der Landesbehörde, auf Anfrage mit.

Gleichwohl halte auch sie diese Idee für Zukunftsmusik. Auf einer Bundesstraße habe „die Leichtigkeit des Verkehrs einen hohen Stellenwert“. Auch wegen des Immissionsschutzes sei „auf die zügige Führung des Verkehrs Wert zu legen“. Zu einer anderen Auffassung kommt Weiner-Kohl hinsichtlich des Verkehrsaufkommens. „Mit 14 000 bis 15 000 Kraftfahrzeugen am Tag ist eine Zweispurigkeit grenzwertig“, so Weiner-Kohl. Sie sei aber auch „nicht ganz auszuschließen“.

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