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Pflanzenprogramm soll Überleben von Insekten sichern

Blühende Landschaften in Hameln?

HAMELN. Die Vereinten Nationen warnen vor einem riesigen Artensterben mit verheerenden Folgen für die Menschheit (wir berichteten). Aber was tun, um diesem Schreckensszenario Einhalt zu gebieten? Ein Schritt kann darin bestehen, unmittelbar vor der eigenen Haustür verstärkt für Lebensräume, sprich blütenreiche Grünflächen für Insekten zu sorgen. Die Hamelner Stadtwerke haben kürzlich, wie berichtet, gemeinsam mit Landwirten aus dem Weserbergland neue Blühstreifen auf rund 36 000 Quadratmetern angekündigt. Die Stadt Hameln will nun den nächsten Schritt machen. Ein sogenanntes „Blühpflanzenprogramm“ sieht dafür verschiedene Maßnahmen vor:

veröffentlicht am 08.05.2019 um 16:28 Uhr
aktualisiert am 08.05.2019 um 21:10 Uhr

Die heimische Hummel gilt nicht nur als ausgezeichneter Bestäuber, sondern auch als gefährdet. Blütenreiche Grünflächen können ihr Überleben sichern. Foto: Dana
Philipp Killmann

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Philipp Killmann Reporter zur Autorenseite
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Blühpflanzen auf Grünflächen: So sollen auf kommunalen Grünflächen innerhalb der Ortschaften Teilbereiche mit standortgerechten Blühpflanzenmischungen besät werden. Gemäht werden sollen die Flächen dann stets frühestens im Spätsommer.

Einwohner bekommen kostenfreies Saatgut: Um auch die Hamelner dazu zu bringen, sich an dem Programm zu beteiligen, soll das Rathaus kostenfrei geeignetes Saatgut für die Anlage von Blühstreifen und Blühflächen ausgeben – qualifizierte Beratung inklusive. Eine Maßnahme, von der insbesondere die Hamelner Vereine profitieren sollen.

Schulung der Mitarbeiter: Auf allen städtischen Flächen soll das Blühpflanzenprogramm bei der Bewirtschaftung berücksichtigt, die städtischen Mitarbeiter entsprechend geschult werden.

Diese Maßnahmen, die nach dem Umweltausschuss am Dienstag auch der Verwaltungsausschuss am Mittwoch so beschloss, gehen zurück auf einen Antrag der Ratsgruppe SPD/Die Linke. In der Begründung dieses Antrages wird der zunehmende Rückgang von Insekten als eine „höchst besorgniserregende Entwicklung“ bezeichnet, die sich auf die gesamte biologische Vielfalt auswirke. „Vögeln und Fledermäusen mangelt es an Nahrung und auch wirtschaftliche Auswirkungen durch weniger Bestäubung von Nutzpflanzen, zum Beispiel Obstbäumen, sind nicht auszuschließen“, heißt es weiter. Mit dem Blühpflanzenprogramm könne dem entgegengewirkt werden. Heute hat der Rat über diese Maßnahmen zu entscheiden.

Bis auf Weiteres nicht durchsetzen konnten sich darüber hinaus gehende Schritte, die in dem Antrag von SPD und Die Linke sowie in einem Änderungsantrag der Grünen-Fraktion vorgesehen waren:

Wegesränder mit Blühstreifen: Auch außerhalb der Ortschaften sollten demnach an Wege-, Gehölz- und Gewässerrändern artenreiche Blühstreifen entwickelt werden, die dann erst im Spätherbst gemäht werden oder auch ein bis zwei Jahre als Brachflächen ungenutzt bleiben sollen.

Blühstreifen auf Ackerflächen: Bei Pächtern von städtischen Ackerflächen solle darauf hingewirkt werden, dass an wenigstens einer Schlagseite der Fläche ein mindestens drei Meter breiter Blühstreifen eingesät wird.

Verbot von Totalherbiziden und genveränderten Pflanzen: In neuen Pachtverträgen für Flächen der Stadt Hameln, so beantragten es die Grünen, solle ein Verbot für den Einsatz von Totalherbiziden wie Glyphosat und Neonikotinoiden verankert. Die Stadt selbst verwendet schon seit 2015 keine entsprechenden Mittel mehr. Außerdem sollten keine gentechnisch veränderten Pflanzen auf den Flächen angebaut werden dürfen. Die Anlage von ausreichend breiten Blühstreifen sollte ebenfalls in die Verträge aufgenommen werden.

Diese drei Punkte, so entschied es der Verwaltungsausschuss, sollen jedoch erst noch weiter ausformuliert und dann erneut im Umweltausschuss beraten werden.

Bei der Stadtverwaltung rennt die Politik mit dem Blühpflanzenprogramm ein Stück weit offene Türen ein. Wie Stadtbaurat Hermann Aden am Dienstag im Umweltausschuss anmerkte, formuliere die Verwaltung derzeit die landwirtschaftlichen Pachtverträge neu aus, wobei auch das Thema Blühpflanzen berücksichtigt werde. Zudem seien im Bürgergarten ein Blühbereich und Blumenbaumscheiben geplant, teilte Ralf Wilde, Leiter des Fachbereichs Umwelt und technische Dienste, mit.



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