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Drei Minuten zu spät an Klinik / Hastenbeckerin bringt Sohn im Auto zur Welt

Blitzgeburt in Papas Auto

HAMELN/HASTENBECK. Da hat es aber jemand besonders eilig gehabt. Nur wenige Meter vor dem Sana-Klinikum ist ein Junge auf die Welt gekommen. Den Begriff Storchen-Parkplatz scheint Vinzent – so heißt das Baby – offenbar wörtlich genommen zu haben. Auf dem speziell für werdende Eltern ausgewiesenen Parkplatz erblickte Vinzent das Licht der Welt – und das in Papas Auto.

veröffentlicht am 08.02.2019 um 17:19 Uhr
aktualisiert am 08.02.2019 um 20:10 Uhr

Jenny Ritter und Valentin Hahn mit ihrem Sohn Vinzent auf dem Sofa. Der Storchen-Parkplatz am SanaKlinikum (kl. Bild) muss ständig für die Fahrzeuge werdender Eltern freigehalten werden. Foto: Dana
Frank Neitz

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Frank Neitz Reporter / Fotograf zur Autorenseite
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Mittlerweile hat sich die Aufregung bei der jungen Familie etwas gelegt. Vinzent schlummert unbekümmert in einem unter der Wohnzimmerdecke hängenden kuscheligen Bettchen. Seine Eltern Jenny Ritter und Valentin Hahn mögen eine Woche nach der Geburt über ihre wohl aufregendsten Minuten sprechen. Auf die außergewöhnliche Geburt wurden die Hastenbecker schon mehrfach angesprochen. „Da ist Hameln dann doch ein Dorf“, meinen die jungen Eltern.

Mittwoch vergangener Woche, 9.11 Uhr. Bei Valentin Hahn klingelte das Handy bei der Arbeit. „Entweder holst du mich jetzt ab oder ich rufe einen Krankenwagen“, sagte seine Lebensgefährtin. Schon in der Nacht hatte die Hastenbeckerin im Abstand von vier bis zehn Minuten Schmerzen gespürt. Am Morgen brachte sie ihre Kinder Emma (3) und Henri (1) in den Kindergarten, kaufte anschließend sogar noch ein – mit Geburtswehen. Doch dann ging es los.

Im Nu setzte sich der Koch in seinen Opel Vectra und holte seine Lebensgefährtin von zu Hause ab. „Da ging gar nichts mehr. Im Auto ging es richtig los“, erinnert sich Jenny Ritter, die während der Fahrt verkehrt herum auf dem Beifahrersitz saß. Jedoch kamen sie nicht schnell genug auf den Straßen voran. „Wie das dann so ist. Jede Ampel war rot“, ärgert sich Vinzents Vater noch immer über die vielen Stopps. „Ich war hin- und hergerissen zwischen Vollgas geben und langsam fahren, weil jede Erschütterung für mich sehr schmerzhaft war. Wir waren ja schnell da. Aber die Fahrt kommt einem irgendwie länger vor“, meint die Mutter.

Der Storchen-Parkplatz am SanaKlinikum (kl. Bild) muss ständig für die Fahrzeuge werdender Eltern freigehalten werden. Foto: fn

Um 9.48 Uhr kamen sie am Sana-Klinikum an – und ganze drei Minuten später war Vinzent auf der Welt. „Als wir dort waren, hatte ich schon das Köpfchen gespürt“, sagt die 37-Jährige. Eine Hebamme sei schnell zum Wagen gekommen, auch ein Arzt.

Kurz darauf dann weitere Helfer, erzählen die Eltern. „Die Hebamme sagte, dass der Kopf schon fast da war. Ich musste nur noch einmal pressen und dann hat der Arzt Vinzent abgenabelt, in warme Tücher gewickelt und mit in die Klinik genommen“, so Jenny Ritter.

Offenbar handelte es sich um die erste Geburt auf dem Storchen-Parkplatz. Dr. Ben Schwerdtfeger, Chefarzt der Notaufnahme, die bei der Entbindung half, kann sich nicht an eine weitere Geburt auf diesem Parkplatz erinnern. Gestört haben Valentin Hahn die vielen Schaulustigen am Krankenhaus. „Da standen ruckzuck viele Menschen rum. Die musste ich mehrmals ermahnen, sich umzudrehen“, sagt der Hastenbecker.

„Ich denke, Vinzent wird nach der Fahrt später einmal Rennfahrer“, scherzt der Vater. Trotz der Turbulenzen bei der Entbindung darf eines nicht fehlen, Größe und Gewicht des Babys: Vinzent wog bei der Geburt 2950 Gramm und war 50,5 Zentimeter groß. Der Name stammt übrigens aus dem Lateinischen und bedeutet „der Sieger“. „Unser Vinzent hat eigentlich nach einem harten Start schon viel gewonnen“, meint seine Mutter. Gewonnen hat er die Zuneigung seiner Geschwister bereits allemal. Schließlich war es seine Schwester Emma, die den Namen ausgesucht hat.



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