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Mehrheit im Rat für Erhalt von Gebäuden auf Linsingen-Gelände möglich

Bleiben Kasernenhäuser doch stehen?

HAMELN. Die Anfang der Woche von Stadt und Landkreis demonstrierte Geschlossenheit hilft Oberbürgermeister Claudio Griese und Landrat Tjark Bartels womöglich auch nicht weiter. Nachdem sich die beiden Verwaltungsspitzen geschlossen für den Abriss der drei strittigen Gebäude auf dem Linsingen-Gelände ausgesprochen haben, könnte es in der Politik eine Mehrheit für den Erhalt der Bauten geben.

veröffentlicht am 01.08.2018 um 17:18 Uhr
aktualisiert am 01.08.2018 um 20:52 Uhr

Das Stabsgebäude mit der Turmuhr ist eines der drei Gebäude, um deren Erhalt gestritten wird. Foto: Dana
Philipp Killmann

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Philipp Killmann Reporter zur Autorenseite
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Wilfried Binder, der Vorsitzende der SPD-Ratsfraktion, hält die von der Stadt genannten Zahlen für die Sanierung der Gebäude für „sehr hochgegriffen“. Demnach sollten die Sanierungskosten pro Quadratmeter etwa 1500 bis 1700 Euro betragen, die Neubaukosten etwa 1500 bis 2000 Euro (wir berichteten). Er sei zwar „kein Fachmann“, kenne die Gebäude aber „aus eigener Anschauung“. Binder hatte von 2015 bis 2016 die Leitung der dortigen Flüchtlingsunterkunft des Deutschen Roten Kreuzes inne. Damals sei bereits viel in den Brandschutz investiert worden. Dass dieser wohl greife, habe sich gezeigt, als zwei Flüchtlinge mutwillig ein Feuer entfachten, so Binder.

Thomas Meyer-Hermann, Vorsitzender der CDU/DU/UFB-Fraktion im Rat, sei zwar „tendenziell offen für den Erhalt, weil es schade wäre, wenn die Gebäude wegkämen“. Aber: „Wichtig ist für uns, dass es wirtschaftlich vertretbar ist.“ Angesichts dessen, dass die beiden, unterschiedlichen Parteien angehörenden Verwaltungsspitzen – Landrat Tjark Bartels (SPD) hier, Oberbürgermeister Claudio Griese (CDU) da – einmütig erklärten, dass sich der Erhalt nicht rechne, könne er sich nicht vorstellen, dass der Rat anders entscheide. Zudem stelle sich die Frage, ob die Gebäude den Nutzungsanforderungen der Bildungs- und Gesundheitsträger entsprechen, welche die Stadt für Hameln gewinnen wolle. Dazu komme: Neben dem Neubau der Elisabeth-Selbert-Schule durch den Landkreis, der neuen städtischen Kindertagesstätte und dem Kooperationsprojekt von Stadt, Kreis und Hochschule Weserbergland für ein digitales Zentrum (ZediTa) wolle die Stadtverwaltung inzwischen auch eine Fläche für einen Neubau des Rathauses auf dem Linsingen-Kaserne vorhalten, so Meyer-Hermann. Der Rat hatte beschlossen, das Rathaus nur teilweise und auf dem Rathausplatz neuzubauen.

Hans Wilhelm Güsgen, der Vorsitzende der FDP-Fraktion im Rat, begrüßt den Antrag der Ratsgruppe SPD/Linke/Grüne, den Erhalt der drei Gebäude zu prüfen. Schließlich hätte der Erhalt „einen Riesen-Charme“. Dass der Antrag von der Verwaltung zunächst abgewiesen worden sei, weil nicht die Stadt, sondern die städtische Gesellschaft für Sozialen Wohnungsbau (GSW) Eigentümer sei, habe ihn „sehr geärgert“. Dabei sei der Eindruck entstanden, den Rat „vor vollendete Tatsachen“ stellen zu wollen. Güsgen räumt aber ein, dass neben den Kosten auch die Nachnutzung eine Rolle spiele. Denkbar sei für ihn daher auch, nur ein Gebäude statt drei zu erhalten. Mit der FDP hätte die rot-rot-grüne Ratsgruppe eine Mehrheit im Rat.

Unterdessen hat der OB am Dienstag gegenüber Radio Aktiv nun erneut die Option des Erhalts der drei strittigen Gebäude offengehalten. Davon war in der gemeinsamen Presseerklärung von Stadt und Landkreis am Montag keine Rede mehr gewesen.

Anfang kommender Woche kommen die Ratsgruppe SPD/Linke/Grüne sowie die Fraktionen nach der Sommerpause erstmals wieder zusammen und werden sich beraten. Diskutiert wird das Thema dann am Donnerstag, 9. August, im Stadtentwicklungsausschuss.



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