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Drogenfahnder stoppen 255 Autofahrer / Rauschgift sichergestellt / Die Tricks der Konsumenten

„Bitte Wasser lassen – hier oder in der Wache“

Hameln. Die Polizisten sind überall. Sie stehen hinter hohen Hecken, neben Streifenwagen – und mitten auf der Straße. Sie machen Jagd auf Rauschgiftsüchtige, die Auto fahren. Die Frauen und Männer tragen gelbe Jacken, sie haben es nicht nötig, sich zu tarnen. Wer das Berufsschulgelände an der Breslauer Allee mit einem Fahrzeug verlässt, fährt ihnen ohnehin in die Arme. Egal, welchen Weg man nimmt. Sogar in den Nebenstraßen warten die Fahnder der Kontrolleinheit. Stefan Griese (30) aus Hessisch Oldendorf wird um 14.30 Uhr in Höhe des Jibi-Marktes gestoppt. Mit der roten Kelle zeigt ein Polizist nach rechts. Griese fährt auf einen Parkplatz, wird von einer blonden Kommissarin befragt. „Haben Sie Rauschgift konsumiert oder Alkohol getrunken?“ „Nein, habe ich nicht“, sagt Griese. Der 30-Jährige muss aussteigen. Die Polizistin besteht auf ein paar neurologischen Untersuchungen. Sie testet den Gleichgewichtssinn, die Pupillenreaktion und beurteilt die Augenbewegungen des Angehaltenen. Griese muss auf einem Bein stehen. Aufgeregt ist der Gestoppte, und er zittert auch ein wenig. „Ich friere“, sagt Stefan Griese, steckt die Hände in die Hosentaschen – und lässt sich mit der Taschenlampe in die Augen leuchten. Griese muss mit zur Wache. Dort wird er unter Aufsicht eines Polizeibeamten in einen Becher urinieren müssen. Die Sofortanalyse zeigt: Autofahrer Griese ist „clean“, er hat keine Drogen genommen.

veröffentlicht am 30.11.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 09.11.2016 um 13:41 Uhr

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Autor:

Ulrich Behmann
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Innerhalb von acht Stunden überprüfen die Fahnder vor allem junge Fahrer. 255 werden gestoppt. Wer Ausfallerscheinungen zeigt, muss Wasser lassen. Entweder auf der Besuchertoilette in der Polizeiwache oder – wer möchte – gleich vor Ort. Hinter einem Streifenwagen oder im Gebüsch. Ein Uniformierter ist allerdings immer in der Nähe. „Denn wir kennen die Tricks der Konsumenten“, sagt ein Kommissar der Sondereinheit „Drogenbekämpfung im Straßenverkehr“. „Mal wird in den Becher gespuckt, mal mit Fremdurin, der sich meist in Spritzen befindet, gearbeitet.“

Nicht jeder darf weiterfahren. Ein junger Rintelner (18), der ebenfalls auf der Klütstraße gestoppt wurde, fühlt sich ertappt. Der Schnelltest zeigt: In seinem Urin befinden sich Spuren eines berauschenden Mittels. Blutprobe, Ende der Fahrt. In einem anderen Wagen sitzt ein 20-Jähriger aus Dresden auf dem Beifahrersitz. Freiwillig händigt er den Polizisten ein Päckchen mit Marihuana aus. Auch ein Emmerthaler wird aus dem Verkehr gezogen – gegen ihn liegt ein Haftbefehl vor, weil er ein Ordnungsgeld nicht bezahlt hat. Bei dieser Schwerpunktkontrolle seien auch 21 Ordnungswidrigkeiten geahndet worden, sagt Einsatzleiter Frank Wedekind.

Drogenkontrolle auf einem Parkplatz an der Klütstraße: Stefan Griese (30) lässt sich in die Augen leuchten, Philipp Meier (18) wartet darauf, dass er an die Reihe kommt. Ergebnis: Diese beiden Männer sind „clean“.

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Wer nicht mit zur Wache fahren will, kann hinter dem Streifenwagen in einen Becher pinkeln. Der Urin wird an Ort und Stelle untersucht.

Fotos: ube



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