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Sollten Geschäfte im Advent bis 0 Uhr geöffnet sein? Hamelner Passanten sind skeptisch

„Bis Mitternacht ist übertrieben“

Hameln (fh/red). Der Vorstoß der Stadt-Galerie hat für Aufsehen gesorgt: Bis Mitternacht sollen die Geschäfte dort in diesem Advent geöffnet bleiben. Das allerdings hat jetzt die Gewerkschaft auf den Plan gerufen: „Wer etwa als Einzelhändler eine 24-Stunden-Öffnung plant, der weiß, dass er seine Kunden auch zu Ende bedienen muss. Und welcher Ladenbesitzer fordert seine Kunden am Samstag im Dezember um 23.45 Uhr auf, den Laden zu verlassen?“, fragt Heiner Schilling, Handelsexperte bei ver.di Niedersachsen. Denn genau das müsste geschehen, wenn man nicht gegen geltendes Recht verstoßen wolle.

veröffentlicht am 17.04.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 06.11.2016 um 14:41 Uhr

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Die ersten drei Adventssonntage seien in Niedersachsen vor Ladenöffnungen geschützt. Wer am Samstag bis 24 Uhr öffne, der müsse zwangsläufig in den geschützten Adventssonntag hinein arbeiten. Das sei ein Verstoß gegen das niedersächsische Ladenöffnungs- und Verkaufsgesetz. „Ich bin erstaunt, dass Oberbürgermeisterin Susanne Lippmann sich nicht zum Mitternachtsshopping geäußert hat“, so Schilling weiter. „Ich erwarte, dass sie sich zu diesem Thema positioniert.“ Denn neben dem Schutz der Adventssonntage gebe es auch das Verbot der Sonntagsarbeit.

Bei der Stadt reagiert man auf diese Kritik eher verwundert. „Seitens der Stadt gibt es keine Einwirkungsmöglichkeiten“, sagt Pressesprecher Thomas Wahmes. Das niedersächsische Gesetz besagt: „An Werktagen dürfen Waren ohne zeitliche Beschränkung verkauft werden.“ Und weiter: „Die bei Ende der zulässigen Öffnungszeit anwesenden Kundinnen und Kunden dürfen noch bedient werden.“ Nach Auffassung der Stadt ist deshalb der Fall klar: Für die Stadt-Galerie gebe es auch in diesem Fall „nichts zu beantragen“. Zwar würde auch im Rathaus die „sozial- und familienpolitische Dimension“ des geplanten extralangen Weihnachtseinkaufs gesehen, sagt Wahmes. Der richtige Adressat für Kritik sei aber die Landesregierung in Hannover, nicht die Stadt Hameln.

Oliver Gewohn, 23, Hannover: Die Stadt-Galerie wird dadurch vor allem für junge Leute attraktiver. Für die Angestellten wäre die neue Regelung allerdings schlecht. Bis Mitternacht zu öffnen, ist übertrieben.“

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Ute Fehn, 51, Coppenbrügge: „Die längeren Öffnungszeiten finde ich schlecht. Im Advent sollten die Mitarbeiter der Stadt-Galerie nicht so lange arbeiten müssen. Mir tun die Verkäufer leid.“

Monika Steinhaus, 63, Coppenbrügge: „Das käme der Stadt und der Wirtschaft zugute, da auch viele Touristen das Angebot wahrnehmen würden. Außerdem können die Berufstätigen ungehetzt einkaufen.“

Nicole Pohle 35, Afferde: „Die langen Öffnungszeiten sind ein absolutes No-Go. Es reicht, wenn bis 20 Uhr geöffnet ist. Verkaufsoffene Sonntage nehme ich auch nicht wahr.“

Sabine Richter, 54, Hameln: „Bis Mitternacht zu öffnen, ist übertrieben und für die Mitarbeiter nicht hinnehmbar. Während der Adventszeit sollten die Angestellten sich ausruhen dürfen.“

Günther Habenicht, 75, Emmerthal: „Für mich sind die längeren Öffnungszeiten unwichtig. Jüngere Menschen, die berufstätig oder im Wechseldienst sind, können hiervon profitieren.“



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