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BHW verdient mehr – und baut Jobs ab

veröffentlicht am 19.03.2010 um 22:15 Uhr
aktualisiert am 05.12.2017 um 14:36 Uhr

Hameln (TT). Die Bausparkasse BHW rechnet auch in diesem Jahr noch mit den Auswirkungen der Wirtschaftskrise. Beim Neugeschäft wird eine Stagnation erwartet. Im vergangenen Jahr ist bei der Postbank-Tochter die Zahl der neuen Bausparverträge im Vergleich zum Rekordjahr 2008 um 4,2 Prozent auf 333 000 gesunken. Die Bausparsumme lag bei 9,7 Milliarden Euro. Im Vergleich zum gesamten Bausparmarkt, der bei einem Minus von 10,2 Prozent liegt, ist BHW zwar mit 10,9 Prozent besser – „aber auch nur Einäugiger unter den Blinden“, wie es gestern hieß.
 Das BHW-Ergebnis vor Steuern und Gewinnabführung stieg von 15,8 auf 37,9 Millionen Euro. BHW ist mit dem Ergebnis „sehr zufrieden“. Die Bausparkasse hat 2009 deutlich mehr Provisionen eingestrichen und gleichzeitig einen rigorosen Sparkurs gefahren. Die Einsparungen resultieren vor allem aus dem Personalabbau des letzten Jahres: 173 Vollzeitstellen wurden gestrichen. Mittlerweile ist die Bausparkasse bei 1652 Stellen angekommen, davon sollen 30 noch in diesem Jahr wegfallen. Sprecher Rüdiger Grimmert erklärt, dass die Anzahl der BHW-Beschäftigten aufgrund verschiedener Arbeitszeitmodelle bei „knapp unter 2000 liegt“.
 Die BHW-Führung hofft auf eine höhere Akzeptanz für Bausparverträge mit Riester-Förderung zum Erwerb von selbst genutztem Wohneigentum. Zusätzliche Impulse für das Kundengeschäft werden vom wachsenden Markt der Modernisierung und der energetischen Sanierung erwartet. Wie die Postbank-Mutter, setzt BHW auf einfachere Produkte sowie bessere Kundenbindung und -beratung. Gerade im Außendienst haben Postbank und BHW mit dem Vorwurf der schlechten Beratung zu kämpfen.
 Die Wirtschaftskrise hat den Menschen in Deutschland zuletzt das Interesse am Erwerb von Wohneigentum verleidet. Beim Marktführer Schwäbisch Hall ist das Neugeschäft sogar um mehr als ein Fünftel auf 25,2 Milliarden Euro geschrumpft. Hierzulande gibt es nur noch 14 private Bausparkassen – und die Marktbereinigung ist weiter im Gange. BHW hat im Moment „keine Bestrebungen, irgendeine andere Bausparkasse zuzukaufen“. Konkurrent Wüstenrot – mit dem BHW stets um Platz zwei in der Branche rangelt – soll Interesse an der Allianz-Dresdner-Bausparkasse haben.
 Der Rohertrag beim BHW, also die Summe aus Zins- und Provisionsüberschuss, lag 2009 mit 391,4 Millionen Euro um 11,4 Millionen über dem Vorjahr. Die Bauspareinlagen stiegen auf 16,1 (Vorjahr 15,9) Milliarden Euro. Für Baufinanzierungen wurden 5,6 (6,1) Milliarden Euro ausgezahlt. Die Bilanzsumme erhöhte sich um eine Milliarde auf 46,1 Milliarden Euro.



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