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Konzerte, Kochen, Kinderspaß: Pflasterfest setzt Maßstäbe

Besucherrekord geknackt

Hameln. Der Rekord ist gebrochen. „Wir haben die Besucherzahlen der vergangenen Jahre auf jeden Fall getoppt“, sagt Stadtmanager Dennis Andres. Genaue Zahlen könne er aber noch nicht nennen, da es „immer etwas schwierig ist, die Besucherzahlen in der Altstadt zu schätzen.“ Sicher ist jedoch: So viele Gäste wie nie zuvor waren zur dritten Auflage des Altstadtfestes gekommen. Von 100 000 Pflasterfest-Fans war schon in den vergangenen Jahren die Rede.

veröffentlicht am 31.08.2015 um 12:53 Uhr
aktualisiert am 11.08.2017 um 11:07 Uhr

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Autor:

Svenja-A. Möller

Der Partymarathon begann bereits am Freitag – Schluss war erst am Sonntag zur „Tatort“-Zeit. Nach der Eröffnung durch Oberbürgermeister Claudio Griese – der sich zusammen mit den zahlreichen Gästen nach dem Anschlag in Salzhemmendorf gegen rechte Gewalt aussprach – begannen die ersten Bands damit, die Bäckerstraße, Osterstraße und den Pferdemarkt in eine rauschende Partymeile zu verwandeln. Das Angebot an Livemusik reichte von deutschem Pop zum Mitwippen bis hin zu Heavy Metal für Fortgeschrittene.

Der Samstag hingegen gehörte vorerst den Familien. Hatten die Kinder sich beim Klettern, Trampolinspringen und Wasserball-Laufen ausgetobt oder bei den Kinder-Shows mit tanzenden Dinos und wild geblümter Sängerin verausgabt, konnten die Eltern sich wiederum von Soul-Musikern oder Bläsergruppen unterhalten lassen.

Bartels schneidet, Griese schält

Ebenso ein Publikumsmagnet am Vormittag: das Kochduell mit Oberbürgermeister Claudio Griese und Landrat Tjark Bartels. Als Koch-Duo traten beide gemeinsam gegen ein Zweier-Frauen-Team an. Die Rollen waren unter den Politikern scheinbar bereits im Vorfeld abgesteckt worden. Machte sich Griese sofort ans Schälen und Schneiden der Karotten, schwang Bartels das Messer, um Hähnchenfilets in mundgerechte Stücke zu formen. „Es gibt eine Hühnersuppe, ein Ragout aus zweierlei Fleisch mit Süßkartoffelchips, einen Feldsalat mit Fetakäse und als Nachtisch einen bunten Obstsalat“, erklärt Bartels, nicht ohne heimlich auf das Rezept zu schielen. Dass es bei 25 Grad und Sonnenschein eine wärmende Hühnersuppe gibt, verteidigt der Landrat: „Aus den Zutaten kann man einfach keine Kaltschale machen.“

Wer sich nicht von den Politikern bekochen lassen wollte, hatte auf dem Pflasterfest allerdings genug Alternativen. Zahlreiche Stände boten noch bis 2 Uhr morgens Luxus-Currywurst, mit Käse gefülltes Hamelner Landbrot und Klassiker wie Pizza, Pasta und Spießbraten an. Und auch die Getränke-Auswahl hatte in diesem Jahr eine deutliche Erweiterung erfahren. Hatte in den letzten zwei Jahren Lockruf das Ausschank-Monopol, konnten sich Besucher in diesem Jahr an einer größeren Bier-Auswahl erfreuen. Durchaus positiv, so der Tenor der Gäste. Aber: wurde Lockruf in Flaschen ausgegeben, fiel nun an fast allen Ständen ein Gläserpfand von zwei Euro an – egal, ob Bierkrug oder Hartplastikbecher. So blieb jedoch auch weitaus weniger liegen. Wohl auch, weil die Stadt aus den vergangenen Jahren gelernt zu haben scheint. Die fest installierten Mülleimer – bei früheren Stadtfesten am Ende hoffnungslos überfüllt – wurden an den letzten drei Tagen durch Dutzende blaue Mülltonnen zusätzlich ergänzt.

Wingenfelder sorgen für Ansturm

Das Pflasterfest verfehlte seine Wirkung als Publikumsmagnet nicht. Die Parkhäuser waren voll, in Massen strömten die Besucher über die Münsterbrücke und auch so manche Junggesellenabschiede hatten sich in die Innenstadt gewagt. Die füllte sich am Samstag, bis es ab etwa 22 Uhr kaum noch ein Durchkommen gab. Vor den Bühnen standen die Besucher Schulter an Schulter. „Natürlich hat man immer die Sorge, wenn es so voll ist. Das Schöne an dem Fest ist aber, dass, trotz der Massen und des doch sehr unterschiedlichen Publikums, das wir ansprechen, alles sehr friedlich und ausgelassen abläuft“, sagt der Stadtmanager.

Auch beim Musik-Highlight Wingenfelder auf dem Münsterkirchhof wurde es eng. Als die Hannoveraner Brüder – einst Rückgrat von Fury in the Slaughterhouse – gegen 23.15 Uhr mit ihrem rund einstündigen Konzert begannen, stauten sich die Zuhörer bis in die Bäckerstraße. Die Bühne, die in den letzten Jahren mit der Rückseite zum Münster aufgebaut worden war, stand nun mit dem Rücken zur Weser. „Dadurch haben wir dort doppelt so viel Platz und es sind auch doppelt so viele Leute gekommen“, sagt Andres.

Unter den Besucher fanden sich eingefleischte Fans, erkennbar an Wingenfelder-Tour-Shirts, aber natürlich auch viele Neugierige, die einfach mal schauen wollten, was die Band aus der Landeshauptstadt so drauf hat. Spätestens als die Wingenfelder-Brüder dann kurz nach Mitternacht den alten Fury-Dauerbrenner „Won’t forget these days“ anstimmten, konnten sich die Besucher wohl sicher sein: Das Pflasterfest 2015 wird so schnell nicht in Vergessenheit geraten.



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