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Roller-Wrack wurde abtransportiert

Besitzer soll die Bergung bezahlen

HAMELN. Wie ein gestrandeter Wal lag der Motorroller schon mehr als zwei Wochen am Weserufer unter der Thiewallbrücke – und gammelte dort vor sich hin. Am Donnerstag ließ das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt das stark verwitterte Gefährt durch einen Schwimmgreifer bergen.

veröffentlicht am 12.10.2017 um 15:32 Uhr
aktualisiert am 12.10.2017 um 20:00 Uhr

Mithilfe eines Schwimmgreifers wurde der auf dem Wesergrund gefundene Roller gestern endgültig abtransportiert. Foto: jsp
Jens Spickermann

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Seit bis zu zehn Jahren hatte es im Fluss gelegen, bevor die Feuerwehren Hameln und Burgdorf sowie die DLRG bei einer Übung zufällig darauf stießen und es am Ufer ablegten. Der Besitzer hatte den Roller im Jahr 2007 als gestohlen gemeldet – seitdem fehlte jede Spur davon.

Bevor das Zweirad nun abtransportiert wurde, hatte sich unter Anwohnern bereits Unmut geregt, dass es zwei Wochen am Weserufer herumlag. „Der Wasserspiegel stieg und der Roller lag schon wieder halb im Wasser“, sagt eine Anwohnerin. „Das ist hier eine geheime Müllkippe“, sagt sie und kritisiert, dass die Polizei, die das Wrack begutachtet hatte, es nicht einmal zwei Meter vom Ufer entfernt auf dem Trockenen deponierte. Nachdem der Roller mehrere Tage dort gelegen hatte, rief sie beim Bürgertelefon der Stadt Hameln an und wurde ans Ordnungsamt verwiesen. Das wiederum habe die Zuständigkeit beim Wasser- und Schifffahrtsamt gesehen, so die Anwohnerin. Bescheid habe seine Behörde erst am Mittwoch bekommen, teilt Ralph Schwekendiek vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt mit. Der Betriebshof der Stadt habe angefragt, ob es sich um die Entsorgung des Fundstückes kümmern könne.

Wer formal eigentlich für die Entsorgung zuständig ist, das hatte beim Ordnungsamt für Verwirrung gesorgt. Schließlich war der Roller im Wasser gefunden worden – hier wäre das Schifffahrtsamt zuständig. Das Ordnungsamt vermutete aber zunächst, die Taucher hätten das Gefährt an der Straße abgelegt, hier wäre die Stadt zuständig. Der tatsächliche Ablageplatz befand sich aber am Ufer, das noch der Wasserstraßenverwaltung gehöre und damit im Zuständigkeitsbereich des Schifffahrtsamtes liege, so die Stadt Hameln. Die Verantwortlichkeit sei „so halb-halb“ gewesen sagt Schwekendiek. Man habe aber abgesprochen, dass das Schifffahrtsamt die Bergung erledige, weil es die besseren technischen Möglichkeiten habe.

Doch warum wurde die Angelegenheit erst am Mittwoch an das Schifffahrtsamt übergeben? Weil das Ordnungsamt den Roller an der Straße vermutet hatte, sei er von den Mitarbeitern Ende September nicht gefunden worden, schreibt Svenja-Annkristin Möller von der Stadt Hameln. Danach sei der Fall nicht weiter bearbeitet worden, bis es am Mittwoch einen Hinweis aus der Bevölkerung gegeben habe. Der Eigentümer des Rollers wird vermutlich anhand des sichergestellten Kennzeichens und der Fahrgestellnummer ausfindig gemacht werden können. Genaueres konnte Polizeisprecher Jens Petersen zu dem Fall aber noch nicht mitteilen, da zu dem Einsatz keine aktuelle Eintragung ins System verfasst worden sei und ein mit der Sache betrauter Kollege gerade im Urlaub sei.

Die Begeisterung über das Auftauchen des Diebesguts nach geraumer Zeit dürfte sich bei dem Fahrzeughalter allerdings in Grenzen halten – denn mehr Wert als ein Haufen Schrott hat der Roller wohl nicht mehr. Zu allem Überfluss könnte es sein, dass ihm die Kosten der Bergung in Rechnung gestellt werden. Nur sofern eine Diebstahlversicherung den Schaden nach dem Diebstahl beglichen haben sollte, wäre die Versicherung als formal neuer Eigentümer in der Pflicht, für die Entsorgung aufzukommen. Sofern keine Versicherung beteiligt gewesen sein sollte, obliege das dem einstigen Fahrzeughalter, erklärt Petersen. Dem rechtlichen Eigentümer werde man „selbstverständlich“ eine Rechnung schreiben, sagt Schwekendiek. Die Kosten für so einen Bergungseinsatz würden sich auf etwa 500 Euro belaufen. Wer der formalrechtliche Besitzer des Schrott-Rollers ist, das ist ihm bislang noch nicht bekannt. „Von der Polizei weiß ich gar nichts“, so Schwekendiek. Für weitere Ermittlungen will das Schifffahrtsamt den Roller nun der Polizei übergeben.

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