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Polizei und Rathaus nehmen Pistolen und Co. entgegen

Bereits 50 illegale Waffen abgegeben

HAMELN. Seit einem halben Jahr haben Menschen in Deutschland die Möglichkeit, Waffen, die sie illegal besitzen, straffrei bei Behörden oder Polizei abzugeben. Möglich macht das eine Neuregelung des Waffengesetzes, mit dem eine befristete Amnestie in Kraft getreten ist. Noch bis zum 1. Juli gilt dieser Straferlass.

veröffentlicht am 06.02.2018 um 16:40 Uhr

Abgegeben werden bundesweit nicht nur Schuss-, sondern auch Schlag- und Stichwaffen. Foto: dpa
Wiebke Kanz

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Wiebke Kanz Reporterin zur Autorenseite
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Insgesamt wurden innerhalb des ersten halben Jahres des Straferlasses in Hameln 31 Kurzwaffen, also etwa Pistolen und Revolver, 25 Langwaffen wie Büchsen, Flinten und Luftgewehre, ein Messer und viermal Munition abgegeben. 50 dieser Waffen konnten dabei der Amnestie zugeordnet werden, die Besitzer machen sich also nicht wegen unerlaubten Führens einer Waffe strafbar. Der Rest war bis zur Abgabe in legalem Besitz. Es handelt sich bei den abgegebenen Waffen laut Informationen aus dem Rathaus vor allem um Waffen älteren Baujahrs, also vornehmlich um Erbstücke.

Zum Vergleich: Im selben Zeitraum wurden niedersachsenweit 4343 Schuss- sowie 443 sonstige Waffen, beispielsweise Hieb- und Stichwaffen, straffrei abgegeben. 674 davon befanden sich in illegalem Besitz. Hinzu kamen rund 83 000 Stück an Munition. 2009 hatte es bereits eine ähnliche Aktion gegeben. Anlass damals war der Amoklauf von Winnenden in Baden-Württemberg, bei dem ein 17-Jähriger 15 Menschen erschoss. Bundesweit waren damals rund 200 000 Waffen zurückgegeben worden, in Niedersachsen waren es 26 600, 3351 davon befanden sich zuvor in illegalem Besitz.

Waffen und Munition, die bislang im Hamelner Rathaus oder bei der Polizei abgegeben wurden und in den kommenden Monaten abgegeben werden, werden in Spezialbetrieben, zum Beispiel der GEKA in Munster, eingeschmolzen und danach als Metallschrott verwertet. Die Zahl der im Umlauf befindlichen Waffen und Munition soll so reduziert werden.

Unschädlich gemacht: Eine Pistole wird bei Sindelfingen mit einem Schweißbrenner zerkleinert. Foto. dpa
  • Unschädlich gemacht: Eine Pistole wird bei Sindelfingen mit einem Schweißbrenner zerkleinert. Foto. dpa

Wie viele illegale Waffen in Hameln noch in Umlauf sind, dazu gibt es aus dem Rathaus keine Einschätzung. Auch deutschlandweit gibt es keine auch nur ansatzweise verlässlichen Zahlen. Schätzungen darüber, wie viele Menschen bis Juli noch von der Amnestieregelung Gebrauch machen werden, gibt es entsprechend auch nicht.

Das Hamelner Rathaus bittet Besitzer illegaler Waffen oder Munition dennoch auch weiterhin, von der Straffreiheit bis Juli Gebrauch zu machen und sich mit der Behörde (Telefon 05151/202-1329) oder der Polizei in Verbindung zu setzen. Stadtsprecher Thomas Wahmes weist aber ausdrücklich darauf hin, dass es „zwar möglich ist, Waffen direkt bei uns abzugeben – allerdings drängen wir aus Sicherheitsgründen darauf, einen Termin mit uns zu vereinbaren, sodass die Waffen von Behördenmitarbeitern, die speziell geschult sind, vor Ort abgeholt werden können.“

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