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Vom 7. bis 23. Oktober gastiert „Die Schatzinsel“ im Theater Hameln / Eine Hauptrolle ist noch frei

Bereit zum Entern!

Hameln. Diesen Herbst wird Hameln wieder zur Musical-Stadt: Die Piraten aus „Die Schatzinsel“ entern das Theater. Mit einer Liebesgeschichte wurde der Abenteuerroman bühnentauglich gemacht. Eine Rolle ist allerdings noch nicht besetzt: Es wird noch ein junger Hauptdarsteller gesucht – auch im Weserbergland.

veröffentlicht am 15.04.2016 um 19:07 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 18:18 Uhr

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Wiebke Kanz

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Wiebke  Kanz Reporterin (in Elternzeit) zur Autorenseite
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Zugegeben: Das Wetter könnte besser sein an diesem Freitagvormittag am Maschsee in Hannover. Es ist grau und wolkenverhangen, es nieselt, kurz: Bei diesem Wetter würde man keinen Hund vor die Tür schicken. Oder: Keinen Seemann auf See. „Die Fahrt gefällt mir nicht, die Mannschaft gefällt mir nicht und der Steuermann gefällt mir auch nicht“, begrüßt Harald Wanger seine Gäste. Hat dem Chef der Hameln Marketing und Tourismus GmbH (HMT) das Wetter die Laune vermiest? Wangers breites Grinsen verrät es bereits: Seine Laune ist alles andere als mies. Wangers Begrüßungstext ist ein Zitat aus Robert Louis Stevensons Roman „Die Schatzinsel“ – das gleichnamige Musical holt die HMT vom 7. bis zum 23. Oktober nach Hameln. Und setzt damit eine Musical-Reihe fort, die vor vier Jahren mit der „Päpstin“ begann.

„Ich darf Ihnen versprechen: Das, was wir aufführen, wird der Hammer!“, sagt HMT-Chef Wanger euphorisch. Wie einst „Die Päpstin“, die 2012 und 2013 im Theater Hameln gastierte, und „Friedrich – Mythos und Tragödie“, das die HMT 2014 nach Hameln holte, stammt auch „Die Schatzinsel“ aus dem Hause Spotlight mit Sitz in Fulda.

Acht Jahre lang, verrät Musical-Produzent Peter Scholz, habe man versucht, einen dramaturgischen Ansatz für das Stück zu finden. „Ein Musical braucht eine Liebesgeschichte“, sagt Scholz – „Die Schatzinsel“, ein Abenteuerroman und Jugendbuch, enthält aber keine. Dann aber stießen die Musical-Macher in der Biografie des Autors auf genau das, was sie suchten: Mitte der 1870er Jahre nämlich verliebte sich dieser in die zehn Jahre ältere Fanny Osbourne – Amerikanerin, verheiratet, ein Freigeist, wie er im Buche steht. Stevenson und Osbourne müssen lange um ihre Liebe kämpfen – Fanny Osbournes Sohn Lloyd ist es schließlich, der Stevenson zur „Schatzinsel“ inspiriert. Peter Scholz verknüpfte für die Bühne beide Geschichten miteinander – die Biografie und die fiktive Abenteuergeschichte rund um Seemann Billy Bones, Jim Hawkins und den Piraten Long John Silver.

2 Bilder
Die Hauptdarsteller: Frank Logemann (li.), Benjamin Klein (Mitte) und Friedrich Rau. Foto: Wal

Was dabei herausgekommen ist, davon gab es gestern eine Kostprobe: Frank Logemann, Friedrich Rau und Benjamin Klein, drei Hauptdarsteller der „Schatzinsel“, waren extra angereist, hatten sich in ihre Bühnenkostüme geworfen. Die Requisiten stimmten: Die Korbflasche Rum, die Holzkiste, die Goldstücke aus Schokolade, Piratenflaggen, Pistolen — das Tagungsraum-Ambiente musste man sich wegdenken. Bei vollem Körpereinsatz präsentierte das Trio drei Songs aus dem Musical. Logemann spielt Billy Bones, den knorrigen Kapitän, der dem Rum zugetan ist, mit herrlich versoffener Stimme und schiefem Grinsen; Rau verkörpert sowohl den Autor Stevenson als auch den auf der „Schatzinsel“ zurückgelassenen Matrosen Ben Gunn. Der 33-Jährige ist nicht nur professionell ausgebildeter Sänger, auch gibt er gemeinsam mit seiner Bühnenpartnerin Anna Thorén ein äußerst hübsches Liebespaar ab und darf sich während der Vorstellung mindestens einmal sein Kostüm vom Körper reißen. Und der erst 12-jährige Benjamin Klein steht sowohl als Jim Hawkins als auch als Stevensons Stiefsohn Lloyd auf der Bühne. Seine Rolle teilt sich der Siebtklässler – der Jugendschutz will es so – mit zwei weiteren Darstellern.

Vor seiner Rolle als Hawkins/Osbourne kannte Benjamin „Die Schatzinsel“ gar nicht, verrät er. Piraten seien ihm nur aus „Fluch der Karibik“ bekannt gewesen – und für Jungs seines Alters eigentlich kein großes Thema. „Ich habe mir dann das Buch gekauft und den Film angesehen“, sagt er. Seit seinem achten Lebensjahr singt er im Chor des Kasseler Staatstheaters. Im vergangenen Jahr sang er, ebenfalls in Kassel, im Musical „Sound of Music“ den Friedrich von Trapp. Noch, sagt Benjamin, schaue er zu seinen erwachsenen Schauspielkollegen auf; später würde er gern in ihre Fußstapfen treten. „Meine Eltern finden das nicht so toll, die möchten lieber, dass ich etwas Sicheres mache“, sagt er und lacht – „aber ich finde das cool und würde das gern machen.“

Kinder für Hauptrolle gesucht: „So eine Rolle gibt es kein zweites Mal im deutschen Musical“, schwärmt Musical-Produzent Peter Scholz: Eine der Hauptrollen in „Die Schatzinsel“ ist die eines Kindes. Für genau diese Rolle sucht die Musical-Produktionsfirma Spotlight nun in Norddeutschland, vor allem auch im Weserbergland, nach einem Kinderdarsteller. Der junge Nachwuchsschauspieler oder die junge Nachwuchsschauspielerin wird sowohl als Jim Hawkins als auch als Lloyd Osbourne auf der Bühne stehen. In weiten Teilen handelt es sich um eine Sprechrolle – einige Passagen werden jedoch auch gesungen. Gesucht werden Jugen oder burschikos aussehende Mädchen im Alter von 10 bis 14 Jahren, bis zu einer Körpergröße von 1,65 Metern. Die Kinder sollten „aufgeweckt und selbstbewusst“ sein, noch kindlich aussehen und noch nicht im Stimmbruch sein. „Musikalische Auffassungsgabe ist unabdingbar“, schreibt Spotlight – die Singstimme müsse nicht virtuos ausgebildet sein, die Kinder sollten jedoch sicher und ohne Hemmungen singen. Von den bislang geplanten 18 Aufführungen in Hameln wird für sechs ein Darsteller gesucht – die insgesamt drei Kinderdarsteller wechseln sich von Abend zu Abend ab. Ein Bewerbungsformular gibt es unter www.schatzinsel-hameln.de, die Bewerbung sollte Angaben zu Alter, Größe und Vorerfahrung des Kindes enthalten. Bewerbungsschluss ist der 7. Mai. Anschließend finden in Hannover ein Casting sowie Workshops statt, die auf die Rolle vorbereiten. Ab dem 30. September wird ganztägig in Hameln geprobt.



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