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Stadtwerke übernehmen nach jahrelangem Tauziehen Stromnetz in den Ortsteilen

Bereit für den Start um Mitternacht

Hameln. Es ist ein großer Schritt für die Stadtwerke. Doch bemerken soll ihn in der Silvesternacht nach Möglichkeit niemand. Dann, wenn es nach Jahren des juristischen Gerangels endlich so weit ist: Am 1. Januar, 0 Uhr, übernehmen die Stadtwerke Hameln das Stromnetz in den Hamelner Ortsteilen vom e.on-Nachfolger Westfalen Weser Netz. Doch der Übergang soll und dürfte unsichtbar bleiben: kein Lichtflackern und erst recht keine Stromausfälle.

veröffentlicht am 27.12.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 13:04 Uhr

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Frank Henke

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Frank Henke Redaktionsleiter zur Autorenseite
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Denn Stadtwerke und Westfalen Weser Netz meldeten schon vor den Feiertagen: Arbeit erledigt. Die Übernahme sei abgeschlossen: „Der Strom fließt schon“, sagt Stadtwerke-Prokurist Helmut Feldkötter. Und daran soll sich in der Silvesternacht natürlich nichts ändern. Treten allerdings Störungen auf, sind sie vom mitternächtlichen Feuerwerk an Angelegenheit der Stadtwerke.

66 Prozent der bisherigen Netzgröße gewinnen die Stadtwerke zum Jahreswechsel hinzu. Doch diese fast 300 Kilometer Stromnetz mussten erst einmal „entflochten“ werden, Sprich: Das Netz wurde von dem des e.on-Nachfolgers getrennt. Eine Arbeit, die jedoch zumeist ohne Kneifzange abging. Im Regelfall genügt es, Messpunkte zu setzen. Dort wird nun festgestellt, was an Strom in das Netz der GWS Stadtwerke Hameln GmbH hineinfließt. Nur in zwei Fällen wurden Leitungen tatsächlich gekappt: An der Pötzer Landwehr und in Klein Berkel sei dies erforderlich gewesen, sagt Feldkötter, Projektleiter der Übernahme. Andernfalls seien in diesen Bereichen die Zuständigkeiten für das Netz unklar gewesen.

In den vergangenen Monaten wurden nun reichlich neue Daten in das EDV-System der Stadtwerke aufgenommen. So die von Stromanbietern, die das Netz in den Hamelner Ortsteilen nutzen, um Verbrauchern Strom zu liefern. Denn das Leitungsnetz ist das eine, der Strom das andere: „Mit dem Wechsel wird man nicht automatisch Kunde der Stadtwerke Hameln“, betont Stadtwerke-Geschäftsführerin Susanne Treptow. Zwar gehören auch die Zähler im Haus künftig den Stadtwerken, den Strom liefert aber weiterhin das Unternehmen, mit dem ein Vertrag besteht. Wenngleich die Stadtwerke nun natürlich auf einen Zugewinn an Kunden in den Hamelner Dörfern hoffen. Schließlich könne man künftig Gas, Wasser und Strom „aus einer Hand“ bieten. Auch Störungsmeldungen würden für die Kunden einfacher.

In den ersten Wochen des neuen Jahres wollen die Stadtwerke ihr Eigentum in den Häusern in Augenschein nehmen: Eine „Zähler-Bestandsaufnahme“ ist geplant. Stadtwerke-Mitarbeiter (sie können sich mit Dienstausweis legitimieren) klingen an den Türen, gleichen ab, ob alle Zähler korrekt erfasst sind, und kennzeichnen diese mit einem kleinen Aufkleber als Eigentum der Stadtwerke. Wer angesichts des Besuchers Zweifel hegt, kann sich die Berechtigung des Mitarbeiters bestätigen lassen (kostenlose Telefonnummer 0800/

7880000). Damit hat es sich dann aber schon, was unmittelbare Auswirkungen für die Verbraucher betrifft.

Störungsdienst wird aufgestockt

Vom 2. Januar an werden die Schlösser an allen Anlagen – etwa den Netzstationen – in den Ortsteilen getauscht und auch hier Hinweisschilder angebracht: „Eigentum der GWS Stadtwerke Hameln GmbH“. Sämtliche Daten zur Lage von Leitungen und anderen Betriebsmitteln haben die Stadtwerke bereits übernommen.

Eine ganz andere Übernahme hätten sich die Stadtwerke zudem vorstellen können: Die von Mitarbeitern von Westfalen Weser Netz. Doch daraus wurde nichts. Entweder blieben Bewerbungen ganz aus oder der Bewerber – so berichtet Treptow von einem Fall – passte nicht zu der noch immer vakanten Stelle. Ein neuer Meister, zwei Monteure und zwei neue Mitarbeiter im Bereich Abrechnungsservice/Marktkommunikation stellt die GWS für das gewachsene Netz ein.

Nun richten sich die Blicke auf den 1. Januar. Der Störungsdienst in den ersten zwei Wochen des neuen Jahres ist verstärkt worden. Auch der Vorbesitzer Westfalen Weser Netz – so harmonisch lief die Übergabe letztlich – hat angekündigt, in dieser Zeit noch helfen zu wollen. Es kann also im Grunde nichts schief gehen. Dennoch: Bis um 0.15 Uhr gebe es für ihn in der Silvesternacht keinen Alkohol, verrät Helmut Feldkötter – denn sicher ist sicher.

Blick ins Netz: Stadtwerke-Prokurist Helmut Feldkötter (hinten links) mit den Leitstellen-Disponenten Horst Böcker (vorne) und Ulrich Voges.fn



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