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Gemeinde will für Deisterstraße Bedarf prüfen

Bekommt Hameln eine islamische Kita?

Hameln. Viele sind es nicht: Kindergärten in muslimischer Trägerschaft finden sich beispielsweise in Berlin, in Mainz oder Mannheim. Nun scheint auch in Hameln denkbar, dass sich zu den neun evangelisch-lutherischen Kindergärten und der einen katholischen Kita im Stadtgebiet eine muslimische gesellt: In der Islamischen Gemeinde an der Hunoldstraße wird dies derzeit diskutiert – als mögliche künftige Nutzung des Areals Deisterstraße 48.

veröffentlicht am 29.01.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 04:21 Uhr

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Frank Henke

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Frank Henke Redaktionsleiter zur Autorenseite
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„Junge Eltern aus der Gemeinde haben das angeregt“, berichtet der Vorsitzende Bilgin Onur. Noch sei alles lediglich eine Idee, betont er. Doch die Gemeinde startete zumindest schon mal eine Umfrage unter ihren Mitgliedern. Das Resultat: 175 Väter und Mütter von Kindern im Kindergarten-Alter hätten Interesse an einer Kita in Trägerschaft der Gemeinde, sagt Onur. Er möchte nun im Gespräch mit der Stadt klären, ob Bedarf für einen neuen Kindergarten an der Deisterstraße bestünde und wie die Voraussetzungen dafür aussähen. Noch steckt alle Planung in kleinsten Kinderschuhen.

Wenn es denn so käme, solle ein „ganz normaler Kindergarten“ entstehen, betont Onur. Die Zugehörigkeit zum Islam würde keine Bedingung, um aufgenommen zu werden. Dass die Kinder dort dann „auch islamische Feste kennenlernen“ könnten, sei „durchaus vorstellbar“, sagt der Gemeindevorsitzende.

Onur spricht von Sprachförderung in Deutsch für türkisch, arabisch oder kurdisch sprechende Kinder, die dann in der Deisterstraße möglich sei, von einer besseren „Integration“, vom „Kennenlernen anderer Religionen“. Auch nicht-muslimische Eltern hätten bereits Interesse signalisiert, behauptet Onur. Über alles Weitere jedoch – Umbau oder Neubau? Wie würde das Vorhaben finanziert? – sei noch zu reden. „So ein Projekt kann ein bis zwei Jahre in Anspruch nehmen“, erwartet der Gemeindevorsitzende.

Das Grundstück und das sanierungsbedürftige Gebäude an der Deisterstraße hatte einst Omar El Charif, Kopf des umstrittenen Vereins „Al Rahman für Integration“, gekauft, um hier eine Moschee zu errichten. Letztlich ließ er die Pläne fallen und übergab das 2200-Quadratmeter-Areal im vergangenen Jahr an Onurs Gemeinde. Seitdem wird über die weitere Verwendung sinniert. Als ein Favorit scheint sich nun die Kindergarten-Idee herauszuschälen.

Die Reaktion der Stadt auf den Vorschlag dürfte jedoch verhalten ausfallen: An weiteren Kitaplätzen für die Drei- bis Sechsjährigen besteht kein Bedarf: Aktuell übersteigt die Zahl der Plätze die der Kinder. „Die Versorgung liegt bei 104 Prozent“, gibt die Verwaltung Auskunft. Derzeit werde dieses Überangebot zurückgefahren. Anders sehe es bei den Krippenplätzen für die Kleineren aus. Grundsätzliche planungsrechtliche Einwände gegen einen Kindergarten an der Deisterstraße bestünden jedoch nicht. Zudem: „Es wäre nicht der erste Kindergarten, der auf private Initiative zurückgeht“, heißt es aus dem Rathaus.



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