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Jack-Russell-Terrier liegt abgemagert und verletzt in einem Bach / Rettungsaktion gestartet

Beinahe erfroren im Bach: Ausgesetzt oder ausgebüxt?

HAMELN. Er zitterte am ganzen Körper, war völlig abgemagert und lag im eisigen Wasser eines Baches – unweit der Straße Rettigs Grund in der Nordstadt. Den nächsten Tag hätte der Jack-Russell-Terrier wohl nicht überlebt. Er wäre jämmerlich erfroren. Zum Glück entdeckte eine Spaziergängerin, die ihren Hund ausführte, den entkräfteten Rüden. Sie holte den Terrier aus dem Wasser und wählte den Notruf.

veröffentlicht am 09.04.2019 um 14:53 Uhr
aktualisiert am 10.04.2019 um 16:59 Uhr

Ulrich Behmann

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Tierretter der Feuerwehr Hameln rückten am Montagnachmittag aus, um dem Vierbeiner zu helfen. Die Männer um Hauptbrandmeister Marc Zobel hüllten den kleinen Terrier, der ein älteres rotes Halsband trug, sofort in eine Rettungsfolie ein, um ihn vor einem weiteren Auskühlen zu bewahren. Dann brachten sie ihren vierbeinigen Notfall-Patienten auf dem schnellsten Weg mit einem Feuerwehr-Fahrzeug zur Tierarztpraxis Kurt Barz in Emmern. Dort wurde der Hund genau untersucht und behandelt. „Ich habe ihm ein Antibiotikum und ein Schmerzmittel gespritzt“, erzählt Veterinär Barz. Der Hund habe Lähmungserscheinungen, er könne seine Pfoten nicht aufsetzen, sagt der Arzt. Das komme von der Wirbelsäule. Möglich sei, dass der Terrier von einem Auto angefahren wurde. Ein Trauma sei die wahrscheinlichste Ursache. Anzeichen für eine Erkrankung, die die Lähmung ausgelöst haben könnte, zeige das Tier jedenfalls nicht. Feuerwehrleute brachten den Jack-Russell-Terrier nach der Notfallversorgung ins Tierheim nach Hameln. Dort wird der Hund liebevoll von Tierpflegern betreut.

Niemand kann derzeit sagen, was dieser Hund in der Vergangenheit durchgemacht hat. „Der Kleine hat einen Chip. Deshalb wissen wir, dass er Milo heißt“, sagt Heidi Ballermann, die das Tierheim gemeinsam mit Claudia Gebhardt leitet. An die Daten des Halters heranzukommen, gestalte sich aus Datenschutzgründen schwer. Tierarzt Barz hat gehört, dass die Organisation, bei der der Jack-Russell-Terrier registriert ist, den Hundehalter bislang nicht erreichen konnte. Im Tierheim hoffen alle, dass Milo überleben wird. Der Rüde wird weiterhin von Kurt Barz medizinisch betreut. Das Tierheim hat das Veterinäramt eingeschaltet, denn: „Einen dermaßen abgemagerten Hund sehen wir hier zum Glück nicht alle Tage. Das ist schon heftig. Das Schicksal des Rüden geht uns an die Nieren“, sagt Heidi Ballermann. „Ich bin sehr froh darüber, dass Tierheim und Veterinäramt unbürokratisch zusammenarbeiten. Das ist nicht überall so.“ Milo sei umgehend begutachtet und sein Zustand dokumentiert worden. „Der Halter wird erklären müssen, weshalb sein Hund in einem dermaßen schlechten Zustand ist.“

Derzeit gibt es viele Fragen, aber keine Antworten. Wurde Milo ausgesetzt – womöglich, weil er verletzt oder krank ist? Oder ist der Rüde ausgebüxt und hat sich im Wald verlaufen? „Wir wissen bereits, dass der Hund nicht als vermisst gemeldet worden ist“, sagt Heidi Ballermann. Unklar ist auch, wie lange das Tier im Wasser gelegen hat. „Unterkühlt war Milo allerdings nicht.“ Der Fall gibt Rätsel auf. Heidi Ballermann und das Team des Tierheims hoffen, dass es rasch gelöst werden kann. „Vielleicht kennt ja jemand diesen kleinen Kerl und kann Licht in das Dunkel bringen“, hofft sie.

Entkräftet, durchnässt, abgemagert und verletzt – in diesem Zustand wurde der Jack-Russel-Terrier in einem Bach gefunden. Feuerwehrleute haben ihn auf eine Rettungsdecke aus Alu-Folie gelegt, damit er nicht weiter auskühlt. Der Hund kann sich nicht auf den Beinen halten. Foto: PR


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