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Bauausschuss kann sich nicht auf Höhenbegrenzung einigen – Entscheid im VA

Beim Thema Windräder blasen Hamelns Politiker zum Sturm

Hameln (HW). Windräder sind inzwischen zu einem wesentlichen Bestandteil erneuerbarer Energien geworden, und auch in Hameln will man sich dieser Technologie nicht verschließen. Aber willkommen sind die auch als „Monster“ verschrienen Giganten kaum. Deshalb tut sich die Politik schwer damit, aus Angst vor einer Verspargelung der Landschaft die vom Gesetzgeber vorgeschriebenen Auflagen zu erfüllen und geeignete Areale für die Errichtung von Windrädern zu benennen. „Wenn wir keine Vorranggebiete ausweisen, dann können sie überall in Hameln entstehen“, verdeutlicht Uwe Schoormann (SPD) die Krux.

veröffentlicht am 19.11.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 09.11.2016 um 15:21 Uhr

Umstritten: Windräder auf Hamelner Terrain.  Foto: gm
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Auch im Ausschuss für erneuerbare Energien, Bau und Umwelt ist das Thema einmal mehr kontrovers diskutiert worden. Auslöser war eine Verwaltungsvorlage, die zwei Gebiete als mögliche Standorte dieser Energieanlagen benennen sollte, um eine öffentliche Auslegung der städtischen Pläne zu erzielen. Das Bauamt hatte sich für die Vorranggebiete „D“ (Liethberg, nordwestlich von Hilligsfeld“) und „M“ (südöstlich von Haverbeck) festgelegt. Dafür sollte auf das bisherige Vorranggebiet „östlich Afferde“ verzichtet werden. Schoormann allerdings wollte dann „M“ durch „L“ ersetzt wissen, „weil es eine schonendere Alternative zur angrenzenden Wohnbebauung bietet und weniger beeinträchtigt“, wie der Fraktionsvorsitzende der Sozialdemokraten begründete. Hinter dem Vorranggebiet „L“ verbirgt sich ein 8,5 Hektar großes Areal südwestlich von Haverbeck. Da es sich um einen Auslegungsbeschluss handele, sollte zunächst auf eine Höhenbegrenzung verzichtet werden. „Es kommen dann im Verfahren Einwände oder Anregungen von Bürgern, die auch eine Höhenbegrenzung zum Inhalt haben werden. Dann können wir immer noch diskutieren“, regte Schoormann an.

Jobst-Werner Brüggemann allerdings wollte das nun überhaupt nicht hinnehmen. „Es gibt auch noch das Schutzgut Mensch“, machte sich der Christdemokrat für eine Höhenbegrenzung stark. Unterstützung erhielt der Ortsvorsteher Rohrsens von seinem Parteifreund Thomas Meyer-Hermann. „Die Windräder werden immer höher. Und wenn ich mir vorstelle, dass der Klüt 238 Meter hoch ist, dann überragen sie bald diesen Berg“, sagte der Halvestorfer und forderte ebenfalls vehement eine Höhenbegrenzung.

Wolfgang Kaiser, Fachbereichsleiter Planen und Bauen im Hamelner Rathaus, sprach von einem „umstrittenen Thema“ und verwies auf eine Gesetzgebung des Landes Niedersachsen, nach der eine Höhenbegrenzung nicht festgelegt werden solle. „Über unsere damalige Höhenbegrenzung in Afferde lacht heute jeder. So kleine Windräder werden heute gar nicht mehr gebaut. Unter 150 Metern gelten Windkraftanlagen als unwirtschaftlich und je höher ein Windrad, desto mehr Geld wirft die Anlage ab. Und darum geht es“, erklärte Kaiser und zitierte ein Gerichtsurteil, nachdem nur im Einzelfall der besondere Schutz der Landschaft eine Höhenbegrenzung erfordern könne. „Für Hilligsfeld dürfte das schwer werden, für Haverbeck könnte es greifen“, meinte der Fachbereichsleiter und betonte: „Wir müssen das differenziert betrachten und gutachterlich untersuchen lassen.“ Gleichzeitig erinnerte Kaiser daran, dass die Stadt für Gutachten zu Windkraftanlagen bislang rund 50 000 Euro investiert habe.

Da die Christdemokraten untereinander gespalten waren – Gerhard Paschwitz und Peter Martin zeigten Sympathie für den Vorschlag der Sozialdemokraten – und weiteren Beratungsbedarf anmeldeten, schlug Ausschussvorsitzender Herbert Rode (SPD) vor, den Beschluss zu vertagen. Mehrheitlich folgten die Ausschussmitglieder der Anregung des Bürgermeisters. Eine Entscheidung soll nun am 24. November im Verwaltungsausschuss (VA) hinter verschlossenen Türen fallen. Auch die Liberalen stimmten zu, wenngleich Hans Wilhelm Güsgen unmissverständlich erklärte: „Wenn sich nichts in der Höhe tut, wird die FDP im Rat diesen Vorranggebieten nicht zustimmen.“



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