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Untersuchung als Videokonferenz

Beim Schlaganfall hilft der „Tele-Doc“

HAMELN. Beim Schlaganfall zählt jede Minute. Unter dem Motto „Time is Brain“ wird auf die notwendige schnelle Behandlung aufmerksam gemacht. Das Sana-Klinikum ist nun mit den Neurologen der Medizinischen Hochschule Hannover rund um die Uhr digital verbunden – per Bildschirm. „Teledoc“ heißt das neue Hilfsmittel.

veröffentlicht am 04.11.2016 um 17:39 Uhr

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„Mit dem Teledoc können unsere Internisten zu jeder Tag- oder Nachtzeit per Videokonferenz mit Bild und Tonübertragung einen Neurologen heranziehen“, sagt Ariane Hankemeier, Neurologin am Sana-Klinikum. Dieser zugeschaltete „Teleneurologe“ könne den Patienten neurologisch beurteilen und die fachärztliche Entscheidung zur Behandlung stellen – „zum Beispiel durch Lyse oder Thrombektomie“. Bei der Lyse-Therapie, die in Hameln vorgenommen werden kann, wird dem Patienten ein Medikament verabreicht, welches den das verstopfte Gefäß verengende Thrombus auflöst. Die Behandlung sollte innerhalb der ersten viereinhalb Stunden nach Auftreten der Symptome beginnen und ist umso effektiver, je früher sie zum Einsatz kommt. Bei der Thrombektomie wird ein Katheter in das betroffene Gefäß eingebracht, der Thrombus aus dem Gefäß zieht. Die Methode wird nur von wenigen überregionalen Schlaganfall-Zentren erbracht. Hierzu zählt auch die MHH.

Kommen die Experten während der gemeinsamen Untersuchung zu dem Schluss, dass ein Patient auf diese Art therapiert werden muss, wird er mit dem Rettungshubschrauber nach Hannover geflogen. Nach der „Teledoc“-Untersuchung und Behandlung in Hameln erfolgt innerhalb von 24 Stunden eine persönliche neurologische Untersuchung durch die Neurologin des Klinikums. „Damit erfüllen allen Kriterien zur teleneurologischen Schlaganfallbehandlung im Rahmen der sogenannten Stroke light“, erklärt Dr. Daniel Griese, Chefarzt der Kardiologie und internistischen Intensivmedizin des Klinikums.

Doch nicht nur der Schlaganfall sei mit der neuen technischen Anbindung besser behandelbar, auch andere neurologische Notfälle, könnten über die Kooperation mit der MHH sofort in Hameln versorgt werden, heißt es.Dazu zählen unter anderem die Hirnhautentzündung, unklare Bewusstseinsstörung oder lang andauernde epileptische Anfälle.

Mit der neuen Anbindung wurden seit dem Start im August etwa zwei Patienten täglich versorgt, darunter im Schnitt ein Schlaganfallpatient pro Tag. Neurologin Dr. Ariane Hankemeier ist begeistert: „Es ist eine tolle Kooperation und ein hervorragendes System, das eine echte Qualitätsverbesserung für die Versorgung von Schlaganfallpatienten bietet.“ Dennoch: Eine Untersuchung am Bildschirm – das klingt gewöhnungsbedürftig. Von den Patienten, meldet Dr. Wolfgang Müller von der Notaufnahme jedoch, werde die Teleneurologie begrüßt. Es gebe durchweg positive Rückmeldungen.red

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