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Empfang des digitalen Signals nur in Nordstadt möglich / Antennenleistung nicht ausreichend

Beim DVB-T guckt Hameln in die Röhre

Hameln (jbr). Es kann so einfach sein: Laptop raus, Stecker für die Antenne in den USB-Anschluss schieben und schon flimmert das Fernsehprogramm über den Bildschirm des tragbaren Computers – und das unabhängig davon, wo man sich gerade aufhält, ob im Park, in einem Café oder zu Hause auf dem Sofa. Möglich ist dies durch das digitale Antennenfernsehen DVB-T. Was viele Deutsche bereits seit 2002 mit zunehmender Beliebtheit nutzen, bleibt den Hamelnern auch nach zehn Jahren verwehrt: Die Rattenfängerstadt zählt zu den wenigen Orten in Deutschland, an denen das „Überallfernsehen“, wie es oft beworben wird, kaum empfangen werden kann.

veröffentlicht am 31.07.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 05.11.2016 um 21:21 Uhr

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„DVB-T steht für ,Digital Video Broadcasting – Terrestrial‘ und wird zurzeit von rund 1,5 Millionen Deutschen, darunter 180 000 Haushalten in Niedersachsen, genutzt“, sagt Thorsten Mann-Raudies, Digital-Experte beim Norddeutschen Rundfunk (NDR). 2002 wurde es erstmals in Berlin-Brandenburg eingeführt und ist als „Ersatz für all diejenigen gedacht, die keine Möglichkeit haben, Fernsehen über Kabel oder Satellit zu empfangen“, so Mann-Raudies. Seit November 2008 ist der Sendernetzaufbau abgeschlossen und rund 90 Prozent von Deutschland mit DVB-T versorgt. „Ein paar weiße Flecken gibt es aber dennoch“, sagt Mann-Raudies – Hameln ist einer davon.

„In der Rattenfängerstadt ist Fernsehen über DVB-T, wenn überhaupt, nur in der Nordstadt möglich“, weiß Jens Bönning, Kundendienstleiter der Hamelner Firma „Radio Schulz“. Und wenn, dann nicht einmal besonders gut. Der Grund: Die Antenne, die in Stadthagen steht, sei nicht leistungsfähig genug, um die gesamte Rattenfängerstadt mit einem ausreichend starken Signal zu versorgen. „In der Nordstadt bekommt man circa 14 Programme – aber nur von den öffentlich-rechtlichen Sendern“, sagt er. Aber auch nur dann, wenn man eine Außenantenne samt Verstärker und Receiver installiert. Mit einer Zimmerantenne sei Fernsehen über DVB-T in Hameln unmöglich.

Richtung Klütviertel werde es immer schwieriger, ein ausreichend starkes Signal zu bekommen: „Das hängt mit den Bergen zusammen, die die Rattenfängerstadt umgeben. Schon zu Zeiten von analogen Antennen haben diese Berge die Übertragung von Signalen schwierig gemacht.“

Welche Sender überhaupt über DVB-T empfangen werden können, ist von Bundesland zu Bundesland, sogar von Stadt zu Stadt, unterschiedlich. NDR-Digital-Experte Mann-Raudies: „Die jeweiligen Sendeanstalten legen selbst fest, in welchen Gebieten Deutschlands sie über das digitale Antennensignal empfangen werden wollen.“ ZDF und ARD werden beispielsweise deutschlandweit ausgestrahlt, wohingegen private Sender nur in bestimmten Gebieten zu empfangen seien.

In Hameln jedenfalls scheint es wenig Sinn zu machen, seine Fernsehsender über DVB-T empfangen zu wollen, und das nicht nur aufgrund der Signalschwierigkeiten, sondern auch aus Kostengründen: „Um seinen Fernseher oder PC für DVB-T fit zu machen, landet man mit Antenne und Verstärker, den man in Hameln unbedingt braucht, bei circa 200 Euro“, sagt Radio-Schulz-Mitarbeiter Bönning. Da könne man sich auch gleich eine kleine Satellitenschüssel kaufen. „Mit der empfängt man dann alle, und nicht nur die öffentlich-rechtlichen Programme.“ DVB-T selbst sei jedoch kostenlos. „Man muss keine zusätzlichen Gebühren bei der GEZ bezahlen und auch die Kabelgebühren entfallen“, sagt er. „Eigentlich also eine tolle Sache.“

Auf der Suche nach Empfang: In Hameln sind Fernsehsender über das digitale Antennensignal DVB-T nur in der Nordstadt zu bekommen.

Foto: ch



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