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Baggerfahrer entdeckt historisches Bauwerk und Skelett-Teile / Rechtsmediziner untersuchen Knochen

„Bedeutsamer Fund“ – ein Gewölbe im Klüt

Hameln (ube). Ein Baggerfahrer hat bei Erdarbeiten am Klüthang einen Gewölbetunnel freigelegt. Kurze Zeit später stieß Michael Schwarzer 20 Meter unterhalb des Bauwerks auf Knochen. Ob die sterblichen Überreste von einem Menschen oder von einem Tier stammen, werde derzeit von Gerichtsmedizinern der Hochschule Hannover untersucht, teilte Polizeioberkommissar Jörn Schedlitzki auf Anfrage mit.

veröffentlicht am 24.03.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 12.11.2016 um 05:41 Uhr

Durch Zufall bei Baggerarbeiten freigelegt: der verschüttete Gew
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Der unterirdische Bruchsteingang wird von Experten aus Hameln und Hannover als „historisch bedeutsam“ eingestuft. Joachim Schween, Beauftragter für archäologische Denkmalpflege im Gebiet der Stadt Hameln, sagte gestern: „Meines Wissens ist es das erste Mal, dass am Klüt ein solcher Tunnel entdeckt wurde. Bislang wurde darüber nur geschrieben, gab es viele Legenden.“

Polizisten und Forscher untersuchen den Fund

Die Zufallsfunde haben auch das Museum Hameln, das Niedersächsische Landesamt für Denkmalschutz und die Kriminalpolizei auf den Plan gerufen. Deren Mitarbeiter waren ebenfalls vor Ort und haben sich in dem vom Bagger gezogenen Graben umgeschaut – die einen, weil sie kulturhistorisches Gut sichern möchten, die anderen, weil sie untersuchen müssen, ob an dieser Stelle ein Verbrechen geschehen ist. Die Knochen, so scheint es, sind bereits sehr alt. Ermittler des für Mord und Totschlag zuständigen 1. Fachkommissariats haben sie ausgegraben und zur Begutachtung nach Hannover geschickt. Wann erste Ergebnisse vorliegen, steht noch nicht fest.

Grabungstechniker Claus-Günther Kullig vom Denkmalschutzamt aus Hannover interessiert sich mehr für das Bauwerk. Er geht davon aus, dass es zum „Gibraltar des Nordens“ gehört und seinerzeit die Forts miteinander verband.

Auch Scherben aus Glas und Ton entdeckt

„Hier auf dem Klüt“, meint Kullig, „wurde eine Seite aufgeschlagen, die nun neu geschrieben werden kann.“

Das Gewölbe könnte einen Beweis liefern für das, was schon immer von Historikern vermutet wurde – nämlich, dass es geschützte Zugänge zu den einzelnen Forts gab. Denkmalschützer haben gestern am Fundort nicht nur weitere Knochen, sondern auch Scherben aus Glas und Ton entdeckt.

Der Baudezernent der Stadt Hameln, Eckhard Koss, zeigte sich erfreut von der Entdeckung. „Wir werden uns den Tunnel ganz genau anschauen und fachmännischen Rat einholen, um dessen Bedeutung bewerten zu können.“

Am Berghang wird derzeit eine Rille gezogen, in der Wasser- und Stromleitungen verlegt werden.



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